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 4617  Review zu: Payback - Special Edition 13.10.2009

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Ein Review von Marcus Kampfert



Nach einem 140-Tausend-Dollar Coup schießt der Gangster Val Resnick seinen Komplizen Porter über den Haufen und flieht mit dessen Frau und der gesamten Beute. Doch Porter überlebt. Auf der Suche nach Val und seinem Anteil an der Beute schießt er sich kreuz und quer durch die Reihen der New Yorker Mafia, bis es mit dem Boß zu einem mörderischen Showdown kommt...

Kinoversion & Director's Cut

Cover Payback - Special Edition
Cover vergrößern




Im Handel ab:25.09.2009
Anbieter: Warner Home Video
Originaltitel:Payback
Genre(s): Thriller
Action
Komödie
Regie:Brian Helgeland
Darsteller:Mel Gibson, Gregg Henry, Maria Bello, David Paymer, Bill Duke, Deborah Unger, John Glover, William Devane, Lucy Liu, Jack Conley, Kris Kristofferson, Mark Alfa, Kwame Amoaku, Justin Ashforth, Len Bajenski, Kate Buddeke, Price Carson, Roddy Chiong, Art Cohan, Andrew Cooper, James Deuter, Doc Duhame, David Dunard, Nathan Effron, Tom Equin, Brian Heinberg, Alex Henteloff, Jeff Imada, Michael Park Ingram, Robert Kim, Robert Kurcz, Turk Muller, Chet Nichols, George O'Mara, Yasen Peyankov, Ed Pfeifer, Katrina Phillips, Freddy Rodríguez, Michael Skewes, Alex Skuby, Trevor St. John, Lee Stepp, Daniel Patrick Sullivan, Tedd Taskey, Manu Tupou, Marc Vann, Elizabeth Berridge, James Coburn, David Tweet, Sterling Wolfe
FSK:18
Laufzeit:ca. 101 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby True HD 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Spanisch: Dolby Digital 5.1

Bildformat:High Definition (2.35:1) - 1080p
Medien-Typ:1 x Blu-ray BD50
Regionalcode:B
Verpackung:Blu-ray Doppel-Case
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Holländisch, Spanisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Interviews
  • Kinofassung (101 Minuten) und Director's Cut (90 Minuten) auf einer Disc
  • Audiokommentar
  • Am Set in Chicago
  • Am Set in L.A.
  • Die Entstehung des Payback Director's Cut
  • The Hunter: Eine Unterhaltung mit Autor Donald E. Westlake
Zusatzinfos:
  • Vergleich Kinofassung - DC von schnittberichte.com

    Infos zum Film bei der OFDb
    Infos zum Film bei der IMDb
  • buch.de - einfach schnell


    Kinofassung:
    Reduzierter Kontrast, Blaufilter, dunkle Gesamtabstimmung, teils etwas weiche Konturen, wechselnder Rauschpegel, Verunreinigungen (Fäden, Kratzer) besonders im Vorspann, leicht unruhiger Bildstand

    Director's Cut (DC):
    Natürlich, satte Farbgebung, hoher Kontrastumfang, gute bis sehr gute Kanten- und Detailschärfe, sichtbarer Filmgrain, keine Verunreinigungen oder Artefakte, ruhigerer Bildstand

    Da die Vorlage des DC erst 2006 erzeugt wurde, ist diese natürlich unter günstigeren Voraussetzungen und mit einem besseren Standard entstanden und sieht daher doch ein Stück besser aus als die der Kinofassung, welche mehr bearbeitet wurde und kleinere Macken (Bildstand, Verunreinigungen) zeigt. Farben und Kontrast lassen sich aufgrund der stilistischen Veränderungen bei der Kinofassung kaum objektiv beurteilen, beim DC werden hier gute Werte erzielt. Auch die Schärfe ist beim DC spürbar höher und ermöglicht eine bessere Detaillierung und angedeutete Plastizität.

    Der DC erhält in der Endabrechnung 8,5 Punkte, die Kinofassung 7,5 Punkte. Das macht im Durchschnitt glatte acht Punkte.

    Bewertung  8 von 10 Punkten




    Hier ähneln sich die Vertonungen beider Filmversionen. Für die Kinofassung spricht die etwas aktivere Auslastung der Rears aufgrund von etwas mehr Action (zum Beispiel zwei Explosionen). Dafür bietet der DC etwas mehr räumliche Atmosphäre bei dem 2006 neu entstandenen Score. Ansonsten arbeiten beide Fassungen mit einer lebendigen Kulisse, die aber überwiegend die vorderen Kanäle mit Signalen versorgt. Der Subwoofer schaltet sich nur in den „lebendigeren“ Sequenzen dazu und andeutungsweise bei Musikwiedergabe. Die Stimmen kommen klar und deutlich aus dem Center. Die beste Tonspur stellt aber die Dolby TrueHD-Variante im Original zum DC dar, die noch etwas veritabler und dynamischer daherkommt. Diese hebt letztendlich das Gesamtergebnis auf knappe acht Punkte.

