Tangerine Dream – Live in America 1992 [DVD] – Review – DVD-PALACE ® Home Entertainment

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Ein Shorty von Michael Holstein

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Tangerine Dream wurden bereits im Jahr 1967 von Edgar Froese (*6.6.1944) gegründet und gelten als die Pioniere der elektronischen Musik. Froese, der zuvor 4 Jahre Malerei und Grafik studiert hatte, experimentierte lange bevor der Synthesizer erfunden wurde mit künstlich erzeugten Geräuschen und Klängen. In den 70ern wurden Tangerine Dream vor allem auch dank zahlreicher Filmsongs einem breiteren deutschen Publikum bekannt. Ihre größten Erfolge feierten sie allerdings in Großbritannien und den USA. Nachdem es in den 80er Jahren immer ruhiger um die Gruppe wurde, sorgte 1989 der Zugang von Froese-Sohn Jerome (Keyboards, Gitarre) für frischen Wind und aggressivere Sounds. Die Besetzung, die 1992 auf USA-Tour ging, wird durch Zlatko Perica an der Gitarre sowie Linda Spa an den Keyboards und Saxophon komplettiert. Die DVD „Live in America“ wurde während der „Rockoon-Tour“ in Seattle aufgenommen. Sie kombiniert Livematerial mit Videosequenzen sowie Grafik- und Filmmaterial, das als Hintergrundprojektionen während des Konzerts Verwendung fand. Vieles davon wirkt heutzutage antiquiert, verfehlt aber nicht den eigentlichen Zweck die elektronischen Klänge visuell umzusetzen und so eine Gesamtkomposition zu erschaffen. Die Tracklist beinhaltet sowohl Klassiker wie „Phaedra“ und „Logos“ als auch Titel des damals aktuellen Albums „Rockoon“ sowie den Hendrix-Klassiker „Purple Haze“, der so etwas wie Rockkonzert-Feeling aufkommen lässt. Die 11 Songs ergeben in der Summe eine leider viel zu kurze DVD-Laufzeit von ca. 46 min. Immerhin liegt dem Package noch eine CD mit identischer Tracklist bei, was aber das Bonusmaterial auch schon abschließt. Rein technisch gesehen bewegt sich diese Scheibe im unteren Mittelfeld, das Bild im Format 4:3 ist meist verrauscht und recht unscharf, auch lässt der Kontrast während der Liveausschnitte zu wünschen übrig. Der Ton kann weder in Stereo, noch in Dolby Digital 5.1 überzeugen. Im Mehrkanalmodus stellt sich zwar ein räumliches Hörerlebnis ein, allerdings wird dies lediglich durch eine gleichmäßige Verteilung der Musik auf alle fünf Lautsprecher erreicht, auch der Subwoofer hat nur wenig zu tun. Alles in allem eine zu kurz geratene Moment-Aufnahme einer Band, die seit nun mehr weit über 30 Jahren elektronische Musik in den unterschiedlichsten Facetten kreiert und eine umfangreichere und qualitativ hochwertigere Würdigung verdient gehabt hätte.

Tracklist

01. Two Bunch Palms 02. Dolls in the Shadow 03. Treasure of Innocence 04. Oriental Haze 05. Graffiti Street 06. Backstreet Hero 07. Phaedra 08. Love on a real Train 09. Hamlet 10. Purple Haze

11. Logos

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