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 4385  Review zu: Open Water 31.01.2011

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Ein Review von Danny Walch



Sonne, Strand und ein Tauchgang auf hoher See - Susan und Daniel beschließen, Berufsstress und Beziehungsprobleme auf einer romantischen Urlaubsreise über Bord zu werfen. Kurz nach der Ankunft im Ferienparadies erwartet sie der lang ersehnte Tauchtrip. Gemeinsam mit anderen Sporttauchern steuert das Paar auf einem kleinen Boot ein traumhaftes Riff inmitten des Ozeans an. Sogar Haie soll es dort geben - allesamt harmlos, wie der Skipper versichert. In Zweierteams stürzen sich die Taucher in die Fluten, während der Skipper sicherheitshalber jeden einzelnen seiner Kunden auf einer Strichliste abhakt.

Doch er hat sich verzählt. Als Susan und Daniel zum vereinbarten Zeitpunkt wieder auftauchen, fehlt jede Spur vom Boot - und das Paar findet sich mutterseelenallein im offenen Meer wieder. Zunächst glauben die beiden an ein Missverständnis. Aber schon wenig später müssen sie sich eingestehen, dass sie tatsächlich vergessen wurden.

Was als erholsamer Urlaub begann, wird zum Kampf ums nackte Überleben. Auch die Anspannung zwischen Susan und Daniel wächst ins Unerträgliche. Einsam und verlassen treiben sie stundenlang im kalten Wasser. Dann bricht die Dunkelheit herein, und der Glaube an die nahende Rettung weicht blanker Angst, Hoffnungslosigkeit und Panik. Bald machen sie die schreckliche Entdeckung, dass sie da draußen nicht allein sind. Doch was genau lauert unter ihnen im dunklen Abgrund des Meeres?

Cover Open Water
Cover vergrößern




Im Handel ab:10.12.2010
Anbieter: Universum Film
Originaltitel:Open Water
Genre(s): Thriller / Drama
Regie:Chris Kentis
Darsteller:Blanchard Ryan, Daniel Travis, Saul Stein, Estelle Lau, Michael E. Williamson, Cristina Zenarro, John Charles
FSK:12
Laufzeit:ca. 80 min
Audio:Deutsch: DTS-HD 5.1
Englisch: DTS-HD 5.1
Bildformat:High Definition (1.85:1) - 1080p
Medien-Typ:1 x Blu-ray
Regionalcode:B
Verpackung:Blu-ray Case
Untertitel: Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Englisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Interviews
  • Audiokommentar 1: Chris Kentis und Laura Lau
  • Audiokommentar 2: Blanchard Ryan und Daniel Travis
  • Reportage
  • Nicht verwendete Szenen
  • Hinter den Kulissen
  • Internationale Trailer
  • Bildergalerie
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb


Technische Daten:

Codec: MPEG-4 AVC Video (High Profile 4.1)
Bitrate: 22959 kbps
Auflösung: 1080p
Auflösung: 23,976 fps / 16:9


Der Blu-ray-Transfer von OPEN WATER liegt im Bildformat 1,85:1 auf dieser Scheibe von Universum Film vor. Der Film wurde nur in Digital Video mit normalen SD-Camcordern aufgenommen und entsprechend sieht das Ganze dann auch aus. Zur DVD-Auflage hat die Blu-ray hauptsächlich Vorteile in Sachen Kompression. Vor allem die komplizierte Wasserdarstellung wirkt viel sauberer und bildet kaum noch Artefakte. Die Schärfe ist nur vereinzelt in Naheinstellungen wirklich annehmbar und zeigt Anflüge von Feinzeichnung. Ansonsten schwankt die Schärfe zwischen mäßig über unscharf bis matschig. Konturen wirken soft und in Bewegungen sieht man Aliasing-Treppenstufen. Nachgeschärft hat man aber nicht merklich. Die Kompression arbeitet sauber und bildet kaum Blöcke auf der rauen Meeresoberfläche. Die Farben wirken wie bei SD-Camcordern üblich ziemlich blass und unnatürlich. Der Kontrast erweist sich als flach mit einem schlechtem Schwarzwert, welcher einen deutlichen weißen Schleier aufweist. Plastizität sucht man hier weit und breit vergeblich. Zumindest gibt es keinerlei Schmutz oder Defekte zu sehen.

