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 8590  Review zu: Zatoichi - Der blinde Samurai 15.02.2005

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Ein Review von Matthias Schmieder



Im Japan des 19. Jahrhunderts befindet sich der blinde Zatoichi auf einsamer Wanderung durch ein Land, in dem Banden regieren und die einfache Bevölkerung mit roher Gewalt unterjochen. Seinen Lebensunterhalt verdient der strohblonde Mann mit dem auffallend blutroten Gehstock und den krummen O-Beinen mit Massagen und beim Glücksspiel. Wenn man ihn sieht, käme man nie auf die Idee, dass ausgerechnet er der gefährlichste und schnellste Schwertkämpfer Japans ist, dessen in seinem Gehstock versteckte Klinge absolut tödlich ist.

Auch die beiden Geishas O-Sei und O-Kinu reisen durch das Land, sie suchen den Mörder ihres Vaters, dessen Tod sie rächen wollen. Zatoichi und die beiden Geschwister steuern unwissentlich auf das selbe Dorf zu. Dort findet Zatoichi Unterschlupf bei der freundlichen älteren Tante O-Ume, die ihn bei sich Zuhause aufnimmt und bei einer Massage von dem Unglück berichtet, das ihr Dorf befallen hat: Die kompromisslose Ginzo-Gang kontrolliert die Straßen. Jeder, der sich den brutalen Schurken in den Weg stellt oder sich ihren Befehlen widersetzt, wird brutal ausgelöscht.

Die Macht der Ginzo-Gang wird noch stärker, als der Ronin Hattori mit seiner Frau O-Shino in dem Dorf auftaucht. Der einstmals mächtige Samurai befindet sich in einer Notsituation: Er hat seine Anstellung verloren und muss sich Sorgen um die Gesundheit seiner kränkelnden Frau machen. Also bietet er in der Gaststätte eines alten gebeugten Mannes an, seine Dienste als Leibwächter in den Dienst der Ginzo-Bande zu stellen - was diese buchstäblich unschlagbar macht.

Noch interessiert sich Zatoichi nicht für die Fehden, die das Dorf erschüttern. Er macht sich im Haushalt nützlich und sammelt amüsiert Informationen über die Dorfbewohner. Mit Frau O-Umes vertrauenswürdigem Neffen Shinkichi besucht Zatoichi den lokalen Spielsalon. Zunächst verfolgt der blinde Mann nur am Rande mit, wie eigentlich alle Anwesenden regelmäßig beim Würfelspiel verlieren. Schließlich greift er in das Spiel ein und gewinnt zum großen Staunen der Mitspieler bei jeder Wette. In der Gaststätte kommt es zu einem ersten Aufeinandertreffen von Zatoichi und Hattori. In den engen Räumlichkeiten gelingt es Zatoichi, den vermeintlich stärkeren Hattori unter den Augen des alten Kneipenbesitzers in Schach zu halten.

Mit Hattoris Hilfe kann die Ginzo-Gang ihre Macht noch ausweiten: Scheinbar beliebig werden Menschen auf der Straße angegriffen. Auch Zatoichi bleibt nicht verschont. Mit ein paar kurzen Schwerthieben stellt er allerdings klar, dass man ihm besser mit dem nötigen Respekt begegnen sollte. Zatoichi und Shinkichi treffen auf die beiden Geishas und lassen sich von ihnen verwöhnen. Wie immer "sieht" Zatoichi mehr als alle anderen: Er erkennt, dass O-Sei und O-Kinu zwar Geschwister sind, O-Sei aber tatsächlich ein in Geisha-Kleider gewandeter Mann ist. Die Geschwister erzählen Zatoichi ihre Geschichte. Sie berichten ihm von ihrem Wunsch, den Mörder ihres Vaters zu töten, der ihre Familie ins Unglück gestürzt und die beiden Geschwister in ihrer Notsituation in die Prostitution gezwungen hat. Um nicht voneinander getrennt zu werden und seine Schwester beschützen zu können, gibt sich O-Sei seither als Frau aus. Den einzigen Anhaltspunkt, den die Geschwister haben, ist ein Name, Kuchinawa, und der Hinweis auf eine Schlangentätowierung, die er trägt. Sie vermuten den Mörder unter den Bösewichten in der Stadt und schleichen sich deshalb bei dem Anführer Ogi ein, um ihn zu beseitigen. Er durchschaut ihren Plan. In letzter Sekunde kann Zatoichi, der sich nicht mehr aus dem Konflikt heraushalten kann, einspringen und sie retten. Ogi trägt eine verdächtige Schlangentätowierung. Im Glauben, er könne der Mörder des Vaters der Geishas sein, verfolgt Zatoichi ihn bis zum Strand. Dort tritt ihm Hattori entgegen - endlich wird sich entscheiden, wer der bessere Schwertkämpfer ist...

