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 4384  Review zu: Intimate Enemies - Der Feind in den eigenen Reihen 10.08.2008
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Ein Review von Carlito Brigante



Algerien, 1959:
Der blutige Unabhängigkeitskrieg der rebellischen FLN gegen die Franzosen, die das Land seit 150 Jahren besetzt halten, läuft mit voller Härte. Der junge, von Idealismus geprägte Lieutenant Terrien hat sich freiwillig gemeldet, um an der Front das Kommando über einen Außenposten zu übernehmen. Dort trifft er auf den erfahrenen, aber völlig desillusionierten Sergeant Dougnac. Anfangs entsetzt von den Foltermethoden und inoffiziellen Exekutionskommandos seiner Einheit, wird Terrien immer mehr vom Zeugen zum Täter in einem unmenschlichen Krieg.

Cover Intimate Enemies - Der Feind in den eigenen Reihen
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Im Handel ab:25.07.2008
Anbieter: Koch Media GmbH
Originaltitel:L'Ennemi Intime
Genre(s): Kriegsfilm
Regie:Florent Siri
Darsteller:Benoît Magimel, Albert Dupontel, Aurélien Recoing
FSK:16
Laufzeit:ca. 106 min
Audio:Deutsch: DTS 5.1
Deutsch: Dolby Digital 5.1
Französisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat:16:9 (2.35:1) anamorph
Medien-Typ:1 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Amaray Case
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Audiokommentar von Emilio Siri und Filmkritiker Jean-Baptiste Thoret
  • Bildergalerie
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Das Bild weist grundsätzlich eine recht gute Schärfe auf, die allerdings nicht ganz perfekt daherkommt. Es fehlt das letzte Quäntchen Detailschärfe, um wirklich zufriedenzustellen. Gerade Totalen wirken immer ein wenig unscharf. Es offenbaren sich des Weiteren wiederholt Doppelkonturen. Die Farben und der Kontrast wurden nachträglich bearbeitet. Die Farben sind zumeist etwas ausgebleicht und desaturiert. Der Kontrast ist stellenweise bewusst recht niedrig gewählt worden. Ein Hintergrundrauschen gibt es so gut wie nicht, aber durch die verbesserungsfähige Kompression ergibt sich immer wieder ein Blockrauschen in homogenen Flächen.

Bewertung  8 von 10 Punkten




Die beiden DD 5.1-Versionen sind sich weitgehend ähnlich. Die Abmischung ist gut und bezieht alle Boxen stets mit in das Geschehen ein. Besonders in den Kampfszenen kommen natürlich alle Aspekte gut zum Tragen. Die deutsche DTS-Fassung in 5.1 ist noch einmal eine Klasse besser. Sie bietet tatsächlich mehr Dynamik und mehr Kraft. Alles klingt druckvoller und ausgeprägter, was die Schlachtszenen (und hier besonders die Napalm-Szene) aufwertet. Es gibt optionale deutsche Untertitel.

Bewertung  9 von 10 Punkten




Für diese Rezension lag nur die Single-Disc-Version vor. Sie beinhaltet als Extras einen Audiokommentar von Regisseur Florent-Emilio Siri und Journalist Jean-Baptiste Thoret, eine Bildergalerie und einen Trailer (wahlweise Französisch oder Deutsch).
Es erscheint aber auch eine 2-DVD Special Edition, die auf der zweiten Disc noch ein Making of, Interviews, einen Storyboard-Film-Vergleich und Erzählungen von Kriegsveteranen enthält.

