Sin City [DVD] – Review – DVD-PALACE ® Home Entertainment

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Ein Review von Matthias Schmieder

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Willkommen in Sin City! Diese Stadt begrüßt die Harten, die Korrupten, die mit den gebrochenen Herzen. Einer von ihnen ist Marv (Mickey Rourke), ein riesiger Schlägertyp, der für eine einzige Nacht das Glück in den Armen einer Frau findet. Am Morgen liegt sie ermordet neben ihm und Marv sinnt auf Rache – um jeden Preis. Dwights (Clive Owen) Problem ist Jackie Boy (Benicio Del Toro), der psychopathische Ex-Lover seiner Geliebten, den er aufhalten muss. Für John Hartigan (Bruce Willis) bleibt nur noch eine Stunde, bis der letzte aufrichtige Cop von Sin City seine Marke abgibt. Doch davor gilt es noch, ein kleines Mädchen aus den Fängen eines Perversen zu retten und ihm die Waffen abzunehmen – alle Waffen.


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Im Handel ab: 15.12.2005
Anbieter: Buena Vista Home Entertainment
Originaltitel: Sin City
Genre(s): Action
Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino
Darsteller: Jessica Alba, Devon Aoki, Alexis Bledel, Powers Boothe, Cara D. Briggs, Jude Ciccolella, Jeffrey J. Dashnaw, Rosario Dawson, Jesse De Luna, Benicio Del Toro, Jason Douglas, Michael Clarke Duncan, Tommy Flanagan, Christina Frankenfield, Rick Gomez, Carla Gugino, Josh Hartnett, Arie Verveen, Rutger Hauer, David H. Hickey, Evelyn Hurley, Greg Ingram, Nicky Katt, Jaime King, Helen Kirk, Michael Madsen, Nick Offerman, Ethan Maniquis, Jason McDonald, John McLeod, Clark Middleton, Frank Miller, Brittany Murphy, Iman Nazemzadeh, Lisa Marie Newmyer, Tommy Nix, Clive Owen, Marco Perella, Sam Ray, Randal Reeder, Mickey Rourke, David Alex Ruiz, Ryan Rutledge, Marley Shelton, Jeff Schwan, Korey Simeone, Nick Stahl, Paul T. Taylor, Scott Teeters, Ken Thomas, Rico Torres, Makenzie Vega, Patricia Vonne, Shaun Wainwright-Branigan, Chris Warner, Bruce Willis, Elijah Wood, Danny Wynands, J.D. Young, Chelsea Bulte, Penny Drake, Lauren-Elaine Edleson, Natalie Hess, Ashley Moore, Sherrell Murphy-Ramos, Katherine Willis
FSK: Keine Jugendfreigabe
Laufzeit: ca. 119 min
Audio: Deutsch: Dolby Digital 5.1 Englisch: Dolby Digital 5.1 Spanisch: Dolby Digital 5.1 Französisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9 (1.85:1) anamorph
Medien-Typ: 1 x DVD-9
Regionalcode: 2
Verpackung: Amaray Case
Untertitel: Englische Untertitel für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Griechisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Blick hinter die Kulissen mit Cast und Crew
Zusatzinfos:
  • Amerikanische Filmseite: video.movies.go.com/sincity
  • Deutsche Filmseite: www.movie.de/filme/sincity
  • Infos zum Film bei der OFDb

    Infos zum Film bei der IMDb

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Die deutsche Veröffentlichung von SIN CITY aus dem Hause Buena Vista bietet einen wirklich grandiosen anamorphen 1.85:1-Transfer. Der ganz spezielle Look des vollständig digital entstandenen Films wird auf atemberaubende Art und Weise auf die Leinwand/den Bildschirm transportiert. Das vorwiegend in ein abstraktes Schwarz/Weiß getauchte Bild besticht durch einen brillanten Schwarzwert und einen enormen, fast schon zu hoch erscheinenden Schärfepegel, welcher die nicht enden wollende Detailvielfalt geradezu übernatürlich aussehen lässt. Die so entstehenden messerscharfen Kanten und der stellenweise stark überschwängliche Kontrast verschaffen dem Film den wohl außergewöhnlichsten und zugleich authentischsten Comic-Look der Filmgeschichte. Erfreulich ist auch, dass der sehr sensible Kontrastwert niemals außer Kontrolle gerät, wie man es zuvor bei der RC-3-DVD beobachten konnte. Absolut referenzverdächtig ist dabei die Farbgebung, auch wenn das bei einem Film, der zu über 90 Prozent aus Schwarz/Weiß-Szenen besteht, schwer vorstellbar sein mag. Doch Dwights rote Schuhe, Goldies leuchtend goldenes Haar und die gelb-orange schimmernde Haut des Creeps fressen sich geradezu in die Netzhaut des Zuschauers. Durch die strahlend grelle Farbgebung wirken sie wie Fremdkörper auf der Leinwand und verhelfen vielen Szenen zu einer unglaublichen Intensität. Da der Film komplett am Computer entstand, braucht man sich über analoge Fehler wie Verunreinigungen oder gar Beschädigungen keine Sorgen machen. Doch auch digitale Artefakte, wie durch zu hohe Kompression verursachtes Blockrauschen oder gar Dropouts, lassen sich über die gesamte Spielzeit nicht feststellen. Die Kompression arbeitet dezent im Hintergrund und macht sich auch bei schwierigen Szenen niemals bemerkbar. Eine perfekte Performance, die mit userem Award belohnt wird!

