A little Trip to Heaven [DVD] – Review – DVD-PALACE ® Home Entertainment

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Ein Review von Fabian Sell

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Als der notorische Trickbetrüger Kelvin Anderson bei einem Autounfall ums Leben kommt und eine Million Dollar fällig werden, schickt die Quality Life Insurance Company ihren besten Mann. Der ruhige, Wollmütze tragende Abe Holt (Forest Whitaker) wird in die verschneite Kleinstadt Hastings, Minnesota geschickt. Er spürt vom ersten Moment an, dass an der Sache etwas faul ist. Es beginnt ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel mit Kelvins Schwester Isold (Julia Stiles) und ihrem dubiosen Ehemann Fred (Jeremy Renner). Ein Spiel, in dem Holt die Distanz zu seinen Gegenspielern verliert und nichts so ist, wie es scheint …


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Im Handel ab: 11.10.2007
Anbieter: ASCOT ELITE Home Entertainment / Kurt Media GmbH
Originaltitel: A little Trip to Heaven
Genre(s): Thriller
Regie: Baltasar Kormákur
Darsteller: Forest Whitaker, Julia Stiles, Jeremy Renner, Peter Coyote
FSK: 16
Laufzeit: ca. 90 min
Audio: Deutsch: Dolby Digital 5.1 Englisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9 (1.85:1) anamorph
Medien-Typ: 1 x DVD-9
Regionalcode: 2
Verpackung: Amaray Case
Untertitel: Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Englisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Trailer von anderen Filmen
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb

revimg_bild-7586686 A LITTE TTRIP TO HEAVEN einer Bewertung zu unterziehen, erweist sich als kontrovers. Der anamorphe 1.85:1-Transfer offeriert Defizite, die technisch zwar als negativ einzustufen sind, den subjektiven Sehgenuss jedoch fördern sollten. So wurden farbliche Reduzierungen vorgenommen und ein meist tiefer Kontrast gewählt, der in dunklen Passagen auffällig viele Bildinhalte verschluckt. Ebenso tritt vordergründiges Rauschen auf, das die prinzipiell recht gute Schärfe häufig markant mindert. Insofern vermag der Rezensent für die Bildqualität nicht mehr als gute sechs Punkte zu geben. Da die genannten Mängel die Atmosphäre des düsteren Thrillers jedoch steigern, dürfte die persönliche Beurteilung der DVD-Käufer merklich höher liegen.

6von10-4218803  6 von 10 Punkten

revimg_ton-6045430 Der Ton stellt eine Enttäuschung dar. Die beiden Dolby Digital 5.1-Spuren (Deutsch und Englisch) bieten zwar einen recht ordentlichen Klang, was jedoch die Ausnutzung der räumlichen Optionen anbelangt, haben sie einem 2.0-Mix nicht viel voraus. So geben beide Tracks die Musikuntermalung fast ausschließlich über die Front wieder, obgleich die Passagen größtenteils für eine räumliche Signalverteilung geeignet wären. Lediglich zuweilen vorkommende Hintergrundgeräusche wie etwa Regen bewahren den rückwärtigen Hörraum vor dem Verstauben. Mehr als fünf Punkte hält der Rezensent für eine solch niedrige Leistung nicht angemessen.

5von10-9346522  5 von 10 Punkten

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Die Hauptauswahl begrüßt den DVD-Konsumenten in einer soliden Inszenierung. In der Mitte des Bildschirms laufen diverse Filmszenen zu der musikalischen Untermalung des Titelsongs ab. Die Untermenüs hingegen fallen starr aus und beinhalten zudem keine akustischen Inhalte. Das Bonusmaterial enthält neben Kleinkram in Form des Trailers und der Programmvorschau auch ein Making of (10:07). Dieses kommt erfreulicherweise ohne störende Werbemaßnahmen aus und liefert stattdessen einige interessante Interviews sowie zahlreiche Setszenen. Gute zwei Punkte.

2von10-9437293  2 von 10 Punkten

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Technisches Fazit:  5von10-9346522  5 von 10 Punkten

Einleitend sei erwähnt, dass A LITTLE TRIP TO HEAVEN in das Genre Film noir einzuordnen ist. Wer also Mainstream-Unterhaltung mit Schwarz-Weiß-Konstruktionen, übertriebenen Verfolgungsjagden, moralischen Protagonisten und ähnlichen typischen Eigenschaften erwartet, sollte den Thriller des isländischen Regisseurs Baltasar Kormákur (DIE KALTE SEE) tunlichst meiden. Freunde des Independent-Kinos werden hingegen wohl interessiert sein. Immerhin erscheint der Inhalt erfreulich interesseweckend: Ein qualifizierter Versicherungsangestellter wird in eine Kleinstadt geschickt, um den Tod eines Trickbetrügers bei einem Autounfall zu überprüfen. Von Anfang an spürt er, dass etwas an der Sache faul ist. Alsbald macht er erste, erschreckende Entdeckungen… Die vermittelte Stimmung von A LITTE TRIP TO HEAVEN erweist sich als bedrückend, nachdenklich und vor allem melancholisch. Man spürt, dass das Leben an den Charakteren alles andere als spurlos vorbeigegangen ist. Sie sind geprägt durch eine starke Verbitterung. Zugleich befinden sie sich in mehr oder minder verzweifelten Situationen, die kaum Platz für Hoffnung lassen. Durch düstere Bilder, aufbauend auf einem tiefen Kontrast und einer reduzierten Farbgebung, wird diese Gesamtstimmung visuell adäquat dargestellt. Auf den ersten Blick enttäuschend ist allerdings, dass die Inszenierung der Höhepunkte beziehungsweise der Wendungen auf der Strecke bleibt. So werden diese weder musikalisch noch schauspielerisch besonders hervorgehoben. Man kann diesbezüglich jedoch argumentieren, dass diese Darstellung der Authentizität der nachdenklichen Atmosphäre und der niedergeschlagenen Charaktere dient. Und mit Verlaub: Dies funktioniert auch vorzüglich, so dass die ohnehin melancholische Stimmung intensiviert wird. Interessiert und auch ein bisschen gerührt verfolgt der Film-noir-Freund so das dunkle Treiben. Der Eindruck eines rundum gelungenen Werkes wird dabei aber wohl nicht entstehen. Hierzu geht das Drehbuch nach Ermessen des Rezensenten zu wenig in die Tiefe. Die Story an sich ist zwar keineswegs als schlecht anzusehen, die Charakterzeichnung allerdings schon. Obgleich die Figuren aufgrund ihrer erwähnten Verbitterung eine gute Basis offerieren, wird diese nur geringfügig ausgenutzt. Dies stellt im Endeffekt auch den Grund dafür dar, dass die emotionale Wirkung auf den Zuschauer kein hohes Niveau erreicht. Insofern ist A LITTE TRIP TO HEAVEN interessant, teils überraschend, teils rührend und macht auch ein wenig nachdenklich. Aber einen bannenden, stark gefühlvollen Effekt vermag er nicht zu entfalten. Da die Story und die Stimmung, wie bereits erwähnt, solide ausfallen, kann man allumfassend von einem mittelmäßigen Gesamteindruck sprechen. Freunde des Film noir dürfen sich das Werk also durchaus ansehen, haben aber auch nichts versäumt, sofern sie dies nicht tun. Da die DVD-Umsetzung ohnehin nicht der Rede wert ist, rät der Rezensent zur Verleih-Version.