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 4166  Review zu: Poseidon 07.05.2010
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Ein Review von Carlito Brigante



Silvesterabend auf der Poseidon. Die feiernden Passagiere stoßen auf das neue Jahr und auf die Zukunft an. Doch schneller als erwartet, rollt die Zukunft bereits auf sie zu. Eine 50 Meter hohe Riesenwelle erfasst das Kreuzfahrtschiff und wirft es um...der ausweglose Kampf ums Überleben beginnt. Regisseur Wolfgang Petersen (Der Sturm, Das Boot) kehrt mit der packenden Adaption von Paul Gallico’s Roman Poseidon zurück auf hohe See.

Josh Lucas, Kurt Russell, Richard Dreyfuss, Emmy Rossum und einige mehr spielen die Passagiere, die sich ihren Weg durch Wasser, Feuer und Trümmer, in einer auf den Kopf gedrehten Umgebung, bahnen. Und nur wenn sie aufeinander vertrauen, haben sie eine Chance zu überleben. Ihr schlimmster Gegenspieler in diesem spektakulären und Nerven zereissenden Thriller ist allerdings die 13-stöckige und 20 Etagen hohe Poseidon. Ihr Inneres ist ständig in Bewegung, sie sinkt und implodiert. Das Chaos wird größer. Die Spannung steigt. Alle Mann an Deck!

Cover Poseidon
Cover vergrößern




Im Handel ab:16.04.2010
Anbieter: Warner Home Video
Originaltitel:Poseidon
Genre(s): Action
Abenteuer
Drama
Regie:Wolfgang Petersen
Darsteller:Kurt Russell, Josh Lucas, Richard Dreyfuss, Jacinda Barrett, Emmy Rossum, Mike Vogel, Mía Maestro, Jimmy Bennett, Andre Braugher, Freddy Rodríguez, Kevin Dillon, Kirk B.R. Woller, Stacy Ferguson, Kelly McNair, Gabriel Jarret, David Reivers, Gordon Thomson, Jan Munroe, Caroline Lagerfelt, Jesse Henecke, Kimberly Patterson, D. Anthony Boone, David Dittmer, Andy Deal, Valerie Azlynn, Carrie Frymer, Beverly Overstreet, Vincent De Paul, Rachel Vanderwoude, Jenae Altschwager, Ed Aristone, Erik Aude, Aliane Baquerot, Andreas Beckett, Christian Eric Billings, Jordi Caballero, Will Carter, Kate Clarke, Frederick Dechow, Natasha Delahunt, Menina Fortunato, Jerald Garner, Spencer Hawken, Kristopher Maslardzievski, David McDivitt, Bylle Michele Price, Austin Priester, Jennifer Sciole, Gem Silver, Christos Sourmelis, Jason Thornton, Rich Warren, Brannon Bates, Joseph Bell, Abra Chouinard, Kevin Leung, Guadalupe Palazuelos, Juliette Tinelle
FSK:12
Laufzeit:ca. 98 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1
Italienisch: Dolby Digital 5.1
Portugiesisch: Dolby Digital 5.1
Katalanisch: Dolby Digital 5.1
Französisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat:High Definition (2.40:1) - 1080p
Medien-Typ:1 x Blu-ray
Regionalcode:B
Verpackung:Blu-ray Case
Untertitel: Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Englische Untertitel für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Holländisch, Italienisch, Französisch, Portugiesisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Dokumentationen: Tagebuch eines Schiffskameraden / Poseidon: Ein Schiff im Tonstudio / Poseidon: Auf den Kopf gestellt
  • IN-MOVIE EXPERIENCE
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb


Der Film liegt in seinem originalen Bildformat von 2,40:1 (anamorph, 1080p, VC1) vor. Das Bild macht einen sehr ordentlichen Eindruck, wenn auch nicht in jeder Hinsicht perfekt. Die Schärfe ist sehr gut, das Bild ist detailreich und wirkt schön plastisch. Vermutlich könnte es aber noch einen Tick besser sein. Die Farben sind kräftig, der Kontrast ausgewogen. Der Schwarzwert ist ausgezeichnet, aber die Durchzeichnung in dunklen Szenen könnte noch besser sein. Es gibt ein dezentes Hintergrundrauschen, das aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Die Kompression ist makellos und unauffällig.

