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 6910  Review zu: Zwei Brüder - Deluxe Edition 04.07.2005
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Ein Review von Michael Holland



Die beiden Tigerbabys Kumal und Sangha verbringen eine unbeschwerte Kindheit zwischen Tempelruinen im asiatischen Dschungel - bis sie das Schicksal voneinander trennt: Der Kunsträuber Aidan McRory dringt in die Idylle ein, erschießt den Tiger-Vater und nimmt Kumal bei sich auf. McRory schließt den draufgängerischen kleinen Tiger in sein Herz, trotzdem verkauft er ihn an einen Zirkus.

Inzwischen gerät auch der schüchterne Sangha in Gefangenschaft und wächst als Spielkamerad des Gouverneurs-Sohns Raoul auf. Doch nach einem Unfall gerät Sangha in die Hände eines skrupellosen Mannes, der wilde Tiger für grausame Wettkämpfe abrichtet und Sangha zu einer blutdurstigen Bestie erziehen will. Ein Jahr später treffen die ausgewachsenen Brüder wieder aufeinander - als erbitterte Gegner eines öffentlichen Schaukampfes.

Aus dem einst so mutigen Kumal ist ein gedemütigtes Zirkustier geworden, der ehemals sanftmütige Sangha hingegen wird zunehmend bösartiger. Nun sollen sich die Tiger in der Arena vor einer großen Zuschauermenge bis aufs Blut bekämpfen. Doch die Brüder erkennen sich wieder und besinnen sich auf ihre Familienbande. Wird den majestätischen Tieren die gemeinsame Flucht zurück in ihre Heimat, den Dschungel, glücken?

Cover Zwei Brüder - Deluxe Edition
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Im Handel ab:11.04.2005
Anbieter: Universum Film
Originaltitel:Two Brothers
Genre(s): Abenteuer
Regie:Jean-Jacques Annaud
Darsteller:Guy Pearce, Jean-Claude Dreyfus, Freddie Highmore, Oanh Nguyen, Philippine Leroy-Beaulieu, Moussa Maaskri, Vincent Scarito, Maï Anh Le, Jaran Phetjareon, Stéphanie Lagarde, Bernard Flavien, Annop Varapanya, David Gant, Teerawat Mulvilai, Somjin Chimwong, Nozha Khouadra, Sakhorn Pring, Jerry Hoh, Juliet Howland, Caroline Wildi, Thavirap Tantiwongse, Bô Gaultier de Kermoal, Delphine Kassem, Alan Fairairn, Thomas Larget, Hy Peahu, Luong Ham Chao, Tran Hong, Chea Iem, Ngo Qui Yen, Mathias Ghiap, Luong Hoan, Saïd Serrari, Gerard Tan, Xavier Castano, Suban Phusoi, Christophe Cheysson
FSK:6
Laufzeit:ca. 101 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Deutsch: DTS 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Englisch: DTS 5.1
Bildformat:16:9 (2.35:1) anamorph
Medien-Typ:2 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Digipak
Untertitel: Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Englisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Trailer von anderen Filmen
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Interviews
  • Anti-Piraterie-Trailer auf der DVD vorhanden
  • Audiokommentar von Jean-Jacques Annaud
  • Animierte Fotogalerien
  • Internationale Poster
  • Featurettes
  • Dokumentation über Tiger
  • Storyboard-Vergleiche
  • Dreharbeiten
  • Special FX
  • Vergleich HD- und 35mm-Aufnahmen
  • TV-Spot (D/E)
  • Videoclip
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb


Was Universum hier in Sachen Bild auf die Beine gestellt hat, verdient nahezu uneingeschränkten Respekt: Das beginnt beim Kontrast, welcher sogar mit den schwierigen Lichtverhältnissen im Dschungel spielend fertig wird und sich - abgesehen von sehr selten auftretendem leichten Überstrahlen heller Flächen - niemals eine Blöße gibt. Auch die Farben überzeugen jederzeit. Okay, vielleicht wäre etwas mehr Leuchtkraft wünschenswert gewesen, doch der aus natürlichen Tönen wie Grün oder Braun resultierende erdige Look passt hervorragend zum Ambiente.