Cover Zatoichi - Der blinde Samurai
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Im Handel ab:12.01.2005
Anbieter: Eurovideo Bildprogramm GmbH / Concorde Home Entertainment
Originaltitel:Zatôichi
Genre(s): Action
Drama
Regie:Takeshi Kitano
Darsteller:Takeshi Kitano, Michiyo Ookusu, Gadarukanaru Taka, Daigorô Tachibana, Yuuko Daike, Tadanobu Asano, Yui Natsukawa, Ittoku Kishibe, Saburo Ishikura, Akira Emoto, Ben Hiura, Kohji Miura, Hideboh, Ron II, Suji, Noriyasu, Makoto Ashikawa, Edamame Tsumami, Kosuke Ohta, Yoshiyuki Morishita, Naomasa Musaka, Shoken Kunimoto, Daigaku Sekine, Koji Koike, Koji Kiryu, Taiki Kobayashi, Ayano Yoshida, Taichi Saotome, Kanji Tsuda, Ikki Goto, Yoshio Nakamura, Hiroaki Noguchi, Shinichi Nakatsu, Toru Yonezu, P. Man, Al Kitago, Omiya Nomatsu, Tsutomu Takeshige, Ganbino Kobayashi, Sammy Moremore Jr., Muhomatsu
FSK:16
Laufzeit:ca. 111 min
Audio:Deutsch: DTS 5.1
Deutsch: Dolby Digital 5.1
Japanisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat:16:9 (1.85:1) anamorph
Medien-Typ:1 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Amaray Case
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Trailer von anderen Filmen
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Produktionsnotizen: Takeshi Kitano über Zatoichi
  • Fotogalerie
  • Informationen zu Cast & Crew
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Das Bild der Concorde-DVD liegt im anamorphen 1,85:1 Format vor. Schon in der Eröffnungssequenz fallen die äußerst blassen Farben und deutliche Unschärfen entfernter Objekte auf. Zudem werden helle Bildanteile mit stark überstrahlenden Effekten versehen, was der Darstellung wohl einen klassischen Touch verleihen soll. Diese gewollte nostalgische Verfremdung bringt zwar die gewünschte Atmosphäre, lässt das Bild aber nicht im besten Licht erscheinen. Neben den schon genannten leichten Unschärfen kann auch der Kontrast an vielen Stellen nicht vollends überzeugen, zudem wurden die Daten etwas zu stark komprimiert, was zu leichtem Blockrauschen führt. Einzig Nahaufnahmen bieten plastische Strukturen, wenn auch etwas detailarm. Positiv zu erwähnen sind die nahezu rausch- und verschmutzungsfreien Aspekte des Bildes.

Leider macht es Takeshi Kitano den Concorde-Technikern mit seiner eigenwilligen Bildkomposition nicht ganz einfach, dennoch hätte man die Kompressionszange nicht so stark anziehen müssen! Das Bild schrammt somit knapp an sieben Punkten vorbei.

Bewertung  6 von 10 Punkten




Überrascht war ich, als ich das DTS-Logo auf der DVD erblickte, doch schon noch wenigen Filmminuten war klar, dass dieses nur kosmetischen Zwecken dient, denn ein Unterschied zur deutschen Dolby Digital 5.1 Tonspur ist nicht zu hören.

Die Soundkomposition kann durchaus überzeugen, so werden alle Lautsprecher permanent mit Signalen versorgt. Die Effektlautsprecher sind zwar zumeist nur mit dem Score bestückt, lassen diesen aber wohlklingend und differenziert im Hörraum erklingen. Direktionale Effekte gibt es kaum, dennoch werden vor allem Umgebungsgeräusche sehr plastisch dargestellt. Überzeugend ist zum Beispiel das plötzlich einsetzende Gewitter, welches sich mit ordentlichem Druck und Dynamik im ganzen Raum ausbreitet. Leider fehlt es sowohl dem DD5.1 als auch dem DTS-Track an Tiefgang. Zwar ist der Subwoofer niemals vollkommen außer Betrieb, doch wird seine unterstützende Kraft nur selten und dann unzureichend in Anspruch genommen.

Insgesamt können die Mehrkanal-Tonspuren vor allem durch die wohlklingenden Dialoge und den dichten Klang im hinteren Bereich überzeugen. Dennoch reicht die Performance nicht über den gewöhnlichen Standard hinaus.

