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 3598  Review zu: Indien 28.10.2002

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Ein Review von Michael Muellner



Heinzi Bösel (Josef Hader), ein kleinbürgerliches Ekel, und Kurt Fellner (Alfred Dorfer), ein Yuppie-Streber, reisen als lnspektoren des Gast- und Hotelgewerbes durch die österreichische Provinz. Aus der anfänglichen Feindseligkeit wird Freundschaft. Paul Harathers mit etlichen Preisen dekorierter Film war auch bei uns ein Publikumsrenner - trotz deutscher Untertitel für die wüstesten Dialekt-Passagen ...

Dass man Heinzi Bösel und den Kurt Fellner, Inspektoren des Hotel- und Gaststättengewerbes, für eine Überprüfungstour gemeinsam durch die tiefste österreichische Provinz schickt, scheint kein glücklicher Einfall ihrer Dienststelle zu sein. Die beiden gehen sich vom ersten Augenblick gehörig auf die Nerven. Der schlampige Vielraucher und wortkarge Schnitzelfan Heinz Bösel, in seinen Ansichten kleinbürgerlich bis zum Exzess, ist hilflos dem Redeschwall des vom unverdauten Yuppie-Zeitgeist gestreiften jungen Ehrgeizlings Kurt Fellner ausgesetzt. Doch allmählich raufen sich die gegensätzlichen Männer zusammen, es entsteht eine zunächst ruppige Freundschaft, die selbst der Intensivstation standhält, als Fellner unheilbar an Krebs erkrankt.

Cover Indien




Im Handel ab:23.10.2002
Anbieter: Absolut Medien
Originaltitel:Indien - Der Film
Genre(s): Komödie
Regie:Paul Harather
Darsteller:Josef Hader, Alfred Dorfer, Maria Hofstätter, Roger Murbach, Ursula Rojek, Karl Markovics
FSK:6
Laufzeit:ca. 89 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital 1.0 Mono
Bildformat:4:3 Vollbild (1.33:1)
Medien-Typ:1 x DVD-9
Regionalcode:0
Verpackung:Amaray Case
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Film in österreichischem Dialekt
  • Untertitel in hochdeutsch
  • engl. Trailer
  • Die Lesung
  • TV-Berichte (Typisch österreichisch? - Improvisieren - Making Of - Lachen und Schweigen - Oscar - Rollentausch)
  • Drehbuch
  • Short Cuts
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Für einen neun Jahre alten Film leistet sich das Bild keine großartigen Schwächen, keine übertriebenen Nachzieh-Effekte, keine Drop-Outs, die Farbgebung ist kräftig und natürlich. Das Bild könnte jedoch in einigen Sequenzen mehr Schärfe und Detailtreue aufweisen. In dunklen Passagen merkt man das dann auch vereinzelt. Alles in allem wird also ein zufriedenstellendes Bild geboten!

Bewertung  7 von 10 Punkten




Das ist leider Gottes der ganz große Wehrmutstropfen dieser DVD, sprich ihre größte Schwäche, da nur eine deutsche Mono-Spur vorliegt. Zumindest eine Stereo-Abmischung muß heute schon drin sein. Vor allen Dingen in den Passagen mit der wunderschön anzuhörenden indischen Musik vermißt man einen gewissen Raumklang gewaltig. Natürlich kann man bei "Indien" Genre-bedingt nicht mit einem Effekt-Feuerwerk rechnen, da der Film hauptsächlich auf Dialogen basiert, aber eine deutsche Monospur ist für die heutigen technischen Möglichkeiten schlicht und ergreifend viel zu wenig. Sogar ältere Filme haben teilweise einen Dolby Digital 5.1 Upmix, warum also nicht der erst neun Jahre alte "Indien"? Denn verdient hätte es dieser Film allemal.

Bewertung  1 von 10 Punkten




Das ist wiederum ganz ansehnlich und ausführlich geraten, über insgesamt 62 Minuten kann man nicht meckern. Man erfährt viel über die beiden Kabarettisten Hader und Dorfer, wie das Theaterstück und der Film in Österreich vom Publikum aufgenommen wurde, über die Entwicklung vom Theaterstück bis hin zur Verfilmung, und natürlich auch über den Sinn hinter "Indien". Eine sehr angenehme Tatsache ist, dass das Bonusmaterial im Gegensatz zu vielen anderen DVD´s nicht zur ständigen Selbstbeweihräucherung missbraucht wird. Besonders lobenswert ist allerdings, dass man sich eine Aufzeichnung einer Lesung des Theaterstücks in voller Länge anschauen kann. So erhält man einen direkten Einblick, was im Film gegenüber dem Theaterstück ergänzt, übernommen oder weggelassen wurde. Natürlich finden sich auch einige Schwachpunkte - das "Making of" hätte ruhig ein bisschen ausführlicher ausfallen können, genauso wie es den Unterpunkt "Improvisieren" nicht gebraucht hätte, da er weder lustig noch tiefsinnig ist. Das einzig unterhaltsame ist hierbei, dass Alfred Dorfer ein Baby auf den Arm hält, das an einer Banane nuckelt.