Rein gar nix zu bemängeln gibt es dagegen am Schwarzwert und der Schärfe. Letztere bewegt sich stets auf weit überdurchschnittlichem Niveau und erzielt teilweise sogar einen echten 3D-Effekt, wobei die Barthaare der Tiger quasi einzeln abgezählt werden können. In guter Erinnerung bleibt darüber hinaus das völlige Fehlen von Verschmutzungen, Kratzern oder Dropouts, selbst wenn dieses angesichts des geringen Alters der Vorlage nicht überrascht.

Wer unbedingt meckern will, findet bei böswilligem Suchen mit der Lupe zwar gelegentlich leichte Nachzieheffekte; auch kaum wahrnehmbares Rauschen sowie dazugehörige stehende Muster sind hin und wieder auszumachen. Aber zur ernsthaften Abwertung führen diese marginalen Mängel nicht. Weswegen es letztlich acht Punkte gibt, allerdings mit deutlicher Tendenz nach oben.

Bewertung  8 von 10 Punkten




Gleich vier qualitativ sehr hochwertige Tonspuren stellen den Zuschauer vor die Qual der Wahl. Wer sich da zunächst für den deutschen Track in Dolby Digital 5.1 entscheidet, stellt schnell fest: Hier wird immer etwas geboten! Ein unglaublich reiches Klangbild verteilt sich so harmonisch wie stimmungsfördernd auf sämtliche Lautsprecher und lässt nicht allein den Soundtrack aus allen Ecken erschallen; zusätzlich zirpen Grillen, plätschern Flüsse oder zwitschern Vögel. Man wähnt sich teilweise tatsächlich mitten im Dschungel. Außerdem sorgen schwirrende Pfeile oder abgefeuerte Kugeln für so manche Positionsveränderung, was die Ohren zusätzlich erfreut. Periodisch eingestreute akustische Highlights, wie das Brüllen der Tiger in einer Höhle, runden den brillanten Gesamteindruck ab. Dialoge hinterlassen dagegen einen leicht sterilen Eindruck, sind dafür jedoch jederzeit hervorragend zu erfassen.

Das englische Original in DD 5.1 steht dem beschriebenen Sounderlebnis nicht nach, sondern ist sogar noch einen Tick basslastiger. Zudem wurden Stimmen "tiefer" in das tonale Umfeld integriert, was zwar für mehr Realismus sorgt, aber andererseits leider ihre Verständlichkeit erschwert.

Über die beiden DTS-Spuren (wiederum Deutsch/Englisch) sei abschließend gesagt, dass sie neben einem generell helleren und lauteren Klang auch besser aufgelöst wirken, was vor allem Umgebungsgeräusche etwas klarer hervorhebt, ohne sie aufdringlich erscheinen zu lassen. Abgesehen von ihrer allgemeinen Hochwertigkeit haben allerdings alle vier Tracks ebenfalls ein kleines Manko gemeinsam - irgendwie fehlt das letzte Quäntchen Druck, um auf ganzer Linie zu überzeugen. Deshalb erhält der Ton letztlich "nur" neun Punkte.

Bewertung  9 von 10 Punkten




Auf der ersten Scheibe findet sich neben durchgängig animierten und soundunterlegten Menüs die beliebte Trailershow. Außerdem kann ein Audiokommentar des Regisseurs angewählt werden. Darin erzählt Jean-Jacques Annaud sehr informativ über nahezu alle Aspekte der Filmentstehung und weiß seinen Bericht immer wieder mit amüsanten Details aufzulockern. So ist beispielsweise zu erfahren, dass Sangha sich Hals über Kopf in eine Giraffe aus Plüsch verliebte. Auffällig zudem Annauds Bindung zu den Tieren: Neben emotionalen Anwandlungen à la "Der kleine Tiger verhielt sich instinktiv. Er war traurig, weil sein Freund Guy Pearce durch die Stofftür aus dem Zirkus verschwand" ist es ihm stets wichtig zu betonen, dass keiner der animalischen Darsteller Schaden erlitt. Selbst ein im Zuge einer Action-Szene schwer gebeutelter Goldfisch "fristet jetzt ein ruhiges Dasein bei meinem Skriptgirl".

