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 8514  Review zu: Session 9 13.01.2006
BMV-Medien

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Ein Review von Michael Holland



Unter der Leitung von Gordon (Peter Mullan) soll ein Expertenteam in einer verlassenen Nervenheilanstalt Asbest beseitigen. Die klaustrophobische und düstere Atmosphäre, des seit Jahren verlassenen Gemäuers, schlägt jedoch schnell auf die Stimmung des Teams um. Als einer von ihnen auf einen alten Ton-Recorder mit den dazugehörigen Bändern stößt, kommen düstere Geheimnisse zu Tage. Doch noch fehlt das letzte Tape – Session 9!

Cover Session 9
Cover vergrößern




Im Handel ab:03.02.2006
Anbieter: Alive AG / Capelight Pictures
Originaltitel:Session 9
Genre(s): Thriller
Horror
Regie:Brad Anderson
Darsteller:David Caruso, Stephen Gevedon, Paul Guilfoyle, Josh Lucas, Peter Mullan, Brendan Sexton III, Charley Broderick, Lonnie Farmer, Larry Fessenden, Jurian Hughes, Sheila Stasack, Sean Daly
FSK:16
Laufzeit:ca. 96 min
Audio:Deutsch: DTS 6.1
Deutsch: Dolby Digital 5.1 EX
Deutsch: Dolby Digital 2.0 Stereo
Englisch: Dolby Digital 2.0 Stereo
Bildformat:16:9 (2.35:1) anamorph
Medien-Typ:1 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Steelbook
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Trailer von anderen Filmen
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Audiokommentar von Brad Anderson und Stephen Gevedon
  • Entfallene Szenen und alternatives Ende - wahlweise mit Kommentar
  • Storyboards (Splitscreen)
  • Featurette: The Haunted Palace
  • zwei DVD-Teaser
  • DVD Credits
Zusatzinfos: Erstauflage im Steelbook

Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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SESSION 9 ist ein preiswert produziertes Projekt, bei dem die 24P HD-Technologie zum Einsatz kam. Sie zeichnet die vom "normalen" Kinofilm bekannten 24 Bilder pro Sekunde auf und lässt sich entsprechend problemlos auf 35 mm übertragen. Allerdings entsteht auf diese Weise auch ein generell etwas steriler (Video-)Look, unter dem das hiesige Bild dann doch krankt. So wirken Farben grundsätzlich kräftig, aber oft übertrieben satt (siehe Gesichter bei Außenaufnahmen). Immerhin bleibt die Optik von Rauschen weitgehendst verschont; dafür zeigen sich stehende Muster sowie gerade auf homogenen Flächen dezente Blöckchen als Folge der Kompression. Vielleicht wären weniger Tonspuren mehr gewesen?!

Ein ziemlich steiler Kontrast dürfte dagegen als beabsichtigtes Stilmittel gelten. Auf jeden Fall gehen Einzelheiten während dunkler Szenen häufig völlig unter, obwohl der Schwarzwert nie wirklich dominiert, sondern nicht selten eher zu hell daherkommt. Am negativsten wird das Endergebnis allerdings auf Grund schwankender Schärfewerte beeinflusst: Sie bewegen sich besonders bei Totalen gerade mal auf angenehmem Niveau - Kanten sollten klarer, Einzelheiten deutlicher sichtbar sein. Infolge schneller Bewegungen leidet die Bildstabilität darüber hinaus sehr offensichtlich. Manchmal kommt es sogar zu deutlichen Nachzieheffekten.

Letztlich pendelt die hier erbrachte Leistung ständig zwischen fünf und acht Punkten - im Mittelwert bleiben also knappe...

Bewertung  7 von 10 Punkten




Wie bereits beim Bild angedeutet, herrscht an Tonspuren wahrlich kein Mangel. Fairerweise lassen sie sich während des Hauptfilms direkt - also ohne Umweg über das Menü - wechseln, wofür der DVD-Rezensent Capelight quasi auf Knien dankt...