Bewertung  7 von 10 Punkten




Concorde entwarf für die DVD ein sehr ansprechend animiertes Menü, welches zudem mit den einprägsamen Rhythmen des Films unterlegt wurde. Leider gibt es nur wenige Extras auf der DVD zu finden. Das 40 Minuten dauernde Making Of ist zwar durchaus interessant und zeigt einen aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen, doch scheint es aus einer unkommentierten B-Roll-Aufnahme zusammengeschnitten worden zu sein, denn erklärende Worte liefern nur die Untertitel. Weiterhin befinden sich verschiedene sehr ausführliche Texttafeln auf der DVD. So schreibt Takeshi Kitano 18 Seiten über seinen Film und dessen Entstehung, zudem sind auch noch zwei Filmographien zu Kitano sowie Tadanobu Asano verfügbar. Einige wenige Bilder gibt es in der Fotogalerie zu bestaunen und die obligatorischen Trailer dürfen natürlich auch nicht fehlen. Der ausgewiesene DVD-Rom-Part beschränkt sich auf das Aufrufen den Concorde-Hompage.

Bewertung  5 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  6 von 10 Punkten


Die DVD-Umsetzung von „Zatoichi“ ist Concorde durchaus gelungen. Das Bild krankt zwar an einigen Fehlern, doch die Tonspuren wissen durch ihren guten räumlichen Klang zu überzeugen. Leider sind auch die Extras etwas mager ausgefallen, dennoch ist das Wichtigste vorhanden.

„Zatoichi“ ist eine der beliebtesten Samurai-Sagen in ganz Japan, die schon 1962 mit dem ersten Film große Erfolge feierte. Damals verkörperte Shintarô Katsu den blinden Samurai und behielt diese Rolle auch in den weit mehr als zwanzig Sequels bei. Als der letzte „Zatoichi“-Film 1989 in den japanischen Kinos lief, schien die Thematik niemanden mehr so richtig zu interessieren, und so dauerte es 14 Jahre, bis sich wieder jemand an ein Remake wagte. Takeshi Kitano, gefeierter Schauspieler und zugleich Wunderkind im Regiestuhl, versuchte sich an der Materie, wobei er auch gleichzeitig als Hauptdarsteller fungiert.

Takeshi Kitano wollte sich so gut wie möglich an die Vorgänger halten, bringt jedoch auch eine Unmenge an eigenen Ideen mit ein. Entstanden ist eine sehr ungewöhnliche und eher ruhige Hommage an die klassischen Samurai-Filme. Die Geschichte um den blinden Masseur ist durchaus interessant und gut weiterentwickelt worden, dennoch lässt Kitano niemals richtige Spannung aufkommen. Die Story verliert sich in vielen Subplots, die der Charakterentwicklung dienen sollen. Alleine die wenigen, aber gut choreographierten Schwertkämpfe bringen wieder Tempo in die Charakterstudie. Auch die Inszenierung an sich ist sehr ungewöhnlich, so arbeitet Takeshi Kitano mit Stilmitteln, die man sonst nur von Musicals kennt. Stöcke, Schwerter und Hacken, die im Takt des Scores aufeinander treffen, gehören somit zum Gesamtbild. Doch auch komödiantische Töne sind Teil des Repertoires des Filmemachers.

Wer glaubt, die FSK16-Freigabe vermindere die aus asiatischen Kinofilmen bekannte Konzentration von Filmblut, hat sich geirrt. Es dürfen Blutfontänen spritzen und Körperteile abgehackt werden, wovon auch in so gut wie jeder Action-Szene Gebrauch gemacht wird. Leider setzten die Macher hierbei auf CGI-Effekte, was sich teilweise sehr störend auswirkt. Vor allem Schwerter, die durch Körper gestoßen werden und beidseitig zu sehen sind, wirken sehr unrealistisch und auch die Blutfontänen können ihre digitale Herkunft meist nicht verleugnen - hier wäre weniger wahrscheinlich mehr gewesen.

Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg überzeugend, allen voran natürlich die des Hauptdarstellers Takeshi Kitano, dem die Rolle des blinden Masseurs sichtlich Spaß bereitete. Dennoch agiert er mit dem nötigen Feingefühl und verleiht seiner Rolle die wichtige glaubwürdige Tiefe. „Zatoichi - der blinde Samurai“ ist sicherlich nicht jedermanns Sache, doch Fans des asiatischen Kinos sollten einen Blick nicht scheuen, denn neben einer ordentlichen Handlung gibt es auch gut choreographierte Schwertkämpfe und reichlich (digitales) Filmblut zu sehen.






© DVD-Palace Home Entertainment




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