    Da sowieso eine neue Synchro für den DC angefertigt werden musste und das neue Original in Dolby TrueHD gemastert wurde, enttäuscht in diesem Zusammenhang die Entscheidung nicht auch gleiche diese neue Tonspur in Deutsch in High Definition zu mastern. Hier geht man leider nach wie vor sehr stiefmütterlich mit den deutschsprachigen Konsumenten um und bietet meist nur „komprimierte Standardkost“!

    Bewertung  8 von 10 Punkten




    Das einzige von der bisher erhältlichen DVD-Video her bekannte Feature sind die Interviews mit Mel Gibson, Maria Bello, Lucy Liu und James Coburn. In knapp 10 Minuten bieten die Original-Statements aus 1999 aber kaum verwertbare Informationen und liegen zudem in ziemlich übler Bildqualität vor.

    Das weitere, bisher in Deutschland nicht veröffentlichte Material wurde komplett in 2006 produziert, als der DC entstand. Somit befassen sich die Features eigentlich fast nur mit diesem.

    Die Features im Einzelnen:

    Am Set von Chicago“ (30 Minuten) und „Am Set von L.A.“ (19:32 Minuten) sind Hinter-den-Kulissen-Clips, die neben Szenen vom Set und wenigen Filmausschnitten vor allem Cast & Crew beobachten und zu Wort kommen lassen und somit zusammengenommen eine Art Making Of ergeben. Die Featurette „Die Entstehung des Director’s Cut“ (28:36 Minuten) erläutert die Unterschiede zwischen KF und DC und den Werdegang von der KF bis zum DC. Ein sehr informatives Feature in guter Aufmachung. Nicht ganz klar wurde dem betrachtenden Rezensenten der Sinn der Unterhaltung mit Autor Donald E. Westlake (10:42 Minuten) auf dessen Roman „The Hunter“ wohl PAYBACK beruhen soll, denn dieser spricht vielleicht ein Zehntel der Zeit über die Zusammenkunft mit den Filmemachern, während er die restliche Zeit in Erinnerungen an seine berühmte Romanreihe schwelgt. Nicht uninteressant, aber wenig informativ in Bezug auf die Produktion. Bis hierhin sind alle Features optional untertitelbar. Leider gilt dies nicht für den Audiokommentar von Regisseur Brian Helgeland, den er zu seinem Director’s Cut eingesprochen hat. Bei der etwas monotonen und nuscheligen Sprechweise Helgelands wären diese aber durchaus sinnvoll gewesen! Soweit man das raus hören kann, handelt es sich weniger um einen technisch geprägten Kommentar, als um Erinnerungen an die Dreharbeiten, die Darsteller und das ganze Hick-Hack um den Film an sich. Er stellt auch noch mal schön die Unterschiede zwischen KF und DC heraus – leider greift er dabei oft dem Geschehen vor und verrät somit wichtige Details der Handlung. Ergo sollte man den Audiokommentar (AK) erst nach dem Ansehen beider Filmversionen zuschalten!

    Alles in allem gibt es rund anderthalb Stunden Material plus AK, was reichlich mehr ist als die bisherigen DVD-Editionen anboten. Schade aber, dass die fast komplett in 2006 entstandenen Extras nicht gleich in High Definition gemastert wurden!

    Bewertung  7 von 10 Punkten





    Technisches Fazit:  Bewertung  8 von 10 Punkten


    Es darf bei jedem Film diskutiert werden, ob oder warum ein Director’s Cut Sinn macht oder nicht. Selten wird die Aussage des Films dabei verändert, oft sind dann bereits vorhandene Sequenzen nur erweitert oder wegen der Pace sinnvolle Schnitte wieder eingefügt.

