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 3548  Review zu: Max Schmeling - Eine deutsche Legende 14.06.2011
BMV-Medien

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Ein Review von Carlito Brigante



Kreta, 1943: Der deutsche Soldat Max Schmeling (Henry Maske) bekommt den Auftrag, einen englischen Kriegsgefangenen zu überführen. Auf dem Weg kommen sich die beiden Gegner langsam näher – und irgendwann beginnt Schmeling zu erzählen: von seinem ersten Weltmeisterschaftskampf 1930, von seiner Liebe zur berühmten Schauspielerin Anny Ondra (Susanne Wuest), die er dann später heiratete, von seinem berühmtesten Kampf gegen Joe Louis 1936, vom Rückkampf, den er durch K.O. verliert – und von dem immer größeren Ärger, den sich Schmeling mit dem Reichssportführer und anderen Spitzen der Nazi-Diktatur einhandelt, bis er schließlich eingezogen und in den Krieg geschickt wird. Nach Kriegsende, auf der verzweifelten Suche nach Arbeit stellt Schmeling fest, dass er außer Boxen eigentlich nichts Richtiges gelernt hat. Nach einigen Showkämpfen will der frühere Boxweltmeister die Hoffnung auf ein Comeback nicht aufgegeben...

In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Max Schmeling der deutsche Superstar schlechthin: verehrt, geliebt, bewundert, aber auch benutzt. Und nun wird Schmeling für die Zuschauer wieder lebendig – in Gestalt von Henry Maske.

Cover Max Schmeling - Eine deutsche Legende
Cover vergrößern




Im Handel ab:16.05.2011
Anbieter: KSM - Krause & Schneider Multimedia / NewKSM
Originaltitel:Max Schmeling
Genre(s): Drama
Regie:Dr. Uwe Boll
Darsteller:Henry Maske, Heino Ferch, Susanne Wuest, Vladimir Weigl, Arthur Abraham, Christian Kahrmann,
FSK:12
Laufzeit:ca. 123 min
Audio:Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Bildformat:High Definition (2.35:1) - 1080p
Medien-Typ:1 x Blu-ray
Regionalcode:B
Verpackung:Blu-ray Case
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • 2 selbstproduzierte Dokumentationen
  • Making Of
  • Audiokommentar
  • Deleted & Extended Scenes Outtakes
  • Kinotrailer
  • Teaser TV-Spots
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Das Bild (2,35:1; 1080p) macht eine überwiegend gute Figur, obwohl es kleinere Mankos gibt. Die Schärfe ist ausgezeichnet und sorgt für ein plastisches, detailreiches Bild. Der Kontrast wurde zwar bewusst ein wenig steil gewählt, was zu leichten Überstrahlungen führt, bleibt aber dynamisch genug, um ein gutes Ergebnis zu liefern. Die Durchzeichnung ist gut, der Schwarzwert zumeist satt. Die Farben wurden bearbeitet und bieten eine satte, etwas überbetonte Farbpalette. Es gibt ein leichtes Rauschen, was besonders in dunklen Szenen und Flächen deutlicher zu Tage tritt. Die Kompression könnte besser sein, zeigt sie doch wiederholt leichte Spuren von Unruhen und Blockbildung in homogenen Flächen.

Bewertung  8 von 10 Punkten




Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1

Obwohl der Film an sich recht ruhig ist, fällt der Ton keinesfalls so zurückhaltend aus. Die Abmischung präsentiert einen gelungenen Sound, der immer wieder alle Boxen beansprucht und somit einen recht guten Klang mit räumlicher Kulisse erschafft. Sind es zu Beginn die Kriegsszenen, sind es später besonders die vielen Boxszenen, die einen guten Eindruck hinterlassen. Seien es Explosionen, Schüsse oder später das schreiende oder klatschende Publikum, alles wird angemessen über die Lautsprecher verteilt. Dazu kommt die reichhaltig eingesetzte Musik, aber auch diverse Umgebungsgeräusche, die alles abrunden. Geht es mal ruhiger zu und dominieren die Dialoge, die allesamt klar, sauber und verständlich sind, wird die Front naturgemäß mehr eingesetzt. Doch man kann sich sicher sein, dass kurz darauf wieder mehr für die Boxen zu tun ist. Es gibt optionale deutsche Untertitel.

Bewertung  9 von 10 Punkten




Die Extras bestehen aus einem Audiokommentar von Regisseur Dr. Uwe Boll, der Behind the Scenes-Doku von den Dreharbeiten What a right hand! (ca. 24 min), einem Making of (ca. 25 min), der Doku Premierenfieber (ca. 36 min), Deleted & Extended Scenes (ges. ca. 7 min), Outtakes (ca. 3 min), einer Bildergalerie, zwei TV-Spots, einem Teaser sowie einem Trailer. Alle Extras liegen nur in SD-Qualität vor.

Bewertung  8 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  8 von 10 Punkten


MAX SCHMELING (BRD, Kroatien, 2010) ist Uwe Bolls Versuch eines BioPics über eine deutsche Sportlegende. Es ist auch sein erster in Deutschland (und Kroatien) gedrehter Film seit 1997 (DAS ERSTE SEMESTER).

Henry Maskes Besetzung als Max Schmeling war ein PR-Stunt von Produzent und Regisseur Uwe Boll, der dem Film viel Aufmerksamkeit bescherte, doch mit dieser Wahl wurde dem Projekt zugleich das Rückgrat gebrochen, denn eines war von Beginn an klar: Maske ist nicht nur eine krasse Fehlbesetzung, sondern eine einzige Katastrophe. Immerhin ist Maskes "schauspielerische Leistung" eine Mischung aus Stand up-Comedy, Körperverletzung und Belästigung.

