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 2625  Review zu: Schutzengel 02.06.2013
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Ein Review von Carlito Brigante



Max (Til Schweiger), ehemaliger KSK Soldat, muss Nina (Luna Schweiger),Vollwaisin und einzige Zeugin eines furchtbaren Verbrechens, beschützen. Beide sind auf der Flucht vor einem übermächtigen Gegner (Heiner Lauterbach), der nur ein Ziel hat: Nina zu töten. Auf der Flucht nähern sich Max, der ein Einzelgänger ist und Nina, die in ihrem kurzen Leben noch nie einem Erwachsenen vertraut hat, an. Aus anfänglicher Distanz wird Freundschaft. Aus Unsicherheit wird Vertrauen. Max beschützt Nina und Nina beschützt Max. In einer schier auswegslosen Situation finden die beiden Zuflucht, zuerst bei Max besten Kameraden aus Kriegszeiten Rudi (Moritz Bleibtreu) und schliesslich bei Max' großer Liebe Sara (Karoline Schuch). Max' Ex-Freundin, die mittlerweile als Staatsanwältin arbeitet, setzt mit den beiden die Flucht fort. Es kommt zu einem fulminanten Showdown, bei dem wir nicht wissen, ob unsere Protagonisten überleben werden.

Cover Schutzengel
Cover vergrößern




Im Handel ab:15.03.2013
Anbieter: Warner Home Video
Originaltitel:Schutzengel
Genre(s): Thriller
Darsteller:Til Schweiger, Luna Schweiger, Moritz Bleibtreu, Karoline Schuch
FSK:16
Laufzeit:ca. 133 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Bildformat:High Definition (2.35:1) - 1080p
Medien-Typ:2 x Blu-ray
Regionalcode:B
Verpackung:Blu-ray Doppel-Case
Untertitel: Englisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Audiokommentare
  • Til Schweiger beim Training
  • Shooter-Training
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb


Das Bild (2,35:1; 1080p) des digital gedrehten Filmes (hauptschlich Alexa, sonst Phantom HD Gold, Canon EOS 600D) spiegelt die Intentionen der Filmemacher exakt wider. Der Film hat einen stilisierten Look mit desaturierten, kühlen Farben, steilem Kontrast und zumeist sattem Schwarzwert. Der Kontrast sorgt immer wieder für überstrahlende Flächen, wie etwa dem Himmel, aber auch für verschluckte Details in dunklen Flächen. Der Schwarzwert fällt nur selten mal trüber und grau aus. Die Schärfe ist durchweg exzellent und bietet zahlreiche Details, was das Bild schön plastisch macht. Es gibt ein wenig Bildrauschen (Digital Noise), welches insbesondere in dunklen Szenen und Flächen deutlicher ins Auge fällt. Möglicherweise wurde in der Post-Pro auch ein wenig künstliches Filmkorn zugefügt, um den Look filmischer zu machen. Das Bild ist frei von analogen Defekten. Die Kompression arbeitet makellos.

Bewertung  9 von 10 Punkten




Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Audiokommentar: Deutsch: Dolby Digital 5.1

Es gibt optionale deutsche und englische Untertitel.

Schweiger steht auf Action und sein großes Vorbild ist Hollywood, kein Wunder also, dass auch die Tonspur aufs Ganze geht und die volle Packung bietet. Die Abmischung ist oftmals stilisiert, so dass einzelne Elemente extrem überbetont, in die Länge gezogen, verzerrt oder ausgeblendet werden. Die Räumlichkeit ist gerade in den Actionszenen sehr gut, in den Dialogen naturgemäß weniger. Der ganze Sound ist Over the Top und deshalb voluminös, kraftvoll und stellenweise aggressiv. Trotzdem ist der Ton schön detailreich und bis ins Kleinste präzise. So manches Mal droht ein Dialog im Geballer unterzugehen und auch die unsaubere Sprache vom Schweiger und seiner Tochter hilft nicht immer. Der Subwoofer wird exzellent eingesetzt und sorgt mit satten, partiell brachialen Einsätzen für viel Freude.

Bewertung  9 von 10 Punkten




Die Extras bestehen aus:

DISC 1:
- Audiokommentar von Til Schweiger


DISC 2:
- Making of (ca. 19 min)
- 16 Deleted Scenes (mit opt. mit AK von Schweiger) (ges. ca. 10 min),
- Interview mit den Produzenten (Schweiger, Zickler) (ca. 23 min),
- Outtakes: Outtakes Reel, (ca. 8 min), Rollentausch (ca. 1 min), Sina Cam (ca. 1 min)
- Training: Drei Clips: Shooter Training (ca. 2 min), Training Moritz Bleibtreu (ca. 1 min),Watcher Training (ca. 1 min)
- Til Schweiger beim Training (m. opt. AK) (ca. 3 min)

- Aleksandar Jovanovic (m. opt. AK) (ca. 4 min)
- Behind the Scenes: Drei Clips (jeweils ca. 2 min)
- Reisetagebücher: Drei Clips (jeweils ca. 3 min)
- Trailer: Afghanistan 1 (ca. 3 min), Afghanistan 2 (ca. 3 min), Kinotrailer (ca. 3 min)
- Digital Copy

Bewertung  7 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  9 von 10 Punkten


Zunächst muss man Til Schweiger einen gewissen Respekt dafür zollen, einen deutschen Genrefilm aus der Kategorie Actionthriller auf die Beine zu stellen und dafür auch eigenes Geld, zusätzlich zur Filmförderung, in das Projekt zu stecken. Und das gegen den Trend von dummen, flachen und albernen Komödien, die zuvor auch eher Schweigers Filmographie und Erfolge ausmachten.