Zur Verfügung stehen zunächst drei deutsche Tracks, beginnend mit Dolby Digital 5.1 EX. Grundsätzlich ist SESSION 9 kein akustisch aufwändiger Film, weshalb sich das Geschehen über weite Strecken ausschließlich auf den vorderen Lautsprechern abspielt. Hauptsächlich hat nur der voluminöse Score immer mal wieder Arbeit für die Rears im Gepäck. Zudem gibt es auch nicht gerade viele Effekte; wenn sie doch auftreten (zum Beispiel als "Geisterstimme"), kann man aber bezüglich Ortbarkeit, Differenziertheit sowie Dynamik nichts bemängeln. Zu erwähnen wäre schließlich, dass der Sound dafür viel Wert auf (gelungene) Stimmungsmache legt: Beispielsweise deutet schon nach Eintreffen im Sanatorium ein leichtes, aber permanentes und höchst beeindruckendes Hintergrund-Grollen Finsteres an. Sprache bleibt stets klar verständlich, ein zusätzliches Lob gebührt im übrigen der einwandfreien Synchronisation. Im direkten Vergleich bietet das DTS ES 6.1-Pendant zwar keine revolutionären Verbesserungen, kommt aber immerhin lauter daher und wirkt teils etwas voller, gerade bei Musikeinlagen. Wenig Spaß macht schließlich der deutsche Dolby Digital 2.0 Stereo-Ton, da er beschnitten, aufdringlich hallend und steril wirkt. Davon abgesehen, ist allein seine Existenz sowieso fraglich.

Freunde des Originals müssen dagegen leider zwangsweise und ohne Wahlmöglichkeiten mit simplem Stereo leben. Manche daraus resultierenden Nachteile liegen klar auf der Hand (weitere frontale Beschränkung, kein Raumklang), andere bestehen in einem häufig recht dumpfen Klang, welcher Dialoge schlechter abbildet, sowie schwächelnder Dynamik.

Was fließt letztlich also in die Wertung ein? Ganz einfach: DD 5.1 und DTS ergeben ordentliche sieben Punkte, der englische Track bekommt bloß vier. Macht zusammen hauchdünne...

Bewertung  6 von 10 Punkten




Direkt nach Einlegen des Silberlings werden erst einmal zwei Teaser für andere Capelight-Titel abgespielt, danach folgt die animierte sowie soundunterlegte Hauptauswahl. Auch alle anderen Menüs zeigen sich bewegt und akustisch veredelt, weisen allerdings eine etwas kleine Schrift auf.

Sei es drum, schließlich ist der Punkt "Extras" trotzdem deutlich zu erkennen. Dort wartet zunächst ein Abschnitt namens "Entfallene Szenen und alternatives Ende". Wahlweise kann man sich diese neuneinhalb Minuten auch mit Kommentar von Brad Anderson (Regisseur/Autor/Cutter) und Stephen Gevedon (Autor/Darsteller) ansehen. Es sei hiermit dringend empfohlen, das gesamte Paket tatsächlich doppelt abzuspielen! Man erhält hier nämlich Zugang zu einer sehr interessanten, leider geschnittenen Nebenhandlung inklusive ihres entsprechenden Finales. Aber auch die erhellenden Anmerkungen sind hörenswert, da sie sich nicht bloß auf Bekanntes à la "Sequenz zu lang, also raus" beschränken.

Nachfolgend stehen fünf sehenswerte Storyboard-Dreharbeiten-Filmszenen-Vergleiche (zusammen fast zehn Minuten) zur Ansicht bereit, welche erneut optionale Erläuterungen bieten. Einen genaueren Blick auf die Location - ein ehemaliges Sanatorium, wo tatsächlich psychisch Kranke behandelt wurden - wirft dann "The Haunted Palace" (13:11). Da es sich hierbei fast um einen sehr düsteren, aber natürlich realen Thriller handelt, sollte man diesen Beitrag wiederum auf keinen Fall verpassen! Insgesamt vier Trailer, darunter natürlich SESSION 9, sowie DVD Credits runden die vom Hauptprogramm unabhängig aufrufbaren Specials ab.

Schließlich fällt nämlich noch der von Anderson und Gevedon gesprochene, filmlange Audiokommentar unter "sehr hörenswert", da beide Beteiligten zwar häufig arg an der jeweiligen Szene kleben, aber Interessantes zu berichten wissen. Gewürzt wird dieser Hintergrundbericht mit kleineren philosophischen Ausflügen ("Gefängnisse schaffen sich ihre Insassen selbst") sowie - leider - partiellen Spoilern. Für einen uneingeschränkten Erstgenuss sei also empfohlen, den Kommentar erst beim zweiten Sichten aufzurufen. Analog zu allen anderen Extras (ausgenommen Trailer) sowie dem Film stehen hier deutsche Untertitel zur Verfügung.

Summa summarum besitzt diese Ausstattung quantitativ schon etwas ungenutztes Potenzial; beispielsweise hätte man sich ein Making Of gewünscht. Aus qualitativer Sicht gehen jedoch sämtliche verfügbaren Daumen uneingeschränkt nach oben. Ergo gibt es trotzdem...