Maske läuft nicht nur steif umher und zeigt praktisch nur einen Gesichtsausdruck, sondern sobald er den Mund aufmacht, sind alle Zweifel und Hoffnungen weggewischt: Hingenuschelte, wie abgelesen wirkende, Dialoge ohne angemessene Intonation machen das Zusehen und Zuhören fast unerträglich und garantieren einen sehr hohen Fremdschämfaktor. Maske ist kein schlechter Schauspieler, nein, er ist natürlich GAR KEIN Schauspieler. Seine Performance ist schon alleine schwer verdaulich, wenn er aber in einer Szene mit einem richtigen Darsteller agiert, wird alles noch schlimmer, denn er kommt keine Sekunde gegen irgendeinen anderen an.

Nun gibt es Verteidiger, die sagen, Maske entspricht Schmeling, der auch ein steifer und ungelenker Mensch gewesen sein soll, der rhetorisch ebenfalls wenig brillierte. Dennoch ist dies kein Grund, den Zuschauer so zu malträtieren. Der oft kolportierte Wunsch Schmelings, Henry Maske möge in einer potentiellen Verfilmung seines Lebens seine Rolle spielen, wird viel zu oft als Entschuldigung für diese Fehlentscheidung hervorgeholt.

Doch auch die anderen Schauspieler agieren nicht auf der ihnen zur Verfügung stehenden Höhe, vermutlich weil Boll, der oftmals kein Interesse an Schauspielern hat, sie nicht entsprechend geführt hat, wie es so seine Art ist. Heino Ferch kommt noch am besten weg, wenngleich er auf Sparflamme spielt. Auch Susanne Wuest als Anny Ondra (gebürtige Tschechin und Filmstar der 1920er und 30er Jahre, die sogar die Hauptrolle im Alfred Hitchcocks Stummfilm BLACKMAIL (Erpressung, 1929) hatte) macht keine gute Figur, legt sie die Figur doch als überkandideltes, emotional strapaziertes Weibchen und stets seltsam lachendes Honigkuchenpferd an. Auch andere aus der zweiten und dritten Reihe sind oft übel, wie z. B. der Boxring-Kommentator (ein RTL-Moderator). Dessen Radio-Ansagen sind durchweg eintönig und ausdruckslos. Wenig störend sind zum Glück die zahlreichen Gastauftritte von Leuten aus dem Box-Zirkus: Manfred Wolke, Maskes ehemaliger Trainer, Arthur Abraham oder Yoan Pablo Hernández. Aber auch Boll selbst hat seinen gewohnten Cameo-Auftritt, hier als Ringrichter.

Aber Boll als Regisseur hat scheinbar nicht dazu gelernt. Er hat noch immer kein Gespür für subtile Noten und so muss es immer aufs Ganze gehen. Nichts bleibt latent oder angedeutet, alles wird ausgesprochen. Eine Schauspielführung ist schlichtweg nicht vorhanden, weshalb sich auch wohl einige Akteure beschwerten.

Das Drehbuch trieft vor Bewunderung und Sympathie. Es gibt kein schlechtes Wort, kein schlechtes Licht fällt auf Schmeling. Nie und nirgends. Alles bleibt stets sehr unkritisch, obwohl Schmeling doch immer in der Nähe der NS-Macht agierte. Daher gibt es in der Story keine Ecken und Kanten, keine Überraschungen, keine Wendungen und somit auch keine Spannung. Die einzelnen Lebensstationen werden nacheinander abgehakt, aber selten wirklich vertieft.

Selbst die Boxszenen können nicht wirklich unterhalten, sind sie doch etwas zu brav, eintönig und dröge geraten. Die Kämpfe mögen vielleicht realistisch sein, wie Boll mehrfach betont, aber sie sehen trotzdem langweilig aus. Es ist eben kein zweiter ROCKY, RAGING BULL oder CINDERELLA MAN geworden.

Die Ausstattung ist dagegen ganz gut, wenngleich man natürlich sieht, dass alle Boxkämpfe aus Geldmangel immer in der gleichen Halle gefilmt wurden. Schnitt und Kameraarbeit sind nicht immer überzeugend, die Musik dagegen schon. Richtig runter zieht aber alles die Regie von Boll sowie Maskes Unvermögen, mehr als ein pathetisch überhöhtes Heldendrama zu erschaffen.

Der Audiokommentar von Boll ist wieder mal ein Glanzstück. Man bekommt nicht nur die mittlerweile gewohnten Hunde, sondern auch zwei Telefongespräche (über sein Projekt AUSCHWITZ), peinliche Erklärungsversuche wieso der Film so gut ist wie er ist und dass er besser ist, also so vieles, was aus Deutschland und Hollywood kommt, und die üblichen Ausfälle gegen die Filmförderung, andere Filme, Regisseure, Schauspieler u.v.a.m.

Im Kommentar, der noch vor Kinostart aufgezeichnet wurde, hofft Boll noch, gegen jede Vernunft, dass der Film MAX SCHMELING ein Überraschungserfolg im Kino wird und anschließend von einem TV-Sender gekauft und zur Primetime 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Doch der Film war im deutschen Kino ein böser Flop, denn nur ca. 19.000 Menschen wollten sich das antun. Auch die Kritiken sind überwiegend vernichtend. Kein Wunder, denn das Thema hat eine bessere Umsetzung, einen besseren Hauptdarsteller und einen besseren Regisseur verdient, dem alles deutlich mehr am Herzen liegt. Boll pöbelte später, die Deutschen hätten kein Interesse an deutscher Geschichte. Nein, sie haben nur kein Interesse an schlechten Filmen.






© DVD-Palace Home Entertainment




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