Wal Mart – Der hohe Preis der Niedrigpreise 29.05.2006

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Ein Review von Danny Walch

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Schlechte Arbeitsbedingungen bei Billigdiscountern sind keine deutsche Erfindung. Amerikanischer Vorreiter ist der Wal Mart Konzern, ein Unternehmen das für das permanente Verbreiten von Guter Laune in seinen Supercentern steht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Discountern die nur über ein eingeschränktes Warenangebot verfügen, bietet Wal-Mart ein Vollsortiment. Dies macht den hohen Anreiz für den Kunden aus. Wie es hinter den Kulissen aussieht hat sich jetzt der amerikanische Dokumentarfilmer Robert Greenwald angeschaut. Sein 97 minütiger Film ist eine Abrechnung mit den Praktiken des multinationalen Konzerns. „Wal Mart – The High Costs of Low Price“ heißt die Dokumentation, Uraufführung in Deutschland ist auf der diesjährigen Berlinale. Greenwald zeigt schonungslos die Schattenseiten von Niedrigpreisanbietern für die Angestellten und für die Kommunen. In den USA hat dieser Film ein erhebliches Aufsehen erregt und dazu geführt, dass eine öffentliche Diskussion über den Konzern in Gang gekommen ist. Kombiniert wurden die landesweiten Filmvorführungen mit Events und Aktionen von Anti-Wal-Mart-Aktivisten. Mittlerweile hat der Supermarktgigant schon Wirkung gezeigt und selbst eine Gegenkampagne in Gang gesetzt. Die kritische Debatte über die zerstörerischen Folgen globaler Konzerne wird dies sicherlich noch fördern.

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Im Handel ab: 27.04.2006
Anbieter: e-m-s
Originaltitel: Wall-Mart: The High Cost Of Low Price
Genre(s): Dokumentation
Regie: Robert Greenwald
Darsteller: James Cromwell, Jordan Esry, Scott Esry, Frances Fisher, Stan Fortune, Rev. James Lawson, Julie R. Lee, Weldon Nicholson, Donna Payton, Dane Ritter, Laura Tanaka
FSK: 12
Laufzeit: ca. 100 min
Audio: Deutsch: Dolby Digital 2.0 Stereo
Englisch: Dolby Digital 2.0 Stereo
Deutsch: DTS 5.1
Bildformat: 16:9 (1.78:1) anamorph
Medien-Typ: 1 x DVD-9
Regionalcode: 2
Verpackung: Amaray Case
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Behind the Scenes
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb

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Das anamorphe 1,78:1-Bild der Dokumentation steht und fällt mit den verschiedenen Quellen des verwendeten Materials. Da gibt es verpixelte Internetstreams, Überwachungskamera- oder Archivaufnahmen. Die Interviews mit den Beteiligten sowie die extra für WAL MART gedrehten Aufnahmen dagegen machen einen durchweg sehr guten Eindruck. Die Schärfe kann überzeugen und Rauschen gibt es kaum, wenngleich man auf homogenen Flächen oftmals leichte Artefaktbildung erkennen kann. Bewegungen ziehen nur minimal nach. Somit wird deutlich, dass man den Film sorgfältig von NTSC nach PAL gewandelt hat. Bei SUPERSIZE ME von Paramount sah das damals ganz anders aus. Der Transfer wirkt klar und plastisch, was auch durch die natürlichen Farben sowie einen angenehmen Kontrast unterstützt wird.

7 von 10 Punkten

revimg_ton-2427116Drei Tonspuren befinden sich auf dem Silberling: Während die beiden Stereo-Tracks in Deutsch und Englisch den Originalmix beinhalten, hat e-m-s zusätzlich einen DTS-Track in ersterer Sprache anfertigen lassen, dessen Nutzen von eher zweifelhafter Natur ist, zumal er viel leiser klingt als die 2.0-Spuren.

Immerhin wurden ab und zu Umgebungsklänge auf den rückwärtigen Bereich gelegt, so dass dieser Mehrkanalton trotzdem die beste Wahl darstellt. Die Verständlichkeit des deutschern Voice Over-Sprechers zeigt sich exzellent, dem steht der des Originals jedoch in Nichts nach. Auch die allgemeine Klangqualität wirkt mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen, Mitten und Bässen sehr gut. Auf Subwoofereinsatz muss man genrebedingt aber verzichten.

6 von 10 Punkten

revimg_bonus-9294427WAL MART – DER HOHE PREIS DER NIEDRIGPREISE wurde von e-m-s mit optionalen deutschen Untertiteln ausgestattet. Im Hauptmenü erwartet den Zuschauer danach eine Trailershow mit acht mehr oder weniger interessanten Titeln.

Anschließend heizt der recht aggressive Originaltrailer die Stimmung an, bevor Regisseur Robert Greenwald selbst im Behind the Scenes-Feature Tacheles redet. Nach einer kurzen Einführung sieht man ihn und sein Team bei der Lagebesprechung. Eben diese Mitarbeiter kommen dann in kurzen Statements zu Wort und berichten, wie schwierig die Dreharbeiten waren, weil die Wal-Mart-Angestellten trotz haarsträubender Geschichten zu verängstigt waren, um vor die Kamera zu treten. Zudem darf der Zuschauer hinter die Kulissen der Aufnahmen der interviewten Personen blicken. Zum Schluss wartet ein Feature namens “Ein Werbespot entsteht” auf den Zuschauer, welches eine Art Making Of der parodistisch angelegten TV-Spots von WAL MART darstellt. Diese befinden sich leider nicht auf der DVD! Dafür liegt in der Hülle noch ein Booklet mit weiteren Informationen über den Film.

3 von 10 Punkten

revimg_fazit-6466541Technisches Fazit:    6 von 10 Punkten

WAL MART – DER HOHE PREIS DER NIEDRIGPREISE ist eine Dokumentation von Robert Greenwald (OUTFOXED) über den Mega-Konzern Wal Mart. Im Gegensatz zu den Werken von Michael Moore geht es hier weniger um die Selbstdarstellung ihres Schöpfers (wobei das nicht negativ gemeint ist), sondern Fakten und tragische Geschichten, wie ein Konzern das Leben der Menschen in seinem Einflussbereich negativ beeinflusst. Dabei kommen fast alle Aspekte zur Sprache: der kleine Hardware-Store des Ortes, welcher wegen der übermächtigen Konkurrenz Pleite geht, Arbeitszustände in den USA sowie chinesischen Fabriken, die Verbrechensrate auf Wal Mart-Parkplätzen oder auch Umweltverschmutzung.

WAL MART zeigt dabei viele Geschichten einzelner Personen und versorgt den Zuschauer in regelmäßigen Abständen mit den obligatorischen Statistiken und Zahlenkolonnen. Auf Grund der weniger reißerischen und unspektakuläreren, distanzierteren Berichterstattung wirkt der Film zwar etwas trockener als die erwähnten Moore-Dokumentationen, verfehlt seine Wirkung dennoch auf keinen Fall.

Die DVD von e-m-s zeigt WAL MART in einer genretypischen, guten Bild- und Tonqualität. Extras sorgen nach Filmende für ein paar Minuten weiterer Beschäftigung mit dem Thema.

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