Schweiger ist in Personalunion wieder als Regisseur, Produzent, Co-Cutter, Co-Drehbuchschreiber und Hauptdarsteller die federführende und treibende Kraft hinter diesem Film. Das Script von Schweiger, Stephen Butchard (eher aus dem US-TV-Bereich) und Paul Maurice, einem ehemaligen UK-Elite-Soldat, wartet mit der altbekannten Story rund um den Schutz einer Kronzeugin auf. Nur ihr Bodyguard und sie, allein gegen zahllose bis an die Zähne bewaffnete Killer, während von der Polizei und Justiz keine Hilfe zu erwarten ist, da sie von korrupten Verrätern unterwandert ist. Im Grunde also viele bekannte Zutaten, um nicht zu sagen Klischees, die hier aneinandergereiht wurden. Die Handlung folgt einem simplen Gut-Böse-Strickmuster ohne großartige Charakterentwicklungen und Überraschungen. Alles und jeder bleibt wie es oder er ist.

Auch sonst gibt es einige Ungereimtheiten, die dem Film schaden. Nichts gegen Gefühle in einem Actionthriller, aber so ausufernd und platt musste das auch nicht gerade sein. Immer wieder verfällt das Werk in eine ungeheure Geschwätzigkeit. Zu lang und zu oft wird flach philosophiert und Kalendersprüche und platte Weisheiten ausgetauscht, die Tiefgang vortäuschen sollen, aber nur armselig pathetisch wirken. Ein etwas strafferer Schnitt hätte dem Tempo gutgetan, was jetzt bei 133 Minuten Laufzeit immer mal ein bisschen durchhängt.

Als größte Schwäche muss man aber die Besetzung der völlig überforderten Tochter Luna Schweiger ansehen, die eine noch schlechtere Schauspielerin als ihr Vater ist. Im Duo wird nicht nur genuschelt, sondern auch gelitten, besonders gerne schreiend in Großaufnahme. Sie ist eine absolute Fehlbesetzung und Katastrophe. Ohne diesen Super-Gau eines nepotistischen Besetzungscoup hätte der Film einige Schwächen ausbügeln können. Doch ein Gesicht ohne mimische und emotionale Bandbreite verhagelt einem das Vergnügen gehörig.

Doch ist der Dramaanteil schlecht, so ist der Actionanteil durchaus ansehnlich geworden. Schweiger setzt in den diversen Schießereien auf eine extreme Stilisierung. Alles ist sehr überhöht, gestreckt und überbetont. Die oftmals in Zeitlupe gefilmten Shootouts haben dabei eine gewisse Durchschlagskraft und sind für deutsche Verhältnisse recht brutal. Es hagelt diverse Gewalttätigkeiten und das Blut spritzt nur so durch die Gegend. Viel wird hier vom kostbaren Lebenssaft vergossen. Allein die ausufernde Schießerei in der Wohnung zu Beginn ist für deutsche Verhältnisse spektakulär in Szene gesetzt worden.

Auch der Ton ist extrem überhöht: Das Klicken der eingerasteten Magazine und der Schlitten beim Durchladen, die leeren Patronen, die auf dem Boden auftreffen, alles wurde sehr betont und steht dominant im Vordergrund. Das muss man mögen und akzeptieren, hat aber was. Und nicht von ungefähr wurde der Film dem unlängst verstorbenen Regisseur Tony Scott gewidmet, dem der Film sicherlich einiges schuldet, denn so manches hat man sich abgeschaut oder zumindest von ihm und dessen Stil inspirieren lassen.

Es gibt einige schöne Momente der Spannung und Anspannung, duellgleiche Szenen (wie im Diner), die wunderbar in die Länge gezogen werden, mit ungewissem Ausgang. Hier liegen die Stärken des Filmes, der sonst leider etwas vorhersehbar bleibt. Ebenso wie zweigespalten und widersprüchlich.

Einserseits gibt er sich realistisch, dann wieder überhöht mit amerikanischen Sirenen bei der Berliner Polizei oder Killern, die sich selten dämlich verhalten, weil sie aufrecht, ohne Deckung (!), mitten in einer Schießerei, Magazine wechseln und im Gänsemarsch auf offenem Feld auf ein Haus zu laufen, damit sie schön der Reihe nach abgeknallt werden können.

Schweiger konnte in seinem Film eine erstaunliche Schar an namhaften Akteuren vor der Kamera versammeln, die auch in kleinsten Rollen auftauchen. So bekommt man neben Moritz Bleibtreu auch Herbert Knaup, Heiner Lauterbach, Kostja Ullmann, Karoline Schuch, Axel Stein, Katharina Schüttler, Hannah Herzsprung, Oliver Korittke, Ralph Herforth oder Antoine Monot Jr. zu Gesicht.

Doch leider hilft das auch nicht weiter, denn dem wünschenswerten Erfolg wird trotz schöner Ansätze und Zutaten durch naive Rhetorik und lächerliche Dialoge der Garaus gemacht.






© DVD-Palace Home Entertainment




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