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 3544  Review zu: Das weisse Band 10.05.2010
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Ein Review von Matthias Schmieder



Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands. 1913/14. Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors. Seine kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern - ein Querschnitt eben. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter?

Cover Das weisse Band
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Im Handel ab:05.03.2010
Anbieter: Warner Home Video / X Verleih AG / X-Filme
Genre(s): Drama
Regie:Michael Haneke
Darsteller:Christian Friedel, Ernst Jacobi, Leonie Benesch, Ulrich Tukur, Ursina Lardi
FSK:12
Laufzeit:ca. 144 min
Audio:Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Bildformat:High Definition (1.85:1) - 1080p
Medien-Typ:1 x Blu-ray BD25
Regionalcode:B
Verpackung:Blu-ray Case
Untertitel: Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Porträt
  • Filmfestspiele Cannes
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Regisseur Michael Haneke entschied sich schon früh den Film in Schwarz/Weiß zu drehen, womit DAS WEISSE BAND (2009) zu den wenigen Vertretern dieser Gattung auf Blu-ray Disk zählt. Im Vergleich mit ebenfalls in Schwarz/Weiß erhältlichen Filmen wie CASABLANCA (1942) bietet dieser 1080p / AVC MPEG-4 Transfer im Seitenverhältnis von 1.85:1 (16:9) eine noch höhere Schärfe und eine besser Detaildarstellung. Das Bild wirkt von Beginn an sehr plastisch und bietet eine leichte Körnung, die jedoch niemals störend in den Vordergrund drängt. Szenen bei Tageslicht neigen zu leichtem Überstrahlen, bleiben aber gleichzeitig authentisch und natürlich. In dunklen Sequenzen fällt ab und an ein leichter Detailverlust bei dunklen Graustufenübergängen auf, die etwa die nächtliche Suche nach einem der Kinder nahezu wie ein Schattenspiel erscheinen lassen. Immer wieder sind auch etwas weichere Szenen zu beobachten, die auf Grund der fehlenden Körnung des Filmmaterials auf leichtes DNR schließen lassen.

Die Kompression arbeitet ohne Fehl und Tadel und wird somit höchsten Ansprüchen gerecht. Verunreinigungen oder Defekte jeglicher Art sind nicht festzustellen - hier wurde sauber gearbeitet. Insgesamt ist DAS WEISSE BAND (2009) als derzeitige Referenz im Schwarz/Weiß zu bezeichnen und lässt großartig restaurierte Werke wie CASABLANCA in machen Disziplinen im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen.

Bewertung  9 von 10 Punkten




Die Blu-ray Disk bietet einen relativ unspektakulären, aber soliden DTS-HD 5.1-Track in deutscher Sprache. DAS WEISSE BAND bietet keinen Raum für direktionale Effekte oder heftigen Score-Einsatz. Die Performance konzentriert sich sehr stark auf die Dialogwiedergabe, die wunderbar plastisch auf der Stereofront abgebildet wird. Vereinzelt nimmt man auch ein paar Umgebungsgeräusche über die Rear-Kanäle war, dies ist jedoch eher eine Seltenheit. Die Sprache klingt sauber aufgelöst und differenziert - Klangfarbe und Timbre könnte nicht besser sein. Da weder Effekte noch Score sich über das Geschehen ausbreiten, ist auch aus dynamischer Sicht nicht gerade viel los, dafür passt sich der DTS-HD-Track wunderbar an die Stimmen an, so dass laut Gesprochenes auch voluminös abgebildet wird.

Bewertung  7 von 10 Punkten




Die Extras liegen vollständig in 576i vor und sind für ein Werk, das mit einer solch hohen Anzahl an Auszeichnungen belohnt wurde doch etwas knapp geraten. Einzig das knapp 40 Minuten dauernde Making of bringt etwas Licht in die Entstehungsgeschichte des Filmes, zumal ein Audiokommentar leider fehlt. Eher oberflächlich aber dennoch interessant anzusehen ist das bei den „Filmfestspielen in Cannes“ aufgenommene, gleichnamige Feature, das Aufnahmen des Roten Teppichs sowie eine Pressekonferenz mit den Machern des Werkes zeigt.

