Insomnia – Todesschlaf

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Ein Review von Carlito Brigante

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Der schwedische Kommissar Engström soll mit einem Kollegen der norwegischen Polizei bei der Aufklärung eines Verbrechens aushelfen. Eine Siebzehnjährige wurde ermordet. Die Spuren führen bald zum Täter. Im dichten Nebel erschießt Engström jedoch versehentlich seinen Kollegen, der Mörder kann flüchten. Es gelingt Engström die Tat dem geflüchteten Mörder anzuhängen. Doch bald dreht das Spiel und Engström wird zum Gejagten, zumal ihm zusätzlich die Schlaflosigkeit durch die Mitsommernacht deutlich zu schaffen macht.

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Im Handel ab: 14.11.2008
Anbieter: Alive AG / Capelight Pictures
Originaltitel: Insomnia
Genre(s): Thriller
Regie: Erik Skjoldbjærg
Darsteller: Maria Mathiesen, Stellan Skarsgård, Sverre Anker Ousdal, Gisken Armand, Kristian Figenschow, Thor Michael Aamodt, Frode Rasmussen, Bjørn Moan, Maria Bonnevie, Marianne O. Ulrichsen, Bjørn Floberg, Guri Johnson
FSK: 16
Laufzeit: ca. 92 min
Audio: Deutsch: Dolby Digital 2.0
Norwegisch: Dolby Digital 2.0
Bildformat: 16:9 (1.85:1) anamorph
Medien-Typ: 1 x DVD-9
Regionalcode: 2
Verpackung: Amaray Case
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • TV-Spot
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb

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Der Film liegt zwar in seinem Originalseitenverhältnis von 1,85:1 (anamorph) vor, der Rest ist aber schon weniger erfreulich. Die Schärfe ist nur mangelhaft, so dass der ganze Film leicht unscharf bzw. zu weich daherkommt kommt. Bei schnellen Bewegungen gibt die Schärfe sogar noch weiter nach. Der Kontrast ist vermutlich bewusst so steil angelegt worden, so dass die ständigen Überstrahlungen als Stilmittel und damit gewollt zu betrachten sind. Die Farben sind recht blass. Es gibt sehr starke und unansehnliche Nachzieheffekte und ein deutliches Hintergrundrauschen. Dazu kommt die Kompression, die ständig für Unruhe und starke Blockbildung sorgt.

6 von 10 Punkten

revimg_ton-3970284Sowohl die deutsche Synchronfassung als auch die Norwegisch-Schwedische Originalversion liegen in DD 2.0 Stereo vor. Die deutsche Version ist lauter als die OF. Dadurch kommt aber nicht nur das Rauschen stärker zur Geltung, auch die Hintergrundgeräusche wirken unnatürlich laut im Vergleich zu den Dialogen. Die OF ist nicht nur deutlich leiser, sie wirkt auch kraftloser und manchmal geradezu dumpf. Es gibt optionale deutsche Untertitel.

6 von 10 Punkten

revimg_bonus-8380031Einzige Extras sind ein Original Kinotrailer und ein TV Spot.

2 von 10 Punkten

revimg_fazit-9100118Technisches Fazit:    6 von 10 Punkten

Auf dem DVD-Cover bewirbt man den Film mit den Worten: „Das Original zu Christopher Nolans INSOMNIA mit Al Pacino und Robin Williams“. Genauso gut könnte das Remake (USA, 2002) mit dem Original (Norwegen, 1997) beworben werden. Zwar ist es nicht so bekannt, aber es steht der prominent besetzten US-Version qualitativ kaum in etwas nach, wenn überhaupt. Besonders Stellan Skarsgard (GOOD WILL HUNTING, RONIN, TAKING SIDES, THE GLASS HOUSE) besticht durch seine herausragende Darstellung des sich in Schuld verstrickenden und dadurch erpressbaren Polizisten. Zwar braucht der Film ein wenig, bis er in Gang kommt. Und auch im weiteren Verlauf ist er eher ruhig. Das tut seiner Eindringlichkeit aber keinen Abbruch und wirkt mitnichten dröge oder langweilig. Im Gegenteil, gerade diese etwas dumpfe, schwere Ruhe, die außerdem zur chronischen Müdigkeit der Hauptfigur passt, hat etwas Beunruhigendes, Aufwühlendes. Verstärkt wird diese Wirkung durch die karge, raue Landschaft und den kalten Look des Films. Draußen herrscht die scharfe Helligkeit der nicht untergehenden Sonne, und drinnen dominieren die Farben grau, blau und braun. Das erzeugt eine deprimierende Grundstimmung.

Inhaltlich gibt es einige Abweichungen vom US-Film – besonders, was die Konflikte und die Figurenkonstellationen betreffen. Dabei liegt der Reiz des Originals gerade darin, dass es etwas roher und dadurch weniger lehrbuchmäßig wirkt. Die Autoren legen es nicht überall auf Konflikte bzw. inneren und äußeren Wandel an. Vielleicht nimmt hier das Psychoduell zwischen dem Polizisten und dem Mörder weniger Raum ein und ist nicht so intensiv wie das Duell zwischen Al Pacino und Robin Williams. Trotzdem bilden Polizist und Mörder auch im Original ein unheimliches und faszinierendes Paar. Im Zentrum aber steht der innere Kampf und die Zerrüttung des durch Schlaflosigkeit, Schuldgefühle und Angst vor Entdeckung gequälten Polizisten. Die Darbietung von Stellan Skarsgard ist dabei großartig.

Fazit: INSOMNIA – TODESSCHLAF ist sowohl für Fans des Nolan-Remakes als auch für Fans ruhiger, aber eindringlicher und atmosphärischer Psychothriller sehr zu empfehlen.

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