Eastern Double Feature – Vol. 4 [DVD] – Review – DVD-PALACE ® Home Entertainment

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Ein Quickie von Danny Walch

Unsere Wertung: 4von10-6715530

Der letzte Kampf des Shaolin: Kao’s Hochzeit soll ein rauschendes Fest werden. Doch sein Moment des Glücks verkehrt sich in das Gegenteil, als sein Erzfeind Pai die Gelegenheit nutzt und die gesamte Kao-Familie mit einem einzigen brutalen Schlag auslöscht. Kao kann keinen anderen Gedanken mehr fassen, als sich rächen zu wollen. Doch ihm ist klar, dass er im Kampf gegen Pai nicht bestehen kann. Er braucht die Hilfe eines wahren Schwertmeisters. Dieser Schwertmeister ist Chang, mit dem sich Kao langsam anfreundet. Mit List und Tücke überzeugt er Chang, ihm zu helfen. Doch ist Rache wirklich alles, was Kao begehrt? Das tödliche Schwert:

Der junge Schwertkämpfer Li Moran macht sich im alten China auf die Suche nach dem berühmten Meister Hua Qianshu, um sich mit ihm im Kampf zu messen. Unterwegs begegnet er der schönen Yingzhi, ohne zunächst zu ahnen, dass sie Hua´s Tochter ist. Zugleich zieht er sich die Feindschaft eines angefeimten Aristokraten zu, der zwei Schwerter von legendärem Ruf um jeden Preis in seinen Besitz bringen will.

Beide Filme liegen als anamorphe 2,35:1-Transfers vor, die Coverangaben sind falsch. Das Bild von DER LETZTE KAMPF DES SHAOLIN entspricht wahrscheinlich dem der britischen Hongkong Legends-DVD und weist eine gehobene Schärfe mit ordentlicher Detail- sowie Konturenzeichnung auf. Die Farben erscheinen relativ satt und natürlich, der Kontrast ausgewogen und überzeugend in der Durchzeichnung. Ein deutliches, aber feines Rauschen lässt den Transfer sehr natürlich wirken. DAS TÖDLICHE SCHWERT hat dagegen mit deutlichem Aliasing (Treppchenbildung) zu kämpfen, so dass der Verdacht nahe liegt, dass hier ein Letterbox-Transfer anamorph aufgeblasen wurde. Die Schärfe erscheint meistens schwammig und weich, Farben sowie Kontrast sind okay. Beide Filme haben nur wenige analoge Defekte sowie Schmutzpartikel vorzuweisen. Bei beiden Filme findet man jeweils die deutsche sowie englische Synchronisation und das kantonesische Original auf der Disk. Alle Spuren wurden in Dolby Digital 1.0 (Mono) erstellt. Die Qualität der deutschen Fassungen ist nicht berauschend, aber akzeptabel ausgefallen, mehr Atmosphäre verspricht jedoch der Originalton. Da die Synchros neu erstellt wurden, klingen sie relativ steril. Alle Tracks klingen altersbedingt eher blechern, bisweilen auch etwas kratzig und leicht verzerrt bei der Musikwiedergabe. Für relativ alte Eastern ist das Ergebnis aber vollkommen in Ordnung. Untertitel für beide Werke sind in Englisch vorhanden. Das Bonusmaterial umfasst den Trailer zu beiden Filmen sowie eine Bildergalerie zu DER LETZTE KAMPF DES SHAOLIN.

DER LETZTE KAMPF DES SHAOLIN feiert auf dieser DVD von MIG seine Deutschlandpremiere. Mit Shaolin-Mönchen hat dieser Film übrigens nichts zu tun, hier wollte man sich offenbar an die klassische deutsche Titelgebung der 1970er Jahre anlehnen. Genrefans ist der Film unter dem internationalen Titel LAST HURRAH FOR CHIVALRY bekannt und stellt ein Frühwerk von Hongkong-Regielegende John Woo (PAYCHECK) aus dem Jahr 1979 dar. Obwohl es eine Golden Harvest-Produktion darstellt, erinnert es von der Kampfchoreografie sowie den Studiokulissen stark an klassische Produktionen der Shaw Brothers. Die Fights sind durchweg hochklassig, allerdings noch mit dem leicht tänzerischen Rhythmus der Shaw-Ära versehen. Zu erkennen ist John Woos Handschrift jedoch bereits bei der Handlung, welche seine typischen Motive wie Freundschaft, Hass und Verrat beinhaltet. Insgesamt ein sehenswerter Martial Arts-Streifen, der zwar keinen Genremeilenstein darstellt, aber allemal gelungene Eastern-Unterhaltung liefert.

DAS TÖDLICHE SCHWERT lief bereits in den 1990ern in der ARD und ist eine Produktion von Regisseur Patrick Tam (BURNING SNOW) aus dem Jahr 1980. In diesem Werk geht es allerdings nicht nur um ein Schwert, sondern gleich um zwei. Ebenfalls geboten werden wieder hochklassige Fights, die von keinem Geringeren als Tony Ching Siu-tung inszeniert und choreografiert wurden. Die Handlung dreht sich um die Motive des Idealismus, der Ehre und der Habgier, wenn zwei gegensätzliche Protagonisten aus konträren Motiven heraus um das Schwerterpaar kämpfen. Insgesamt gilt für DAS TÖDLICHE SCHWERT dasselbe wie für DER LETZTE KAMPF DES SHAOLIN: Solide, unterhaltsame Martial Arts Action, aber kein Genre-Meilenstein.