Bewertung  4 von 10 Punkten




Verfügbare Tonspuren:

Englisch: DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 2017 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit) ---------- 6,5/10 Punkte
Deutsch: DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 1997 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit) ---------- 5/10 Punkte
Kommentar: DTS Audio / 2.0 / 48 kHz / 320 kbps / 16-bit
Kommentar: DTS Audio / 2.0 / 48 kHz / 320 kbps / 16-bit


Die beiden DTS-HD Master Audio 5.1-Tracks in Deutsch und Englisch basieren auf derselben Abmischung. Da die Original-Dialoge on set aufgenommen wurde, fehlen in der deutschen Fassung große Teile der Umgebungskulisse, wodurch sich der gesamte Track in Dialogpassagen sehr steril anhört. Surroundeffekte gibt es vor allem in den Gewitter-Sequenzen, die auch von nettem Tiefenbass untermalt wurden. Die wuchtigen Effekte passen aber nicht so recht in die eher dünne Soundkulisse der live aufgenommenen Soundeffekte und Dialoge, da sie sich klanglich zu sehr abheben. Die Abmischung ist insgesamt eher frontlastig mit marginaler Stereo-Trennung, aber ordentlicher Dialogwiedergabe, wenngleich wie erwähnt die deutschen Sprecher nach Studio klingen. Der Klang der on set-Aufnahmen erweist sich als eher dünn, wobei die künstlich hineingemischten Effekte und Geräusche klarer wirken.

Bewertung  6 von 10 Punkten




Untertitel für OPEN WATER gibt es erfreulicherweise in Deutsch und Englisch.
Man sollte nach dem Durchschauen der obligatorischen Universum-Trailershow zuerst die Einstellungen aufsuchen, wo sich zwei deutsch untertitelte Audiokommentare auswählen lassen. Den ersten spricht Regisseur Chris Kentis mit seiner Frau und Produzentin Laura Lau. Wie so oft bei Low Budget-Filmen ist es unheimlich spannend, den beiden zuzuhören, mit welchen Tricks und Kniffen sie die hohen Hürden einer solchen Produktion gemeistert haben – Einfallsreichtum ist Trumpf! Das Ehepaar ist sehr gesprächig und redet locker vom Hocker. Das macht Spaß! Der zweite Kommentar wird gesprochen von den Hauptdarstellern Blanchard Ryan (Susan) und Daniel Travis (Daniel). Auch diese beiden plaudern locker aus dem Nähkästchen und sind durchweg gut drauf. Einige Anekdoten werden zum Besten gegeben und auch sie sprechen viel darüber, mit welchen Einfällen das geringe Budget überbrückt wurde. Einen großen Teil nehmen natürlich auch die Geschichten über die Hai-Szenen ein, die für die Darsteller hörbar eine große Herausforderung darstellten.

Im Menü Bonusmaterial finden sich zuerst fünf Interviews mit den beiden Hauptdarstellern, dem Regisseur sowie den beiden Produzentinnen. Insgesamt dauern sie zwar nur etwa 15 Minuten, dafür sind sie bisher ausschließlich auf der deutschen DVD zu finden. Alle Personen berichten meist über ihre persönlichen Erfahrungen und Rollen bei dieser Produktion. Darüber hinaus geht zum Beispiel der Regisseur noch auf die von ihm verwendete DV-Kamera ein, mit der er dem Film eine besondere Note von Hyper-Realismus geben wollte. Das Making Of läuft etwa 16 Minuten und ist eine Mischung aus Interviews, B-Roll-Material, Filmszenen sowie Fotos. Es handelt alle wichtigen Aspekte der Produktion von der Konzeptionsphase über die Dreharbeiten bis zur Premiere beim Sundance Film Festival ab. Auch hier werden wieder die außergewöhnlichen Produktionsbedingungen und der unerwartete Erfolg betont. In der Reportage „The Indie Essentials“ erklären die Verantwortlichen des Independent-Labels Lion’s Gate, welche Voraussetzungen ein Film erfüllen muss, um von ihnen vertrieben zu werden. OPEN WATER wird dabei neben SAW als Paradebeispiel angeführt. Sieben Deleted Scenes stehen als nächstes auf dem Plan bzw. im Menü. Eine Warnung muss man vor dem alternativen Anfang aussprechen, denn dort wird das Ende des Films vorweg genommen! Fünf weitere Szenen dienen der Charakterentwicklung zu Beginn, die sechste spielt im Wasser. Das "Hinter den Kulissen"-Feature zeigt zehn Minuten an unkommentiertem B-Roll-Material von den Dreharbeiten auf dem Boot und im Wasser. Drei internationale Trailer (Trailer in Deutsch, Trailer und Teaser in Englisch), TV-Spots sowie eine Bildergalerie runden das als rundum gelungen zu bewertende Angebot ab.