Bewertung  9 von 10 Punkten




Englisch: DTS HD 5.1 Master Audio
Deutsch: Dolby Digital 5.1
Portugiesisch: Dolby Digital 5.1
Spanisch: Dolby Digital 5.1
Italienisch: Dolby Digital 5.1
Französisch: Dolby Digital 5.1

Die englische Originalfassung ist die einzige des Films in DTS HD Master Audio. Alle Synchronfassungen liegen nur in DD 5.1 vor. Aus welchen Gründen auch immer, aber es gibt zwei französische und zwei spanische Synchronfassungen auf der Blu-ray.

Die englische OF kommt ausgesprochen kräftig und dynamisch daher. Die Abmischung sorgt für eine stete detaillierte, räumliche Kulisse, die durch viele Soundeffekte, Umgebungsgeräusche und natürlich die Musikuntermalung entsteht. Vor allem in den Actionszenen kommt die Qualität dieser Spur voll zum tragen. Sie ist laut, aber nie übersteuert, fulminant, aber nie erschlagend. Alle Boxen werden gefordert und auch der Subwoofer kommt voll zum Einsatz. So entsteht ein erstklassiger, atmosphärischer und mitreißender Sound, der die spektakulären Bilder optimal unterstützt. Die deutsche DD 5.1-Synchronfassung, wie auch alle anderen Synchronversionen, bietet zwar im Prinzip die gleiche Abmischung, kommt aber weitaus kraftloser und flacher daher. Für eine Blu-ray-Veröffentlichung mehr als enttäuschend. Es gibt optionale deutsche, englische und viele andere Untertitel mehr.

Bewertung  8 von 10 Punkten




Das Bonusmaterial entspricht 1:1 dem der 2 Disc Special Edition DVD. Es setzt sich zusammen aus den Making of-Featurettes: Poseidon: Ein Schiff im Tonstudio (ca. 23 min), Tagebuch eines Schiffskameraden (ca. 13 min), Poseidon: Auf den Kopf gestellt (ca. 11 min) und der History Channel Dokumentation von 2006: „Die Monsterwelle“ (ca. 29 min). Obwohl zu Beginn nicht ganz ohne Promo-Plattitüden auskommend, erweisen sich die Extras als sehr informativ und bereichernd. Die Extras liegen alle nur in SD-Qualität und in Englisch mit optionalen Untertiteln vor.

Bewertung  5 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  8 von 10 Punkten


Die 1970er waren die Hochzeit der Katastrophenfilme und hinterließen eine Fülle an Filmen, die das Vertrauen der Menschen in die perfekte Technik konterkarierte und Menschen in Ausnahmesituationen zeigte, egal ob es sich um Brände in Hochhäusern (THE TOWERING INFERNO; 1974), Erdbeben (EARTHQUAKE; 1974) oder Flugzeugkatastrophen (AIRPORT, 1970 und AIRPORT 1975; 1975) handelt. Auch Schiffsunfälle waren natürlich mit dabei.

Und da scheinbar heutzutage alle guten Ideen mehrfach verwurstet werden und es so viele Remakes, Re-Boots, Sequels oder Prequels gibt, war es nur eine Frage der Zeit, wann es auch die Katastrophenfilme erwischt. Das Genre war nie wirklich tot, wurde aber thematisch in andere Richtungen getrieben und erlebte seine weitere Blüte in den 1990ern mit dem Aufkommen von verbesserten Möglichkeiten von visuellen Effekten. Da wurden auf den Zuschauer Filme losgelassen wie ARMAGEDDON (1998) oder DEEP IMPACT (1998). Ein besonderes Faible für dieses Genre hatte aber immer Roland Emmerich, der es auf die Spitze trieb und die Erde mehrfach in Schutt und Asche legte und dabei die Grenze des (fotorealistisch) darstellbaren weiter verschob. Er begann mit INDEPENDENCE DAY (1996), GODZILLA (1998) und THE DAY AFTER TOMORROW (2004) und setzte dem mit “2012” (2009) die ultimative Krone auf.

POSEIDON (USA, 2006) ist trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der beteiligten Filmemacher ein Quasi-Remake vom Katastrophenfilm-Klassiker THE POSEIDON ADVENTURE (Poseidon Inferno a.k.a. Die Höllenfahrt der Poseidon, USA; 1972) von Regisseur Ronald Neame, der seinerzeit mit Gene Hackman, Ernest Borgnine, Leslie Nielsen und Shelley Winters besetzt war und auf der Romanvorlage von Paul Gallico basierte.