Bewertung  8 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  7 von 10 Punkten


Wer sich auf "Indien" einlässt, erlebt alle Emotionen, die uns Menschen auszeichnen - Lachen, Nachdenklichkeit, Rührung, Trauer. Es ist ein Film über Menschen, mit denen man sich identifizieren kann. Jeder von uns hat sicherlich schon einmal einen Heinzi Bösel oder Kurt Fellner kennengelernt, vielleicht schlummern in dem einen oder anderen sogar ähnliche Charaktereigenschaften? Die Höhen und Tiefen des Lebens, seine Glücksmomente und die Niederschläge, die Banalität und die Komplikationen des Daseins, man bekommt hier von zwei großartig agierenden österreichischen Kabarettisten ein ständiges Auf und Ab der Emotionen geboten. Man freut sich und lacht mit den Hauptfiguren, genauso wie man mit Ihnen leidet und weint. So einfach die Dialoge auch manchmal erscheinen, so tiefsinnig werden sie beim intensiveren Reflektieren. Ist dieser Film also ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens? So weit sollte man nicht gehen, das war sicherlich auch nicht der Hintergedanke bei der Umsetzung. Dennoch, es gibt viele Parallelen. In diesem Film prallen durch die so derart verschiedenen Charaktere Bösels und Fellners zwei unterschiedliche Menschen, ja fast schon zwei unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander. Aber gerade dieses Gegensätzliche führt dazu, daß sich die Beiden so gut ergänzen. Der am Leben gescheiterte und verzweifelte Kleingeist Bösel, und der aufstrebende und egoistische Fellner geben einander, was sie am dringendsten brauchen.

Fellner bringt Bösel dazu über seinen Schnitzel-Tellerrand hinauszublicken, er zeigt ihm neue Perspektiven und bringt ihn zum Nachdenken, kurzum Bösels Leben erhält einen neuen Fixpunkt und Sinn. Nicht anders verhält es sich bei Fellner, Bösel zeigt ihm durch seine Einfachheit und von Herzen ehrliche Art und Weise, dass man das Leben und am allermeisten sich selbst nicht zu ernst nehmen sollte. In gewisser Hinsicht werden hier zwei Menschen wiedergeboren, sie entdecken sich selbst noch einmal neu, und das entspricht auch dem Wiedergeburtsgedanken aus dem Hinduismus, der in diesem Film so eine zentrale Rolle spielt, und ihm wohl letztendlich seinen, für einen österreichischen Film ungewöhnlichen Namen gab. Dieses gegenseitige Annähern und Auseinandersetzen mit dem so konträren Gegenpart zeigt aber auch noch etwas anderes. Wenn man die Schwelle der "Du-bist-anders-als-ich-also-mag-ich-Dich-nicht"-Einstellung einmal überwindet, erkennt man viele Gemeinsamkeiten, die bis dato hinter dieser Schwelle verborgen waren. So unterschiedlich alles auf den ersten Blick auch erscheinen und so gegensätzlich die äußere Fassade auch sein mag, im Grunde sind wir gleich - mit all unseren Ängsten, Hoffnungen und Träumen. "Indien" sollte jetzt nicht als "Heile-Welt- oder Moral-Predigt-Filmchen" missverstanden werden, das mahnend und warnend den Zeigefinger erhebt. Es ist vielmehr eine mit bissigem, intelligenten und schwarzen Humor angefüllte Komödie - ja fast schon Tragik-Komödie, die nach meiner Erfahrung zwar von jedem anders empfunden wird, aber alle berührt.

Alles in allem bietet die "Indien"-DVD allein schon aufgrund des sehr guten Filmstoffs, der zufriedenstellenden Bildqualität und dem ausführlichem Bonusmaterial kurzweilige Unterhaltung. Wenn nicht der Wehrmutstropfen der Mono-Tonspur wäre, dann würde die Endwertung entsprechend höher ausfallen. Da aber in diesem Fall der Ton Genre-bedingt nicht der ausschlaggebende bzw. entscheidende Faktor für die Endbeurteilung sein sollte, bewerte ich die DVD-Umsetzung von "Indien" höher, als es die Summe der Einzelpunkte erahnen läßt.

Zum Abschluß noch ein kleiner Tipp für alle Norddeutschen, die sich den Film anschauen wollen. Es ist keine Schande die hochdeutschen Untertitel zu nutzen, denn sonst kann es teilweise erhebliche Verständnisprobleme geben, vor allen Dingen, wenn Bösel alias Josef Hader spricht - das ist nämlich österreichischer Dialekt in seiner härtesten Form.






© DVD-Palace Home Entertainment




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