Bewertung  7 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  7 von 10 Punkten


Ein öffentlich tätiger Kreativer muss sich immer an seinen bisherigen Werken messen lassen, so auch Brad Anderson. Und obwohl SESSION 9 vor THE MACHINIST entstand, zieht man zwangsläufig Andersons besagte düstere Fabel zum Vergleich heran. Schnell wird klar: Der Mann hat ein Händchen für finstere Stoffe, denn auch SESSION 9 überzeugt auf ganzer Linie.

Zwar muss hier auf eine grandiose darstellerische Leistung wie die von Christian Bale verzichtet werden, was jedoch nicht weiter ins Gewicht fällt, da alle Schauspieler ihren Job dennoch ordentlich verrichten. Ansonsten bleibt sich das Regie-Talent treu, verzichtet weitgehend auf krasse Effekte oder actionhaltige Szenen, sondern schafft lieber bedrohliche Atmosphäre. Die heruntergekommene Nervenheilanstalt mit riesigen Räumen und ewig langen Gängen, in denen es modert und schimmelt... Ein Verwalter, welcher sich über die ehemaligen Insassen lustig macht... Tröpfelnde Geräusche, wispernder Wind... Ohne großen Aufwand wird man sofort eingestimmt und entkommt dem subtil angekündigten Grauen nicht mehr. Selbst eigentlich anheimelnde Einsprengsel, wie eine ihr Baby haltende Mutter, wirken kalt und abweisend. Hinzu kommen seltsame Fotos an den Zellenwänden oder Totalen, die sämtliche Figuren völlig verloren wirken lassen.

Doch auch über solche optischen Stimmungsmacher hinaus beweist Anderson stilsicheres Geschick. Zum einen etabliert er quasi nebenbei sukzessive Spannungen zwischen den Charakteren, womit man gespannt auf deren Entladung wartet. Außerdem ist ihm - gemessen an Andeutungen statt Abbildungen - wohl bewusst, dass der schlimmste Horror im eigenen Kopf stattfindet; hier sogar doppeldeutig zu sehen, denn schließlich wurde das Sanatorium ja von multiplen Persönlichkeiten sowie anderen geistig Erkrankten bevölkert. Anderson packt sein Publikum schließlich ganz brutal an einer Urangst: der Ungewissheit, dem Streben nach Sicherheit. So bleibt der Zuschauer schier endlos darüber im Dunkeln, wohin die hiesige Reise gehen soll. Gemächliches Tempo, viele Dialoge, nur spärliche Schocks: Man zermartert sich quasi das Hirn, was dieser Film eigentlich möchte, und reibt sich selbst auf. Ganz nebenbei umschmeichelt ein höchst effektiver Score die Gehörgänge, wo er für weitere Verunsicherung sorgt - perfider Wohlklang mit Stolperfallen und messerscharfen Spitzen.

Dem Ganzen setzt das in Tage unterteilte Drehbuch seine Krone auf. Nicht nur, dass es auf Grund dieses simplen Kniffes stetig engere Kreise zieht, nein. Jedes Segment wird außerdem durch einen Cliffhanger (= offener Ausgang) abgeschlossen, was dem Spannungsbogen dient. Letztlich dreht sich SESSION 9 lediglich sekundär um das mysteriöse letzte Tape, sondern stellt primär eine grandiose Studie in humanem Unbehagen dar. Wenn ein hundsgemeines Finale schließlich erschütternde Geheimnisse ans Tageslicht zerrt, wozu dann doch einiges Blut Verwendung findet, ist der Puls schier am Rasen. Lust auf Gänsehaut? Willkommen bei der SESSION 9...

Wie mittlerweile fast gewohnt, gibt sich Capelights DVD-Umsetzung kaum echte Blößen und punktet neben einer ordentlichen technischen Präsentation vor allem durch sinnige, spannende Extras. Klarer Kauftipp!

Subjektive Filmwertung: 9 von 10 gestörten Psychen






Und das meinen unsere Kollegen...

Fazit: 3,5/5
"Session 9" ist ein netter Thriller mit einem etwas fragwürdigen Ende. David Carusco, bekannt aus der TV-Serie "CSI: Miami", und Josh Lucas, den Viele aus "Hulk" oder "Stealth" kennen düften, sind die bekannten Gesicher in "Session 9". Der Film hat auch spannende Momente, allerdings erscheint das Ende etwas aufgesetzt. Die DVD-Umsetzung des bereits 2002 in den USA veröffentlichten Thrillers ist d [...]
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