Doch die Neuauflage unter der Regie von Wolfgang Petersen (IN THE LINE OF FIRE, AIR FORCE ONE, TROY), der hiermit scheinbar seine inoffizielle Wasser-Trilogie (DAS BOOT, THE PERFECT STORM) abschließt, hat ein Problem. Was kann man erzählen, was man noch nicht x-fach gesehen? Richtig: Gar nichts. Denn es geht ausschließlich um das WIE, nicht das WAS. Schließlich scheint die derzeitige Daseinsberechtigung von Remakes fast nur die technische Seite zu sein. Heute kann man mit Hilfe von CGI alle möglichen Ideen umsetzen, die vor Jahren gänzlich unmöglich waren oder mit bescheidenden Mitteln nicht immer überzeugend aussahen. Doch durch die computergenerierten Bilder ergibt sich aber auch eine neue Rezeption, ein neuer visueller Stil, der oftmals glatte, kalte und sterile Bilder hervorbringt. Auch in POSEIDON gibt es solche Bilder (wie das Schiff selbst zu Beginn), die eher nach Computerspiel aussehen als wirklich fotorealistisch und dann Akzeptanz kosten.

Vielen Katastrophenfilmen fehlt es grundsätzlich an einer guten Geschichte, denn oft sind es die gleichen Abläufe von einer Gruppe unterschiedlicher Menschen im Ausnahmezustand, die sich durch das Szenario (Meteor, Erdbeben, Feuer, etc.) schlagen. Dabei wird die Gruppe stark dezimiert, bis eine Handvoll aufrechter Leute übrigbleibt. Diese dramaturgische Grundidee wurde bislang vielfach wiederholt und ist heutzutage zu einem Klischee erstarrt. Doch eine gute Geschichte präsentiert Figuren, die zur Identifikation einladen, mit denen man mitleiden kann und die überraschendes erleben oder tun. Aber leider hat auch POSEIDON wieder nur ein formelhaftes Drehbuch vom Reißbrett. Wieder werden hier nur eindimensionale Abziehbilder vorgeführt, die alle eine einzige Aufgabe zu haben scheinen, bevor sie aus der Handlung verschwinden oder als Überlebender gezeichnet werden. Neu, innovativ oder mutig ist hier rein gar nichts. Wer mit den alten Filmen bestens vertraut ist, kann aber einige Anleihen und Verweise auf den Vorgänger und andere Katastrophenfilme entdecken.

Was jedoch am Inhalt fehlt, macht der Film durch seine „eyecandies“ wieder wett, denn wenn POSEIDON einen großen Vorteil hat, dann den, dass er keine Zeit verschwendet und genau das zeigt, was man sowieso von so einem Katastrophenfilm erwartet. Es wird voll und ganz auf Action und Schauwerte gesetzt. Es gibt durchaus spektakuläre Stunts und visuelle Effekte, die wunderschön anzusehen sind und ob ihrer ansprechenden Umsetzung faszinierend sind. Der Film geriet durch die straffe Inszenierung und den flotten Schnitt recht kurzweilig und unterhaltsam. Es gibt kaum eine überflüssige Szene, fast ständig passiert irgendwas Aufregendes und/oder Gefährliches. Der Zuschauer wird so praktisch nonstop bei Laune gehalten. Es gibt hartnäckige Gerüchte über eine längere Schnittfassung von ca. 120 Minuten, die vermutlich mehr Wert auf die Charaktere legt. Doch ob auch sie eine deutliche Verbesserung in Sachen Drehbuch wäre, bleibt fraglich.

POSEIDON ist ein Film voller ephemerer Oberflächenreize, der allein von seinen Schauwerten lebt und diese dementsprechend in den Vordergrund hievt. Die Stärken liegen im technischen Bereich, während die Story konventionell und oberflächlich bleibt und lediglich als Aufhänger für möglichst viele Actionszenen dient. Die sehen mehrheitlich spektakulär und ansehnlich aus, doch trotz allem kann man sich nicht dem Eindruck erwehren, es mit einem seelenlosen Spektakel zu tun zu haben, dem es an emotionaler Tiefe fehlt. Wenn man das aber ausblenden kann, könnte man prächtig für knappe 100 Minuten unterhalten werden.






© DVD-Palace Home Entertainment




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