So hochklassig der Kommentar also ist - ihr wahres Potenzial entfaltet die Deluxe Edition erst nach Einlegen der Bonus-DVD. Im dortigen Menü (ebenfalls animiert und durch Sound veredelt) wartet zunächst "Jean-Jacques Annaud & die Tiger" auf Entdeckung der folgenden Unterpunkte:

Bei "Jean-Jacques Annaud über die Dreharbeiten mit den Tigern" (02:45) handelt es sich quasi um einen Mix aus Filmszenen und kommentiertem Behind the Scenes-Material, der meist allerdings eher wie ein Trailer wirkt.

Wesentlich interessanter kommt "Jean-Jacques Annaud: Storyboard-Vergleich" daher. Über 23 Minuten verteilt, werden hier insgesamt zwölf Szenen ihren Entwürfen gegenübergestellt - und zwar mit Kommentar des Regisseurs.

"Die Tiger-Babys Kumal und Sangha" (18:47) zeigt dann zwei der putzigsten Filmszenen im ersten vollständigen Rohschnitt, also viel länger, und beobachtet anschließend die beiden kleinen Katzen beim Toben. Nicht sonderlich erhellend, aber unglaublich knuffig!

Für echten Mehrwert in Sachen Wissen sorgt dafür "Alles über Tiger" (46:15). Einem ansprechenden audiovisuellen Konzept folgend, von wunderbaren Bildern aus freier Wildbahn getragen und mit der angenehmen Stimme des menschlichen ZWEI BRÜDER-Protagonisten Guy Pearce unterlegt, trägt diese Dokumentation ihren Namen völlig berechtigt. Egal, was man schon immer über Tiger erfahren wollte - die Antwort findet sich hier.

Zurück im Hauptmenü, stehen fünf Interviews zum Abruf bereit. Insgesamt 31 Minuten lang plaudern Regisseur, Tiertrainer, WWF-Vertreter und Hauptdarsteller über ihre Sicht auf das Werk, dessen vielfältige Hintergründe sowie persönliche Belange, was ebenfalls so ansprechend ist, dass jeder Blick lohnt. Zuletzt darf Lucy Diakovska von den "No Angels" ein paar Worte sagen und hat gleich noch den Videoclip (03:30) zum Titelsong "Where" im Gepäck. Kein zukunftsträchtiger Klassiker, aber besser als die Arbeiten ihrer Gruppe ist das Liedchen allemal.

Erneut die Hauptauswahl vor Augen, freuen sich Technik-Freaks über "Special Effects + Kamera". Die "Featurette: Special Effects mit Philippe Soerio (Artistic Supervisor Visual Effects)" zeigt achteinhalb Minuten lang beispielsweise, dass die erwachsenen Tiger während des Drehs meist nicht mit den Jungtieren gemeinsam aufgenommen wurden, oder erklärt die Funktionsweise von Matte-Painting. Spannend!

Wer die Schärfe seines Blickes testen möchte, sollte danach gleich noch das Extra "Kamera-Vergleich: 35 mm/High Definition" (02:06) anschauen.

Am Ende wären wir damit indes noch lange nicht, denn das nun folgende, fast 73 Minuten umfassende Making Of gliedert sich in volle sieben Einzelteile, nämlich...

"Drehorte" (18:40): Tempel, Dörfer und Naturschönheiten stehen hier im Mittelpunkt.

"Dekoration" (02:54): Erfahren Sie alles über nachgebaute Statuen und Probleme mit dem Kulturerbe!

"Casting/Dressur" (26:15): Welche Tiger eigneten sich für die zu besetzenden Rollen? Wie wurde die Sicherheit des Teams gewährleistet? Was war bei der Arbeit mit den Raubkatzen noch zu beachten?

"Dummies" (04:45): Wenn Tiger Menschen anfallen sollten, mussten Puppen her...