10von10-9548831  10 von 10 Punkten

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Mit vier Dolby Digital 5.1-Tonspuren in Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch steht eine große Auswahl zur Verfügung. Glücklicherweise ist die Qualität aller Tracks derart gut, dass man die Vielfalt nicht zu bereuen braucht.

Von der ersten Szenen an werden alle Lautsprecher in die atmosphärische Ambienz perfekt eingebunden. Der treibend düstere Score vermischt sich mit allerhand Umgebungsgeräuschen, was für eine stark diffuse Surroundkulisse sorgt. Der Wechsel zwischen filigranen Filmakten und brachialen Effekt- und Tieftonereignissen bietet reichlich Abwechslung und kann durch tolle Dynamikeigenschaften mehr als überzeugen. Dialoge sind auch in actionreichen Sequenzen gut zu verstehen, werden jedoch meist nur vom Center wiedergegeben. Als echte Soundhighlights sollten auf jeden Fall sowohl die Flucht von Marv vor den Polizisten, als auch das Feuergefecht bei den Gruben erwähnt werden. Hier würde man am liebsten selbst in Deckung gehen, denn die unzähligen Kugeln scheinen den Körper des Zuhörers nur knapp zu verfehlen, um direkt dahinter ohrenbetäubend in allerlei Gegenstände einzuschlagen.

Einen Unterschied zwischen den verschiedenen Tonspuren gibt es im Grunde nicht. Lediglich die üblichen Abweichungen bei der Dialogwiedergabe sind festzustellen. Während sich die deutsche Synchronisation immer im Vordergrund zu behaupten weiß, klingen sowohl die Originalsprache als auch die beiden anderen Audio-Tracks unwesentlich leiser. In Sachen Dynamik und Ambienz sind alle Tracks jedoch ebenbürtig.

10von10-9548831  10 von 10 Punkten

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Es ist kaum zu glauben: Da wird man von einem wirklich toll animierten Menü begrüßt und alles, was man darin findet, ist ein knapp neun Minuten dauernder Blick hinter die Kulissen, in welchem man wirklich nur das Nötigste erfährt. Charaktere werden, genau wie deren Schauspieler, im Sekundentakt vorgestellt. Es sind einige Filmausschnitte und Interviewfetzen mit Frank Miller, Quentin Tarantino und Robert Rodriquez zu sehen – doch das war es dann auch schon. Insgesamt macht das Feature Lust auf mehr Informationen – die gibt es jedoch leider nicht! Buena Vista macht hier keinen Hehl daraus, dass es in naher Zukunft wohl eine Special Edition des Filmes geben wird, denn diese „Vanilla Disc“ bietet wirklich gar nichts.

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Technisches Fazit:  8von10-8241465  8 von 10 Punkten

Anfang der 90er Jahre standen die Sterne für Robert Rodriguez günstig. Mit extrem geringem Budget, schlechter Ausstattung und zweitklassigen Schauspielern, aber einer abgedrehten Story, machte sich der Jung-Regisseur daran, den Film EL MARIACHI zu inszenieren. Was niemand für möglich gehalten hätte, wurde zur Wirklichkeit – der Film schaffte es zum Riesenerfolg. Drei Jahre später und um etliche Erfahrungen reicher verfilmt er die Story ein zweites Mal – wie sich später herausstellt, mit noch wesentlich größerem Hit. DESPERADOS wird zum Kultfilm einer Ära und macht Robert Rodriguez zur Hoffnung vieler Cineasten. Gemeinsam mit seinem guten Kumpel Quentin Tarantino arbeitet er an einige Projekten, landet im Jahr 2001 mit dem Film SPY KIDS und dessen Fortsetzungen aber in der Kommerzfalle. Auch der Ausbruchsversuch durch ONCE UPON A TIME IN MEXICO scheitert kläglich, weshalb ihn viele vorzeitig abschreiben. Doch 2005 beweist er durch SIN CITY, dass in ihm noch immer ein Visionär und erstklassiger Regisseur steckt.

