Straw Dogs – Wer Gewalt sät – Special Uncut Edition [DVD] – Review – DVD-PALACE ® Home Entertainment

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Ein Review von Matthias Schmieder

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David (Dustin Hoffman) ist Mathematiker. Ein kühler Kopf. Und mit einem hat er ganz und gar nicht gerechnet: In dem idyllischen Dorf, in dem er und seine Frau (Susan George) Ruhe und Frieden suchen, wird seine Familie zum Opfer von Terror und Hass. Eine Gang stadtbekannter Schläger und Säufer demütigt ihn Tag für Tag. Die Ausschreitungen gipfeln in der Vergewaltigung seiner Frau. Als David seine Passivität endgültig aufgibt und einen geisteskranken Mörder vor der Lynchjustiz retten will, rottet sich der blutgierige Mob vor seinem Haus zusammen. Das Blatt wendet sich und Wut und Verzweiflung treiben den nüchternen Rechner in einen Blutrausch barbarischer Gewalt …

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Im Handel ab: 12.07.2007
Anbieter: Eurovideo Bildprogramm GmbH
Originaltitel: Straw Dogs
Genre(s): Thriller
Regie: Sam Peckinpah
Darsteller: Dustin Hoffman, Susan George, Peter Vaughan, T.P. McKenna, Del Henney, Jim Norton, Donald Webster, Ken Hutchison, Len Jones, Sally Thomsett, Robert Keegan, Peter Arne, Cherina Schaer, Colin Welland, David Warner
FSK: 16
Laufzeit: ca. 112 min
Audio: Deutsch: Dolby Digital 2.0 Surround Englisch: Dolby Digital 2.0 Surround
Bildformat: 16:9 (1.77:1) anamorph
Medien-Typ: 2 x DVD-9
Regionalcode: 2
Verpackung: Digipak mit Schuber
Untertitel: Keine Untertitel
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Dokumentation “Passion & Poetry: Sam Peckinpah’s Straw Dogs”
  • Audiokommentar von Filmhistoriker Michael Siegel
  • Animierte und mit Sound hinterlegte Foto-Galerien
  • TV- und Radio-Trailer
  • Super 8 Fassung und Trailer
  • Ausführliches Booklet
Zusatzinfos:
  • Limitierte Auflage im attraktiven Schuber
  • Bisher unveröffentlichtes Bonusmaterial
  • Nach über 20 Jahren nicht mehr indiziert
  • Infos zum Film bei der OFDb

    Infos zum Film bei der IMDb

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Die Neuauflage des jahrzehntelang umstrittenen Peckinpah-Klassikers präsentiert sich in einem anamorphen 1,77:1-Transfer und zeigt somit auf allen Seiten etwas mehr Bildinformationen als die amerikanische Citerion-Edition (Bildvergleich auf www.caps-a-holic.com), wenn auch das Originalformat von 1.85:1 nicht ganz erreicht wird. Die Bildqualität steht der Übersee-DVD zudem in nichts nach und bietet sogar eine etwas angenehmere Farbgebung. Die Farben wirken im direkten Vergleich etwas satter und kräftiger, was vor allem den Blautönen anzumerken ist. Die Schärfe geht für einen über 30 Jahre alten Film auf alle Fälle in Ordnung, obwohl es auch deutliche Schwankungen zu verzeichnen gibt. Details im Hintergrund werden somit zwar nur ganz selten detailliert herausgearbeitet – Nahaufnahmen wirken aber durchaus plastisch. Auch beim Kontrast legte man nochmals Hand an und meisterte den von der Citerion-DVD bekannten, leicht überschwänglichen Pegel etwas besser als die Konkurrenz. So sind zwar in dunklen Bildbereichen etwas weniger Nuancen zu erkennen, die Plastizität profitiert dadurch aber deutlich. Die Kompression arbeitet sehr ordentlich mit einer durchschnittlichen Bitrate von 6,87 Mbit/s und hinterlässt keine auffälligen Rückstände. Trotz des sichtbaren Einsatzes eines Rauschfilters, welcher technisch bedingt auch der Schärfe etwas zu Leibe rückt, sind noch immer erkennbare rauschende Strukturen wahrzunehmen. Das Ausgangsmaterial ist nicht gegen analoge Defekte und Verschmutzungen gefeit, weshalb an machen Stellen unter anderem leichte Streifenbildungen zu beobachten sind.

Insgesamt ist das Bild dieser EuroVideo-Neuauflage wirklich gut gelungen. In Anbetracht des Alters schrammt unsere Wertung nur ganz knapp an sieben Punkten vorbei. Dabei gilt es jedoch nicht zu vergessen, dass diese DVD neben der Citerion-Edition auf Grund der guten Qualität allen anderen Versionen weltweit vorzuziehen ist!

