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 3395  Review zu: Poppitz - So lustig kann nur Urlaub sein 04.10.2006
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Ein Review von Fabian Sell



Von der Beerdigung seines Chefs direkt ins Flugzeug in den Urlaub mit der Familie. Einen unpassenderen Zeitpunkt dafür hätte sich der Autoverkäufer Gerry Schartl (Roland Düringer) nicht aussuchen können. Seine Ehe mit Lena (Marie Bäumer) steckt in der Krise, und er bangt um seinen Job, da der Junior-Chef (Alfred Dorfer) in letzter Zeit immer öfter mit einem gewissen Poppitz telefoniert.

Gerry befürchtet, dieser Poppitz soll ihn ersetzen. Derart gestresst wird es für ihn in der Urlaubsanlage aber keinen Deut besser: Sein Koffer ist nicht angekommen, die uralte Fehde zwischen Deutschen und Österreichern blüht im Club wieder auf, und seine Tochter Patrizia (Nora Heschl) gefällt sich in ihrer Rolle als Jagdbeute sexhungriger Animateure. Zu allem Überfluss wird seine Frau auch noch von einem charmanten „Piefke“ umgarnt. Als er dann den Namen seines Rivalen auf der Gästeliste liest, veranlasst ihn das zu den wildesten Spekulationen. Und dann kommt doch alles ganz anders.

Cover Poppitz - So lustig kann nur Urlaub sein
Cover vergrößern




Im Handel ab:24.08.2006
Anbieter: Eurovideo Bildprogramm GmbH
Originaltitel:Poppitz
Genre(s): Komödie
Regie:Harald Sicheritz
Darsteller:Roland Düringer, Marie Bäumer
FSK:12
Laufzeit:ca. 95 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital 2.0 Surround
Österreichisch: Dolby Digital 2.0 Surround
Bildformat:Letterbox (1.85:1)
Medien-Typ:1 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Amaray Case
Untertitel: Englisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Teaser
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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EuroVideo hat aus dem einzig gravierenden Manko der Erstveröffentlichung durch Hoanzl/Dor Film aus dem Jahre 2003 keine Bilanz gezogen, so dass POPPITZ erneut nur im 1.85:1-Letterbox Format vorliegt. Dementsprechend darf man in Bezug auf die Schärfe keine Wunder erwarten. Sowohl im Detail als auch im Totalen erreicht diese lediglich ein annehmbares Level. Zudem fallen leichte Doppelkanten auf, die jedoch nur leicht ausgeprägt sind. Nur in der anfänglichen Flugszene (15:17) nehmen die so genannten „Heiligenscheine“ extreme Präsenz an, die zu einem starken Verschwimmen der Bildinhalte führen.

Davon abgesehen gibt es jedoch nur wenig zu kritisieren. Der Kontrast arbeitet gut und löst die des Öfteren sehr hellen, lichterfüllten Settings, ohne Flächen überstrahlen zu lassen. Die Farben erweisen sich als sehr kräftig, teilweise sogar etwas knallig, was möglicherweise stilistische Provenienz hat. Wenn man denn unbedingt noch etwas kritisieren möchte, so fällt auf, dass auf hellen Flächen Rauschen sichtbarer wird. Dies ist jedoch nur bei genauer Betrachtung markant auszumachen.

