Velho Amigo – O Universo Musical de Baden Powell [DVD] – Review – DVD-PALACE ® Home Entertainment

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Baden Powell war einer der einflussreichsten Jazzmusiker Brasiliens, sein virtuoses Gitarrenspiel weltweit geschätzt. Er verstand es wie kaum ein Anderer klassische Elemente mit brasilianischer Folklore zu vermischen. Schon in den 50er Jahren verknüpfte er die Eleganz des Bossa Nova mit afrikanischen Elementen. Durch sein einfühlsames Spiel auf den 6 Seiten verschaffte er dem Samba weltweite Beachtung. Seine musikalische Entdeckungslust führte in schließlich nach Europa, wo er mit zahlreichen Größen der europäischen Jazzszene zusammenarbeitete. Die vorliegende knapp einstündige Dokumentation erzählt die Geschichte dieses exzellenten Musikers aus einer sehr persönlichen Perspektive. Neben zahlreichen kleinen Anekdoten, die er stets mit einem süffisanten Lächeln zum Besten gibt, kommen Freunde, seine Familie sowie Musikerkollegen, vornehmlich aus Brasilien, zu Wort. Es wird das Bild eines Mannes gezeichnet, der seine Musik liebt und mit sich und seiner Welt im Reinen ist. Der Zuschauer erfährt Interessantes über seine Wurzeln, seine musikalischen Einflüsse und Vorbilder. Immer wieder werden kurze Konzertausschnitte aus 5 Jahrzehnten höchster musikalischer Kreativität eingestreut, die eindrucksvoll verdeutlichen warum Baden Powell noch immer diese außergewöhnliche Bedeutung für die Jazzszene Brasiliens hat. Der Regisseur Jean Claude Guiter begleitete seinen „alten Freund“ („Velho Amigo“) drei Jahre lang und gewann so mehr und mehr Einblick in dessen Leben. Sie besuchten gemeinsam viele geschichtsträchtige Orte in Brasilien, aber auch Badens zweite Heimat Frankreich (Paris). Im Jahre 2000 verstarb Baden Powell 63jährig in Rio de Janeiro.

Die Bildqualität dieses Dokumentarfilms schwankt naturgemäß sehr stark. Alte schwarzweiß Aufnahmen aus den 60ern erfüllen ihren Zweck als Zeitdokument, mehr aber auch nicht, die aktuellen Interviews wurden in guter Qualität aufgenommen. Das Bildformat ist 4:3. Der Ton liegt als Stereospur (portugiesisch) vor, kann aber nur wenig Leben in die musikalischen Passagen bringen. Die Interviews sind englisch, französisch bzw. portugiesisch untertitelt, deutsch sucht man vergebens. Alles in allem eine ordentliche technische Umsetzung, dem Genre (Dokumentation) angemessen.