Take Shelter – Ein Sturm zieht auf [DVD] – Review – DVD-PALACE ® Home Entertainment

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Ein Review von Carlito Brigante

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Curtis LaForche lebt mit seiner Frau Samantha und der gemeinsamen sechsjährigen, tauben Tochter, Hannah in einer Kleinstadt in Ohio. Als Teamleiter einer Sandgewinnungs-Firma verfügt er über ein bescheidenes Einkommen. Samantha, Hausfrau und Mutter, verdient mit einem Teilzeitjob als Näherin dazu, indem sie ihre handgefertigten Artikel jedes Wochenende auf dem Flohmarkt verkauft. Das Geld ist knapp und die Familie muss ständig kämpfen, um die Ausgaben für Hannahs Krankenversicherung und Förderschule abzudecken. Dennoch werden Curtis’ und Samanthas Liebe und ihr glückliches Familienleben nicht davon beeinträchtigt.

Aber dann beginnen Curtis’ Alpträume von einem herannahenden apokalyptischen Sturm. Er behält diese verstörenden Erlebnisse für sich und verarbeitet seine Angst, indem er obsessiv einen Schutzbunker im Garten baut. Sein anscheinend unerklärliches Verhalten irritiert und verwirrt Samantha und Kollegen, Freunde und Nachbarn wenden sich von ihm ab. Doch die Belastung für seine Ehe und die angespannte Beziehung zu seinen Mitmenschen sind nichts im Vergleich zu der Bedrohung, die sich in Curtis’ Träumen manifestiert. Da seine verstörenden Visionen auf irgendeine Katastrophe hinzudeuten scheinen, vertraut sich Curtis Samantha an – und stellt somit deren Liebe auf eine harte Probe.


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Im Handel ab: 21.08.2012
Anbieter: ASCOT ELITE Home Entertainment
Originaltitel: Take Shelter
Genre(s): Thriller
Drama
Regie: Jeff Nichols
Darsteller: Michael Shannon, Jessica Chastain, Tova Stewart, Shea Whigham, Katy Mixon, Natasha Randall
FSK: 12
Laufzeit: ca. 116 min
Audio: Deutsch: DTS 5.1 Deutsch: Dolby Digital 5.1 Englisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9 (2.35:1) anamorph
Medien-Typ: 1 x DVD-9
Regionalcode: 2
Verpackung: Amaray Case
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Trailer von anderen Filmen
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Interviews
  • Wendecover
  • Deleted Scenes
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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revimg_bild-1881155 Das Bild (2,35:1; anamorph) fiel ordentlich, wenn auch nicht vollends überzeugend aus. Die Schärfe ist zwar gut, weist aber doch sichtbar kleinere Schwächen in der Detaildarstellung auf. Gerade Totalen wirken oft etwas weich, während Close-ups besser dastehen. Der Kontrast ist ausgewogen, die Farben ein wenig gedämpft. Die Kompression könnte besser sein, neigt sie doch wiederholt zu leichter Blockbildung, die aber auch nur in dunklen, homogenen Flächen zu beobachten ist.

8von10-5280500  8 von 10 Punkten

revimg_ton-7170950 Der Ton liegt in Deutsch in Dolby Digital 5.1 und in DTS und in Englisch in DD 5.1 vor. Da der Film an sich sehr ruhig und dialogorientiert ist, bleibt auch der Ton eher zurückhaltend. Die meiste Zeit bestimmen der Center und die Frontlautsprecher das Geschehen. Nur bei der Musik und den apokalyptischen Träumen werden die Rears deutlich eingesetzt und erschaffen einen kraftvollen Raumklang, der den Stürmen das nötige Gewicht verleiht. Die DTS-Spur bringt keinen signifikanten Vorteil. Es gibt optionale deutsche Untertitel.