Bewertung  7 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  5 von 10 Punkten


OPEN WATER ist ein Low-Budget-Film, der, wie viele seiner Genre-Kollegen, die Meinungen spaltet: Für die einen billig produzierter Sondermüll, für die anderen eine geniale Alternative zum Hollywood-Mainstream. Wer hier einen WEISSEN HAI erwartet, der wird Schiffbruch erleiden und absaufen, denn OPEN WATER ist eher ein emotional knallhartes Survival-Drama. Doch wie kaum ein anderer Film ist die Bewertung des Zuschauers stark abhängig von der Bereitschaft, eine Beziehung zu den Charakteren einzugehen. Dessen war sich Regisseur, Drehbuchautor und Cutter Chris Kentis auch bewusst, denn er setzt auf die volle Identifikation des Zuschauers mit seinen Figuren: Ein Durchschnittsurlauberpaar mit seinen kleinen persönlichen Problemen, welches in einem Durchschnittshotel logiert und seine Zeit mit Sonnenbaden und Souvenir-Shopping verbringt - das sind Leute wie Du und Ich, will er uns einhämmern! Der Homevideo-Filmstil schließlich sorgt auch noch für das letzte Quäntchen Realismus, so dass man wirklich ab und zu vergisst, dass da Schauspieler auf dem Schirm agieren.

Wenn es dann endlich aufs Meer geht, kommt diese Identifikation zum Tragen. Die subtile Angst, „was da unter unseren Füßen rumschwimmt“ ist allgegenwärtig, auch wenn man bereits weiß, dass kein Riesenhai kommen wird. Angesichts des Gefühls der Hilflosigkeit auf dem offenen Meer erscheint jedoch schon ein kleines Exemplar oder eine Qualle als große Bedrohung. Natürlich entlädt sich die Angst vor dem Unbekannten alsbald in Schuldzuweisungen zwischen den beiden Personen und die persönliche Komponente kommt ins Spiel, aber nur so lange, bis beide schließlich merken, dass ihre Kräfte schwinden und die gesundheitlichen Probleme ihren Zusammenhalt fordern. Als dann die Nacht hereinbricht und die beiden mutterseelenallein während eines heftigen Sommergewitters auf dem weiten Ozean treiben, möchte man auf Grund der deprimierenden Stimmung am liebsten den Fernseher abstellen. Dennoch sollte man sich nicht entmutigen lassen und bis zum überraschenden Finale durchhalten, welches noch einmal für einen emotionalen Paukenschlag sorgt.

Letztendlich kann man sagen, dass OPEN WATER kein Film für den gemütlichen Bierabend mit den Kumpels ist. Wer Action und Horror erwartet, sollte sich was anderes suchen. Hier gibt es emotionale Spannung und Dramatik, die die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers erfordern, sonst funktioniert das Ganze nicht. Gedreht an Feiertagen und Wochenenden mit relativ unbekannten Darstellern sowie geschnitten und bearbeitet an Kentis’ Heim-PC, sieht man dem Film trotzdem jederzeit an, dass hier engagierte Filmemacher am Werk waren, die etwas Außergewöhnliches erschaffen wollten.






© DVD-Palace Home Entertainment




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