    Anders ist es bei PAYBACK! Hier hatte man Brian Helgeland, der seinen Film nach eigenem Drehbuch (das Produzent und Studio bekannt war) bei Icon Productions und mit Mel Gibson verfilmte, gebeten, den sehr harten und konsequenten Stoff nach Test-Screenings mehr auf „Mainstream“ zu trimmen. Das hatte zwei Gründe. Zum Einen hatte Mel Gibson die Rechte an Paramount und Warner verkauft, die ja beide dafür bekannt sind mit großen Stars auch großes Geld verdienen zu wollen und daher eher selten „Zielgruppenfilme“ veröffentlichen. Zum Anderen war Mel Gibson unter anderem durch die LETHAL WEAPON-Reihe zum „Mr. Nice Guy“ geworden und dieses Image wollte man um keinen Preis aufs Spiel setzen, zumal ja auch der vierte Teil der Reihe fürs Folgejahr auf dem Programm stand. Brian Helgeland stellte weitere Drehbuchfassungen zur Verfügung, die den Studios nicht zusagten und schließlich gab Produzent Mel Gibson das Projekt an andere Autoren und Regisseure ab, die teils mit dem Material von Helgeland arbeiteten, aber auch einen komplett neuen dritten Akt erstellten, der den Film in die gewünschte Richtung transportieren sollte. So entstand schließlich die bisher bekannte Kinofassung, die zwar für Mel Gibson-Fans trotzdem ungewohnt harte Thrillerkost sein sollte, aber mainstreamig genug war, um den produzierenden Studios einen Erfolg zu garantieren.

    Sieben Jahre später (2006), quasi als Wiedergutmachung, boten die gleichen Studios Brian Helgeland an, seine Version des Films zu veröffentlichen. Dieser freute sich über die Möglichkeit den Film, zumindest soweit noch machbar, seinem ursprünglichen Drehbuch anzupassen. Der dabei entstandene Director’s Cut (DC) wurde dabei nicht etwa verlängert, sondern erfuhr eine Kürzung um rund zehn Minuten! Das klingt zunächst erstaunlich, macht aber inhaltlich Sinn, was hier aber zu Gunsten der Spannung nicht zu detailliert erläutert werden soll. Die neue Version ist aber (noch) deutlich härter und zeigt viel mehr und expliziter die Kompromisslosigkeit im Vorgehen von Porter bei dem Versuch an sein Geld zu kommen, das ihm seine Mitstreiter gewaltvoll abnahmen. So sind zwei komplett andere/ neue Sequenzen enthalten und teilweise wurde auch die Schnittfolge geändert. Zudem kamen alternative Einstellungen zum Einsatz und das Ende ist auch drastischer. Auch visuell gibt es eine prägnante Änderung: Während die Kinofassung durch Kontrastreduzierer (Bleaching-Prozess) und Blaufilter extrem auf „Hip“ getrimmt wurde und damit auch die Gewaltszenen teils abschwächte, da man nicht viel erkennen konnte, hat man den Kontrastumfang für den DC deutlich angehoben und den Filter weggelassen. Nun lässt sich alles erkennen und die Atmosphäre erscheint deutlich verändert. Da die Grundstimmung des Films nun deutlich düsterer ausfällt, entschieden die Macher auch einen neuen Score zu produzieren.

    Aufgrund der vielen Änderungen im DC hat Warner übrigens auch eine komplett neue Synchro angefertigt (überwiegend mit den Sprechern der Kinofassung), wobei auch einige bekannte Dialoge leicht verändert wurden – ein weiteres Stilmittel, um die Aussage der ursprünglichen von Helgeland geplanten Fassung zu transportieren.

    Welche der Fassungen man nun präferiert ist sicherlich subjektiv und eine Frage des persönlichen Film-Geschmacks. Klar ist auf jeden Fall, dass es sich bei Kinofassung und DC praktisch um zwei verschiedene Filme handelt, denn selbst wenn es natürlich viele inhaltsgleiche Szenen gibt, stehen diese teils in einem anderen Kontext. Umso schöner ist es, dass Warner die Möglichkeit eröffnet beide Versionen auf einer Blu-ray-VÖ zu genießen!

    Bild und Ton des DC sind aufgrund der frischeren Vorlage etwas besser als bei der Kinofassung, die aber auch recht ordentlich ausschaut. Da es zur Kinofassung über die bekannten Features hinaus offenbar keine weiteren gab, befassen sich die deutlich erweiterten Extras mit dem DC aus 2006, was aus Sicht des Regisseurs auch durchaus Sinn macht!

    Hier gelingt mal wieder eine tolle VÖ, bei der Warner beweist, dass auch Backcatalogue-Titel würdig und mit Mühe auf dem HD-Medium umgesetzt werden können. Man hätte schließlich statt der Special Edition mit beiden Fassungen ja auch erstmal nur die Kinofassung im Umfang der bekannten DVD veröffentlichen können und den DC in 2-3 Jahren nachschieben, aber dies geschieht hiermit nun glücklicherweise nicht! Zeitgleich erschien PAYBACK übrigens auch auf DVD-Video in einer „Premium Edition“ mit beiden Filmfassungen und dem erweiterten Bonusmaterial – nur eben in abgespeckter Bild- und Tonqualität. Auch das ein lobenswertes Vorgehen des Anbieters!






    © DVD-Palace Home Entertainment




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