7von10-9392523  7 von 10 Punkten

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Die Extras bestehen aus einem Audiokommentar von Regisseur Jeff Nichols und Hauptdarsteller Michael Shannon, einem Making of (ca. 11 min), zwei Deleted Scenes (ges. ca. 6 min), Questions & Answers mit Michael Shannon und Shea Whigham (ca. 19 min), Behind the Scenes (ca. 10 min) und zwei Trailern (Deutsch und Englisch). Die Extras liegen alle in Englisch mit optionalen deutschen Untertiteln vor. Das Making of und die Behind the Scenes-Featurette sind praktisch gleich, mit dem Unterschied, dass das Making of einen etwas werbelastigen deutschen Voice-Over-Kommentar hat und auch die Interviewbeiträge deutsch übersprochen werden, während bei den Behind the Scenes alles im Original mit optionalen deutschen Untertiteln und vor allem ohne jeglichen wertenden Kommentar vorliegt.

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Technisches Fazit:  7von10-9392523  7 von 10 Punkten

TAKE SHELTER (USA, 2011) ist das zweite Werk des vielversprechenden Regisseurs Jeff Nichols, der bereits mit seinem SHOTGUN STORIES (2007) auf sich aufmerksam machte. Nun lieferte er ein erstaunliches, ruhiges Drama ab, das von Entfremdung, Ehekrise, Isolation, mangelnder Kommunikation und Paranoia erzählt. Curtis, familiär vorbelastet durch seine schizophrene Mutter, wird von merkwürdigen Albträumen in der Nacht und absurden Halluzinationen am Tag verfolgt, die apokalyptische Visionen enthalten und die langsam, aber sicher, das scheinbar idyllische Leben eines bislang mehr oder minder sorgenfreien Paares sukzessiv entgleiten lassen. Curtis wird von der Furcht umgetrieben, ebenso wie seine Mutter den Verstand zu verlieren und sucht sich deshalb Hilfe bei Ärzten. Zugleich verfällt er dem Wahn, seine Bilder im Kopf ermuntern ihn dazu, den Sturmbunker im Garten zu renovieren. Seine Umgebung reagiert daraufhin abweisend. Curtis ist sich immer mehr der Krankheit bewusst, aber der innere Drang, dem Sturmkeller auszubauen ist stärker. Dieser Ausbau wird zu einer Obsession, die die ganze Familie und einige Freunde mit hinein- und runterzieht, in einen Strudel aus Paranoia und Wahn. Der einst fürsorgliche Vater wird augenscheinlich zu einer Gefahr für sich und andere. Nichols gelang dabei eine akkurate Mittelstandbeschreibung in den USA. Die Familie ist, wie viele andere auch, in einer prekären Lage und steht, angesichts der teuren Behinderung der Tochter, immer einen Schritt vor dem Ruin. Man darf nicht vergessen, dies ist ein Land, in dem weniger der Job als die damit verbundene Krankenversicherung enorm wichtig sind. Ist die Arbeit weg, ist der Schutz der Familie weg. Und genau den bedroht das merkwürdige Verhalten von Curtis. Der Film steht und fällt mit seinem Hauptdarsteller. Zum Glück hat Nichols seinen Michael Shannon (BOARDWALK EMPIRE, MACHINE GUN PREACHER, BUG, 13), der wieder einmal eine intensive, grandiose Performance abliefert. An seiner Seite, nicht weniger überzeugend, findet sich Jessica Chastain (THE TREE OF LIFE, LAWLESS, THE HELP), die die loyale Ehefrau gibt, aber dennoch langsam an ihrem Mann verzweifelt. Der Film ist sehr elegisch. Langsam, ganz langsam, wird das Drama aufgebaut und die Schraube angezogen. Er zeigt den zunehmenden Selbstzweifel, der Verlust des Glaubens und der Sicherheit. Die langsam aufbauende Spannung wird ein immer tiefer greifender Strudel, der alle mit hinab zieht. Bis hin zu einem ambivalenten Ende, das sicher zu Interpretationen und Diskussionen einlädt. TAKE SHELTER ist deshalb nicht weniger als ein gelungenes, vielschichtiges Mystery-Familien-Drama, das ebenso als Parabel und/oder Psycho-Thriller funktioniert. Indie-Kino at its best!