Bewertung  7 von 10 Punkten




Ebenso wie beim Erstrelease liegen auch der Zweitveröffentlichung drei Tracks bei. Neben der österreichischen Originaltonspur in Dolby Digital 5.1 und 2.0 Stereo existiert auch eine deutsche Variante, die an stark dialektischen Szenen neu synchronisiert wurde, ansonsten jedoch identisch ist. Prinzipiell besteht der tonale Hergang aus langen Dialogphasen, urplötzlich einsetzenden Überraschungsmomenten sowie actionreichen Kurzabschnitten. Die beiden 5.1-Mixes, so darf man dies erfreulicherweise formulieren, nutzen das gegebene Potenzial sehr gut aus. Während die Dialogabschnitte durch häufige, verteilte Hintergrundgeräusche auf die Rearspeaker durchaus ein gewisses Maß an Räumlichkeit behalten, werden die Überraschungsmomente mit gezielten Surround-Effekten grandios gemeistert. Die immer wieder auftretenden Actionabschnitte wissen durch eine räumliche, sehr dynamische Verteilung der Signale auf alle fünf Boxen zu gefallen, wobei auch hier immer wieder mit gezieltem Effekteinsatz zu rechnen ist. Einzig der Subwoofer könnte noch einen Tick stärker in Anspruch genommen werden. Klanglich geben sich alle drei Tonspuren satt und klar. Insbesondere die Dialogwiedergabe darf durchaus als gut bezeichnet werden, da die Verantwortlichen hier einen guten Mittelweg aus natürlicher Dumpfheit und Verständlichkeit gefunden haben.

Allumfassend ein sehr guter Ton, der genrebedingt natürlich nicht durchgehend auf raumerfüllenden Niveau arbeitet, die gegebenen Möglichkeiten jedoch toll ausnützt und somit mit verdienten acht Punkten belohnt wird.

Bewertung  8 von 10 Punkten




Das Hauptmenü hat EuroVideo mit stimmigen Animationen und Soundeffekten ausgestattet, was leider beides nicht auf die starren Untermenüs zutrifft. Das eigentliche Bonusmaterial ist, abgesehen davon, dass auf die beiden Texttaffeln Filmographien und Best of Kabarett verzichtet wurde, mit dem der Veröffentlichung von Hoanzl/Dor Film identisch. So gibt es neben dem Kinotrailer sowie dem Teaser zum Hauptfilm auch ein Making-of (24:43). Dieses besitzt einen durchweg hohen Informationscharakter, wobei sich perfides Lob trotz zahlreicher Interviews noch in Grenzen hält.

Bewertung  2 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  6 von 10 Punkten


Nach der politisch subtilen Fernserie KAISERMÜHLEN BLUES und den bitterbösen Komödien MUTTERTAG und HINTERHOLZ 8 hat das Kreativduo, bestehend aus dem Schauspieler Roland Düringer und dem Regisseur Harald Sicheritz, mit POPPITZ erneut eine ausgiebige Zusammenarbeit hinter sich. Wie es schon des Öfteren der Fall war, dient dabei eine Komödie der bissigen Art als Grundprämisse. Das Drehbuch, von Sicheritz und Düringer kollektiv verfasst, erzählt die Geschichte des Autoverkäufers Gerry Schartl (Roland Düringer), der sich den Zeitpunkt seines Sommerurlaubs wohl kaum unpassender aussuchen könnte. Er steckt gerade mit seiner Frau Lena (Marie Bäumer) in einer tiefen Ehekrise, seine Tochter Patrizia (Nora Heschl) befindet sich auf einem „Grufti“-Trip und zu allem Überfluss darf er um seinen Job bangen. Alsbald sinniert er auch darüber, wer denn dieser geheimnisvolle Poppitz ist, mit dem der Juniorchef (Alfred Dorfer) in letzter Zeit so häufig telefoniert hat…

Wer Sicheritz und Düringer kennt und schätzt, weiß, dass sie die gegebenen Szenarios stets exzessiv umsetzen und mit einer intensiven Portion an schwarzen Humor würzen, was dem gesamten Sujet meist erst so richtig Geschmack verleiht. Im Falle von POPPITZ wenden sie diese Masche äußerst gekonnt und professionell an. Insofern ist das versprochene Dreisternehotel, in dem Gerry Schartl mit seiner Familie den „Traumurlaub“ verbringt, nichts weiter als eine schräge, umzäunte Unterkunft mit stupidem Personal und noch dümmeren Gästen. Diese bestehen, wie sollte man es anderes erwarten, ausschließlich aus Österreichern und Deutschen. Sarkastische Anspielungen beider Nationen sind dabei immer für den einen oder anderen Lacher gut. Generell geht es jedoch in erster Linie um Schartls Sorgen und Nöte. Diese haben prinzipiell eher wenig mit dem „Deutsch-Ösi-Konflikt“, wie man es umgangsprachig so gerne sagt, zu tun. Primär versucht Schartl herauszufinden, wer dieser mysteriöse Poppitz ist und nebenbei bemüht er sich redlich, mit seiner Frau sowie seiner Tochter einigermaßen auszukommen.