Bewertung  3 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  8 von 10 Punkten


Mit L’ENNEMI INTIME (Originaltitel; Frankreich, 2007) kehrt Regisseur Florent-Emilio Siri (auch NID DE GUEPES – Das Tödliche Wespennest und HOSTAGE – Entführt) zurück nach Frankreich, was nach Ansicht dieses Werkes keinesfalls als Rückschritt zu bewerten ist. Das Drehbuch von INTIMATE ENEMIES folgt zunächst bekannten Mustern, sprich der neue und unerfahrene Lieutenant (Benoît Magimel aus NID DE GUEPES, LES RIVIERES POURPRES 2, TRUANDS, LES CHEVALIERS DU CIEL) kommt ins Kriegsgebiet, trifft auf den älteren und erfahrenen Sergeant (Albert Dupontel, aus IRRÈVERSIBLE, LE CONVOYEUR, ODETTE TOULEMONDE) und lernt das Grauen des Krieges kennen. Deshalb kommen auch einige tragische Aspekte nicht wirklich überraschend, da sie schon ein wenig zum Standardrepertoire des Kriegsfilms gehören.

Im Vordergrund stehen diese beiden unterschiedlichen Soldaten und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte, da ihre Weltanschauungen sukzessiv ins Wanken geraten, je mehr Tod und Verstümmelung in ihrer Umgebung Einzug halten. Die Zahl ihrer Kameraden bzeziehungsweise Untergebenen dezimiert sich und der tägliche Wahnsinn nimmt zu. Die Soldaten ertränken ihren Zustand mehr und mehr in Alkohol und übertönen die Schmerzensschreie der Gefolterten durch laute Musik und Gesang.

Das ist so neu nicht, aber allein der noch reichlich unverbrauchte Schauplatz des Algerienkrieges (siehe auch: THE BATTLE OF ALGIERS, von Gillo Pontecorvo, 1966; LOST COMMAND von Mark Robson, 1966) macht alles wieder wett. Die Filmemacher greifen mit dem Algerienkrieg zudem ein französisches Tabu auf, das noch lange nicht vollständig aufgearbeitet ist. Diesen Krieg (1954-62) hat Frankreich bis 1999 nie als solchen bezeichnet, in ihrem offiziellen Jargon war es lediglich ein Polizeieinsatz zur Bewahrung von Ruhe und Ordnung, allerdings mit insgesamt zwei Millionen Soldaten. Siri legt den Finger in die Wunde dieses schmutzigen und grausamen Konfliktes, der ähnlich wie der in Indochina/Vietnam wenig schmeichelhaft für Frankreich ausging. Der Film vermittelt kein schönes oder gar sauberes Bild der „Grande Nation“, denn dieser Krieg war ebenso hässlich wie sinnlos. Jeder war sich im Klaren darüber, dass die Unabhängigkeit Algeriens kommen würde, so oder so. Nur wurde sie durch einen hohen Preis verzögert.

Der Film zeigt fast ausschließlich die Sicht der französischen Armee, denn der Gegner, die algerischen Rebellen der FLN (Front de Libération Nationale) bleiben in diesem asymmetrischen Krieg weitgehend unsichtbar. Die Geschichte spart dabei nicht mit Folter, Massenmord an Zivilisten, Hinrichtungen an Rebellen und einem Napalm-Einsatz, einem der eindrucksvollsten Momente. Aber auch die Gräueltaten der Rebellen bleiben nicht unerwähnt, zeigt es doch dass beide Seiten rücksichtslos vorgingen. Der Film ist zwar so recht brutal, gerät aber nie explizit in der Darstellung von Folter oder Kriegsverbrechen. Er ist dabei differenziert und bevorzugt keine Seite.

Florent-Emilio Siris Arbeiten sind stets geprägt von Stil und Atmosphäre. Siri inszenierte diesen Film deshalb auch, unter der Mithilfe seines Kameramannes Giovanni Fiore Coltellacci, gewohnt düster und abseitig. Auch Siris Stilwillen kommt, wie schon bei seinen Vorgängern, durch. Zusammen schufen die Filmemacher stylische und überaus ansehnliche Bilder, die dem Ganzen einen hohen Schauwert geben.

INTIMATE ENEMIES ist bedrückend, spannend, eindringlich. Ein weiterer Glanzpunkt im französischen Genrekino.






© DVD-Palace Home Entertainment




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