Frank Millers SIN CITY war bis letztes Jahr nur wenigen eingefleischten Comic-Fans bekannt, denn die Kurzgeschichten rund um die Stadt Basin City sind alles andere als Standard oder Mainstream. Aus diesem Grund war es für Miller auch unvorstellbar, seine Vorlage jemals verfilmen zu lassen, denn die von ihm erschaffene Welt war viel zu zynisch, politisch unkorrekt und um Längen zu brutal für eine Filmadaption im herkömmlichen Sinne. Robert Rodriguez musste ganze Arbeit leisten, um den Comic-Zeichner von seinem Vorhaben zu überzeugen; doch glücklicherweise gelang es ihm, Miller für das Projekt zu begeistern.

Es ist schwer vorstellbar, dass es nicht mal ein Skript für den Film gab. Rodriguez nahm Millers Comics als Storyboardvorlage und erschuf damit sein Werk. Das Resultat ist unkonventionell, extravagant, düster und extrem brutal – genau wie die Comics. Der Look aus Schwarz/Weiß-Optik und vereinzelten farbigen Objekten lässt den Film tatsächlich wie einen zum Leben erweckten Comic erscheinen – alleine die Sprechblasen fehlen für eine perfekte Illusion. Die Story ist dabei so einfach wie innovativ. SIN CITY ist keine normale Stadt, in ihr herrschen Anarchie und Amoral. Wer am schnellsten schießt und am skrupellosesten handelt, überlebt. Außer Nutte, Stripperinn, Tänzerinn und Bardame scheint es in der Stadt keine lukrative Beschäftigungsmöglichkeit für die weiblichen Mitmenschen zu geben. Die an den Film-Noir angelehnte düstere Optik verhilft zu einem fast surrealen Erlebnis des Zuschauers. Man wird förmlich in den Sumpf aus Zynismus und Gewalt hineingezogen, bis man schließlich abstumpft und zum willenlosen Voyeur mutiert. Gewalt ist zelebriertes Stilmittel; im Minutentakt folgen dicht aufeinander exzessive Goredarstellungen – Köpfungen, Kastrationen und Kannibalismus sind hierbei lediglich die Spitze des gerade noch Erträglichen. Der Film zählt nur sehr wenige Dialoge, das Meiste spielt sich im Kopf des Protagonisten ab. In Form von erzählenden, inneren Monologen wird die Handlung vorangetrieben. Die Geschichte läuft dabei nicht in einem linearen Rahmen ab. Immer wieder findet ein Wechsel von Ort und Zeit statt, was der Spannung und Dramaturgie glücklicherweise keinerlei Abbruch tut.

Der Vorspann des Filmes liest sich wie das Who-Is-Who Hollywoods. Bruce Willis, Mickey Rourke, Benicio Del Toro, Elijah Wood, Michael Madsen, Clive Owen und viele weitere namhafte Schauspieler treten sich in der Stadt aus Sünde und Gewalt gegenüber. Besonders beeindruckend sind dabei die Leistungen von Mickey Rourke (Marv) und Bruce Willis (Hartigan), deren Film-Charaktere verblüffend gut zu ihnen passen. Es scheint gerade so, als hätte Frank Miller bei seinen Zeichnungen die beiden Darsteller als Vorlage herangezogen. Für Mickey Rourke kam SIN CITY genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Schauspieler geriet in den letzten Jahren immer weiter auf den absteigenden Ast, doch nun meldet er sich mit einem Paukenschlag zurück.

Comic-Verfilmungen gehören seit wenigen Jahren zum festen Standbein Hollywoods, so gab es einige gute, aber auch viele schlechte Adaptionen zu bestaunen. SIN CITY spielt jedoch in einer ganz anderen Liga. Die Inszenierung gehört zum Außergewöhnlichsten, was man in den letzten zehn Jahren zu sehen bekam. Sicherlich ist der Film nicht geeignet für abendliche Kuscheleinlagen und nervöse Mägen, doch kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es sich hierbei um einen potentiellen Kultfilm handelt, der mit Sicherheit noch lange Gespräche nach sich ziehen wird. Einfach ganz großes Kino! Die DVD-Umsetzung ist dem Film in fast allen Belangen würdig. Die Bildqualität entpuppt sich als geradezu perfekt und die basstreibenden Tonspuren verlangen Alles vom heimischen Boxensystem. Lediglich bei den Extras sieht es sehr mau aus, doch die Special Edition steht wohl schon in den Startlöchern und wird wohl auch den im Dezember in den USA erscheinenden RECUT & EXTENDED CUT des Filmes beinhalten.

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Und das meinen unsere Kollegen…
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Fazit: 4/5
“Sin City” selbst ist einer der Filme, die man entweder liebt oder hasst. Mit seinen bis ins Letzte durchgestylten Bildern, die sich unglaublich dicht an die Comicvorlage halten, hat er sich ins Herz und die Sammlung vieler DVDs-Fans geschlichen. Und dies wohl nicht ganz unberechtigt, denn auch das Staraufgebot stimmte bei diesem Film. Und während man bei diesen eindrucksvollen Bildern als Fan ged […]
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