6von10-7450184  6 von 10 Punkten

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Die Special Uncut Edition bietet neben der deutschen Synchronisation auch den englischen Orginalton in Dolby Digital 2.0-Stereo. Aus tonaler Sicht ist die Performance leider eher ernüchternd. Zwar sind die Erwartungen an ein Werk dieses Alters nicht gerade hoch, zumal für den Aufbereitungsprozess oftmals nur noch mangelhaftes Ausgangsmaterial zur Verfügung steht, doch gerade vom Originalton hätte man sich etwas mehr „Klarheit“ erhoffen können. Die deutsche Synchronisation erweist sich zwar als solide, dennoch sind die Dialoge wesentlich zu dumpf und auch die Hochtonwiedergabe zu blechern. Im direkten Vergleich mit der besseren Originaltonspur fällt dies vor allem in Momenten mit Soundtrackwiedergabe auf. Während sich die Sprache der deutschen Variante zu sehr im Vordergrund manifestiert, bleibt der englische Track in dieser Disziplin wesentlich zu leise. Dynamisch kann keine der beiden Tonspuren Akzente setzten.

4von10-2942205  4 von 10 Punkten

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Die Special Uncut Edition kommt neben der Film-Disk zusätzlich mit einer Bonus-DVD, welche sich zusammen mit einem toll gestalteten 14-seitigem Booklet in einem Schuber befinden. Das Menü wurde eher schlicht animiert, gefällt aber durch seine einfache Strukturierung. Bis auf den mit vielen Hintergrundinformationen gespickten Audiokommentar mit Filmhistoriker Mike Siegel aus dem Jahr 2007 befinden sich alle weiteren Boni auf der eigens dafür angefertigten DVD.

Zunächst hat man die Möglichkeit, die neu produzierte, knapp 40 Minuten dauernde Dokumentation „Passion & Poetry: Sam Peckinpah’s Straw Dogs“ zu betrachten, welche sich hauptsächlich um den Regisseur und dessen vielfältige Arbeit an diversen Filmprojekten dreht. Weiterhin sind vier kurze Featurettes (18 Minuten) auf der DVD zu finden, die etwas mehr auf den Film STRAW DOGS eingehen als die Dokumentation zuvor. Spannend anzusehen sind auch die sieben verschiedenen TV-Spots und Trailer des Filmes. Für Nostalgiker ist noch eine 84-Minuten dauernde Super-8 Fassung des Werkes auf der DVD zu finden.

Insgesamt erkennt man, dass keine Mühe gescheut wurde, diese Special Uncut Edition auch mit gutem Bonusmaterial auszustatten. Die Thematik ist zwar sehr stark auf den Regisseur fixiert und hätte durchaus etwas mehr Informationen über den Film enthalten können – aufschlussreich und interessant sind die gezeigten Beiträge aber dennoch.

6von10-7450184  6 von 10 Punkten

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Technisches Fazit:  5von10-3196205  5 von 10 Punkten

STRAW DOGS (1971) gehört zu den umstrittensten (Mainstream-)Werken der 70er-Jahre und hatte es durch seinen, zu diesem Zeitpunkt, außerordentlich hohen Gewaltfaktor in vielen Ländern enorm schwierig in seiner ursprünglichen Fassung eine Freigabe zu erwirken. Vielerorts wurde das gesellschaftskritische Peckinpah-Werk geschnitten veröffentlicht – in Deutschland wurde es sogar auf den Index gesetzt.

Dabei ist Sam Peckinpahs erstes großes Filmprojekt außerhalb des Western-Genres wesentlich mehr als seine propagierte drastische Härte. Durch seine unkonventionelle Art der Regieführung schaffte es Peckinpah seine Schauspieler trotz vieler kontroverser Szenen sowie einigem Ärger zu Höchstleistungen zu treiben und somit eine verstörende Glaubwürdigkeit auf die Leinwand zu bannen. Die Darstellungen von Dustin Hoffman und Susan George sind hervorragend und erschreckend zugleich, denn niemals stellt man als Zuschauer auch nur Ansatzweise die Motivation der Charaktere in Zweifel.

WER GEWALT SÄT (1971) ist eines der besten Peckinpah-Werke und sollte in keiner gut sortierten Sammlung fehlen.

Die ungeschnittene Neuauflage von EuroVideo schlägt sich im internationalen Vergleich tapfer und macht den teuren Import der US-Citerion-Edition eigentlich unnötig. Die Bildqualität ist in Anbetracht des Alters sehr gut gelungen, nur beim Ton hätte man sich eventuell etwas mehr erhoffen können. Das neu produzierte Bonusmaterial bietet spannende Einblicke, hätte sich aber etwas stärker auf den Film konzentieren sollen.

Subjektive Filmwertung: 9 von 10 überspannte Nervenfäden