Sehr ausführlich wird die Lebensgeschichte des Regisseurs Michael Haneke in dem 50 Minuten dauernden „Portrait“ beleuchtet. Leider ist das Material mit sehr vielen Ausschnitten aus früheren Filmen Hanekes angereichert, so dass ein gewisser Promotion-Charakter nicht ganz abzustreiten ist.

Bewertung  4 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  7 von 10 Punkten


Michael Hanekes gehört zu den außergewöhnlichsten europäischen Regisseuren, da er sich immer wieder Themen annimmt, die dem typischen Zuschauer zunächst eher komisch vorkommen. Weltruhm erlangte er 1992 mit seinem verstörenden Werk FUNNY GAMES, doch auch seine späteren Werke wurden mit Preisen und Auszeichnungen überschüttet. Ebenfalls reich belohnt wurde sein hier vorliegendes, jüngstes Werk DAS WEISSE BAND (2009), welches neben der Auszeichnung mit der Goldenen Palme unter anderem auch für die diesjährige Oscar-Verleihung als Bester Fremdsprachiger Film nominiert war.

Schon noch wenigen Minuten des Filmes ist klar, dass es sich hierbei nicht um eine gewöhnliche Geschichte handelt. Mit einer fast schon voyeuristischen Art der Inszenierung wird man von Haneke in das Dorfleben des frühen zwanzigsten Jahrhunderts hineingeworfen und trifft auf Gesellschaftsformen und Umgänge die bieder wie erschreckend wirken, aber dennoch kaum etwas von ihrer Aktualität verloren haben. Trotz des zermürbend langsamen Erzähltempos bekommt man schon nach vergleichsweise kurzer Zeit einen guten Gesamtüberblick über die Dorfgemeinschaft und fängt an die Handlungsweisen und Vorgänge im täglichen Leben besser nachvollziehen zu können.

Die eigentliche Geschichte handelt jedoch von unerklärlichen Unfällen innerhalb des Dorfes, um dessen Auflösung sich alle Einwohner bemühen. Haneke wirft dem geneigten Zuschauer hierbei jedoch immer wieder nur kleine Brocken hin und überlässt ihm das Denken, führt ihn in die Irre, oder hält Informationen gar gänzlich zurück. Dieser Umstand in Verbindung mit dem schleppenden Tempo der Erzählung, die sich über 144 Minuten dahin zieht sorgt dafür, dass Hanekes Werk sicherlich auf viel Abneigung treffen wird. Es ist nicht gerade einfach mit dem ungewöhnlich gemächlichen Stil des Regisseurs warm zu werden, zumal das Ende trotz der langen Laufzeit doch sehr abrupt daher kommt. Sind die schauspielerischen Leistungen wie auch die Inszenierung sicherlich jede Nominierung und jeden Preis den sie erhalten haben wert, ist der Film nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Cineasten mit hohem Anspruch und gutem Durchhaltevermögen könnten mit diesem Werk sicherlich glücklich werden - Otto-Normal-Zuschauer wird jedoch sicherlich seine Schwierigkeiten beim Genuss haben.

Die Blu-ray Disk selbst ist sehr gut gelungen. Das in Schwarz-Weiß gehaltene Bild weißt eine sehr hohe Schärfe und viele Details auf, wenn auch Kontrast und Feinzeichnung in dunklen Sequenzen manchmal etwas leiden. Der Ton ist glasklar und gut auflösend aber sehr auf die Front fixiert. Am Bonusmaterial hat man etwas gespart, dennoch sind die vorhandenen Extras gut inszeniert und interessant anzusehen.


Subjektive Filmwertung: 7 von 10 Fenster in die Vergangenheit






© DVD-Palace Home Entertainment




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