Das mag ja beides theoretisch eher fade und trist klingen, wird stilistisch jedoch umwerfend realisiert. Denn Sicheritz bedient sich eines so genannten „einfachen Voice-Overs“ aus der Sicht des Protagonisten. Demzufolge nimmt die Geschichte nicht ihren gewohnten, trivialen Lauf, sondern wird von Schartls kommentarischen und detailbezogenen Erzählstil versüßt. Dieser ist, wie könnte es bei Sicheritz und Düringer anders sein, exorbitanter Präsenz. So rattert Schartl nicht einfach seine Erlebnisse unspektakulär herunter, sondern erweitert sie auch durch eigene Gedanke und Wünsche, welche unauffällig in die reale Handlung eingebaut und erst nach Ablauf aufgelöst werden. Erwartungsgemäß erweisen sich diese als zutiefst schwarzhumorig, rücksichtslos und bitterböse, wodurch sie folglich auch das humoristische Herzstück von POPPITZ darstellen. Durch die konsequente Konstellation zwischen realen und unwirklichen Ereignissen, offeriert der Film zudem auch ein gewisses Maß an Spannung und unterhaltsamer Fragwürdigkeit, welche gegen Ende des Filmes – als die echte und die imaginäre Welt der Hauptperson anscheinend aufeinander treffen – ihren skurrilen Höhepunkt erreicht.

So weit, so gut: Der Humor begeistert und wurde ebenso intelligent wie faszinierend in den Plot integriert. Was fehlt noch? Grandios spielende Darsteller! Diese bekommt der Zuschauer erfreulicherweise durchweg präsentiert. Und da es sich nun mal um eine deutsch-österreichische-Produktion handelt, geben sich in POPPITZ viele Schauspieler aus beiden Ländern die Klinke in die Hand. Auf deutscher Seite seien als berühmteste Darsteller Kai Wiesinger, der den scheinbaren „Poppitz“ verkörpert, und Schartls Ehefrau Marie Bäumer erwähnt, die beide auf hohem Niveau agieren. Die Österreicher Reinhard Nowak und Eva Billisich sind in der Rolle eines Ehepaars mit signifikanten Urlaubsverhalten zwar eher in einer Nebenrolle vertreten, wissen diese jedoch sehr gut auszufüllen. Überhaupt harmonieren alle Darsteller sehr gut mit der vorgeschriebenen Rolle, was im Making-of auch immer wieder betont wird. Schauspielerisch am dominantesten tritt dabei jedoch ohne Zweifel Großmeister Roland Düringer auf, der mit seinem wundervollen Dialekt und seiner adäquaten Gestik die für ihn bestimmte Hauptrolle nahezu perfekt meistert.

Allumfassend darf POPPITZ somit als ein wunderbarer Ableger schwarzer Komik apostrophiert werden, der mit sehr guten schauspielerischen Leistungen und einer graziösen Inszenierung begeistert. Was will man mehr?

Die Zweitveröffentlichung durch EuroVideo ist so gut wie identisch mit dem Erstrelease. Das Bild ist noch gut, liegt jedoch leider nur im Letterbox-Format vor. Der Ton nutzt die gegebenen Nuancen toll aus, die Extras dagegen fallen extrem schmal aus.

Subjektive Filmwertung: 9 von 10 Who the fuck is Poppitz?






© DVD-Palace Home Entertainment




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