Xanadu – Staffel 1 [Blu-ray] – Review – DVD-PALACE ® Home Entertainment

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Ein Review von Carlito Brigante

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Die Familie Valadine produziert seit Jahrzehnten Pornofilme. Doch das goldene Zeitalter des Erotikfilms ist vorbei. Der Markt, das Geschäft und auch die Filme werden härter. Doch Vater Alex Valadine will sich nicht den neuen Gesetzen der Branche beugen und kollidiert so mit seinen Söhnen, der nächsten Generation der Pornofilmer. Das Familienimperium zerbricht an den Folgen von Intrigen und Korruption. Eine Welt in der Liebe und Hass, Sex und Gewalt sich noch nie näher waren. Doch als sich die Emotionen in einem blutigen Inferno entladen, wird die Familie auf ihre größte Probe gestellt.


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Im Handel ab: 08.03.2012
Anbieter: Sunfilm Entertainment
Originaltitel: Xanadu
Genre(s): TV-Serie
Regie: Séverine Bosschem
Darsteller: Jean-Baptiste Malartre, Julien Boisselier, Nathalie Blanc
FSK: 16
Laufzeit: ca. 384 min
Audio: Deutsch: DD 2.0 Französisch: DD 2.0
Bildformat: High Definition (1.78:1) – 1.080i
Medien-Typ: 2 x Blu-ray
Regionalcode: B
Verpackung: Blu-ray Case
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Booklet
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb

revimg_bild-9358889 Die Qualität des Bildes (1,78:1; 1080i) ist gut, leider aber auch nicht mehr. Die digital gedrehte Serie hat einen eigenwilligen Look, der oftmals von kühlen und blassen Farben und einem steilen Kontrast bestimmt ist. Die Schärfe schwankt zwischen sehr gut und mangelhaft. Mankos entstehen oft durch die ebenfalls wechselhafte Intensität des Bildrauschens. Mal ist es so gut wie gar nicht zu sehen und manchmal sticht es regelrecht ins Auge, worunter dann eben auch die Detailzeichnung leidet. Dafür ist die Kompression sehr gut gelungen.

7von10-2991060  7 von 10 Punkten

revimg_ton-1769727 Deutsch: Dolby Digital 2.0 Französisch: Dolby Digital 2.0 Der Ton macht seine Sache gut, kommt aber über ein brauchbares Niveau nicht hinaus. Die Serie wird von Dialogen bestimmt, weshalb brachiale Soundorgien sowieso nicht zu erwarten waren. Der Mix aus Dialogen, Musik und Nebengeräuschen ist ausgewogen. In der französischen OF sind allerdings die Dialoge lauter als in der deutschen Synchro, die zudem nicht so besonders toll klingt. Es gibt optionale deutsche Untertitel.

7von10-2991060  7 von 10 Punkten

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Einziges Extra ist das 12-seitige Booklet mit Episodenguide und Hintergrundinformationen zur Serie.

1von10-9661901  1 von 10 Punkten

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Technisches Fazit:  7von10-2991060  7 von 10 Punkten

XANADU (Frankreich, 2011) ist wieder einmal der Beweis dafür, dass interessantes Fernsehen scheinbar nur noch im Ausland stattfindet. Sind es sonst vorwiegend die US-Amerikaner und die Briten, die uns mit tollen Serien beglücken, finden sich vereinzelt auch andere Länder, die wesentlich Mutigeres auf der kleinen Mattscheibe wagen, als das, was den Deutschen tagtäglich zugemutet wird. Mit XANADU hat man nun Gelegenheit eine französische Ausnahmeserie für sich zu entdecken. Sie wurde zwar schon auf ARTE gezeigt, war aber auch dort mehr oder minder versteckt und lief so praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Serie spielt im Milieu der Pornoindustrie und erzählt von einem Familienbetrieb, der sich diesem Genre verschrieben hat. Die erste Staffel hat zwar nur acht Folgen, aber die bieten schon genug dramatischen Stoff für diverse andere Soaps. Es wimmelt nur so vor Problemen und Konflikten, entweder innerhalb der Firma und der Familie oder per drohender Gefahr von außen durch Geschäftspartner und Konkurrenten. Der Familienbetrieb hänlt noch an alten Strukturen und Ideen fest. Es gibt keine Vision, keine Antwort auf Angebote aus dem Internet. Der Geschmack und die Rezeption haben sich verändert. Was soll man also tun? Die Kinder haben andere Vorstellungen als der Vater, der immer noch an seinem altbackenen Tun eisern festhält und in der Vergangenheit gefangen ist. Über allem liegt das Trauma der toten Ehefrau und Mutter, die zugleich Star und Aushängeschild der Firma war und ist. Jede Folge wird mit ein paar alten Videoaufnahmen von ihr eingeleitet und Schritt für Schritt kommt man dem großen Familiengeheimnis auf die Spur. Hier wird kein freundliches, anregendes, bejahendes Bild der Pornoindustrie gezeichnet. Die Serie wird praktisch durchweg von einer düsteren, oftmals traurigen und geradezu depressiven Stimmung bestimmt. Nur ab und zu blitzt ein wenig absurder Humor auf. Es gibt immer wieder surreale oder gar albtraumhafte Momente, die nicht immer sofort Sinn ergeben und nachvollziehbar sind. Erst im Laufe der Zeit erkennt man, welche Dinge damit gemeint sein könnten. Quasi alle Figuren sind in irgendeiner Form gestört, traumatisiert oder sonst wie kaputt. Es gibt eigentlich nur eine einzige Figur, die sympathisch erscheint: ein alter Mann, von Beruf Pornoregisseur. Doch auch der hat mit seiner Einsamkeit und Vergangenheit zu kämpfen. Die Serie hat ein recht langsames Erzähltempo. Man lässt sich sehr, sehr viel Zeit für die Geschichte. Da wird so mancher unruhig in den Sitzen hin und her rutschen. Die Geschichten sind eindringlich, seltsam, verstörend und somit zutiefst faszinierend. Die Serie ist freizügiger als alles was man aus Deutschland oder den USA kennt, bleibt aber auch trotzdem zurückhaltend und wird nie spekulativ. Eine Szene ist in Deutschland zensiert: Der Anblick eines erigierten männlichen Geschlechtsteils kurz vor dem Dreh eines Pornos. XANADU ist sicher kein Mainstream, dafür ist die Serie zu sehr ‚Arthouse‘, aber für Serienliebhaber extravaganter und komplexer Kost, die mal was anderes als nur immer “Crime” sehen wollen, könnte dies eine Entdeckung sein.