"Special Effects" (14:16): Wie der Name schon sagt, gibt es hier weitere Informationen über die visuellen Effekte bis hin zum Storyboard.

"Kostüm" (03:15): Zünftige Kleidung für den passenden Look!

"Musik" (02:37): Dieses Feature beobachtet den Komponisten und das Orchester bei ihrer Arbeit.

Dessen immer noch nicht genug, sind weiterhin je zwei Kinotrailer und TV-Spots (zusammen 05:14) im Angebot. Als letztes Extra harren schließlich vier musikuntermalte Bildergalerien der Entdeckung:

"Die Dreharbeiten" (49 Fotos, 03:32)

"Kambodscha" (59 Impressionen, 06:14)

"Ausstattung & Kostüm" (38 S/W-Aufnahmen und 23 Konzept-Zeichnungen, 04:27)

"Internationale Postergalerie" (sechs Motive, 0:35)

Eine kurze Addition ergibt im Fazit, dass wir es abzüglich der Trailershow mit sagenhaften 229 Minuten an qualitativ sehr beeindruckendem, vielfältigem und durchweg deutsch untertiteltem (sämtliche Trailer, Teaser und das Musikvideo ausgenommen) Bonusmaterial zu tun haben. Apropos: Der Hauptfilm bietet natürlich ebenfalls englische oder deutsche Untertitel, Letztere sogar für Hörgeschädigte. Unter Hinzuzählung des Audiokommentares wächst der oben errechnete Wert sogar auf exakt fünfeinhalb Stunden. Grund genug, der ZWEI BRÜDER - DELUXE EDITION neben der Höchstnote auch unseren Award zu verleihen.

Bewertung  10 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  9 von 10 Punkten


Menschen sind ja sooo berechenbar: Kaum setzt man ihnen ein Tigerbaby vor die Nase, greift das Kindchenschema (überproportionaler, hier noch durch Fledermausohren optisch vergrößerter Kopf, vorgewölbte Stirn, kleine Nase, riesige Augen, kurze Extremitäten), und sie schmelzen dahin wie Butter in der Sonne. Ein Rezept, auf das auch ZWEI BRÜDER setzt. Tatsächlich lässt man sich nur zu gern manipulieren und schaut mit breitem Grinsen zu, wie die beiden Minitiger um eine Kokosnuss balgen, Schmetterlinge haschen oder Bäume erklettern, um später nur mit Mühe wieder auf den Boden zu kommen.

Der Niedlichkeits-Faktor stimmt also zweifellos. Darüber hinaus ist die ökologische Botschaft, welche zum Respekt vor Mutter Natur nebst ihren Kindern aufruft und den Artenschutz, hier logischerweise speziell auf Tiger bezogen, thematisiert, natürlich ebenso richtig wie wichtig. Aus cineastischer Sicht muss sich Annaud allerdings den Vorwurf gefallen lassen, ziemlich schablonenhaft gearbeitet zu haben. Seine Schwarz-Weiß-Malerei mit den bedrohten Tieren einerseits und dem fiesen, gar bestialischen Menschen andererseits bewegt sich in sehr plakativen, manchmal schon stereotypen Gefilden. Hinzu kommt ein genereller Hang zum Schmalzigen - klar ist es irgendwie herzzerreißend, wenn die Tigermama ihren Sprößling aus einer Kiste retten möchte, wobei sich diese noch dazu auf einem fahrenden Laster befindet. Trotzdem nimmt das für's Finale verwandte Kitschaufkommen exorbitante und unnötige Züge an.

Aber sei es drum. Obwohl Annaud im direkten Vergleich zu seinem Meisterstück DER BÄR diesmal nur gefällige Standardkost abliefert, bleibt unter dem Strich immer noch ein nettes Märchen mit brillanten Bildern, etwas zu dick aufgetragenem Hintersinn und Staun-Garantie, an dem die ganze Familie ihre Freude haben dürfte. Dies natürlich umso mehr, da die Deluxe Edition ihrem Namen in jeder Hinsicht alle Ehre macht und ohne Abstriche empfohlen werden kann.




BIG X-TRA AWARD


© DVD-Palace Home Entertainment




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