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 6827  Review zu: Das Meer in mir - Doppel Deluxe Edition 21.10.2005

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Ein Review von Michael Holland



Ins Meer eintauchen, die faszinierenden Farben und Lebensformen bestaunen, Ramón träumt oft davon. Er liebt das Meer, obwohl es ihn fast getötet hat. Vor 27 Jahren sorgte ein Sprung ins Wasser dafür, dass der damals vor Kraft und Lebenslust strotzende junge Mann plötzlich vom Hals abwärts gelähmt war. Seitdem wünscht er sich nichts sehnlicher als den Tod. Doch ohne Hilfe, die ihm von Rechts wegen versagt bleibt, ist Ramón nicht in der Lage, sein Leben zu beenden. Ramon lebt bei seiner Familie, wird liebevoll umsorgt und gepflegt von seiner Schwägerin Manuela und von seinem Neffen Javi wegen seines einzigartigen Humors und seines Verstandes hoch verehrt. Ramóns Bruder José hingegen kann keinerlei Verständnis für dessen Todessehnsucht aufbringen. Anders die engagierte Anwältin Julia, die sich für ihn und seine Sache einsetzen will. Mit ihrer Hilfe bringt er das Buch "Cartas desde el infierno" (Briefe aus der Hölle) heraus. Sie, die selbst mit einer schweren Krankheit zu kämpfen hat, versteht wie kaum jemand sonst seinen Wunsch zu sterben - mit Ausnahme vielleicht von Gené und dem Rechtsanwalt Marc, die beide für die Gesellschaft "Recht auf würdiges Sterben" tätig sind. Die Fabrikarbeiterin Rosa, Mutter zweier Kinder und Moderatorin bei einem kleinen Radiosender, möchte ihm jedoch viel lieber zeigen, wie schön und vielfältig das Leben sein kann, denn sie hat sich in den außergewöhnlichen Mann verliebt und will ihn auf gar keinen Fall verlieren. So viel Zuneigung wird Ramón von allen Seiten entgegengebracht, doch für ihn wird die Frage immer drängender, wer von diesen Menschen ihn wohl genug lieben könnte, um ihm seinen größten Wunsch zu erfüllen: Freiheit.

Cover Das Meer in mir - Doppel Deluxe Edition
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Im Handel ab:10.10.2005
Anbieter: Universum Film / UFA home entertainment
Originaltitel:Mar adentro
Genre(s): Drama
Regie:Alejandro Amenábar
Darsteller:Javier Bardem, Belén Rueda, Lola Dueñas, Mabel Rivera, Celso Bugallo, Clara Segura, Joan Dalmau, Alberto Jiménez, Tamar Novas, Francesc Garrido, José María Pou, Alberto Amarilla, Andrea Occhipinti, Federico Pérez Rey, Nicolás Fernández Luna, Raúl Lavisier, Xosé Manuel Olveira 'Pico', César Cambeiro, Xosé Manuel Esperante, Yolanda Muiños, Adolfo Obregón, José Luis Rodríguez, Julio Jordán, Juan Manuel Vidal, Marta Larralde
FSK:12
Laufzeit:ca. 121 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital Surround EX
Spanisch: Dolby Digital Surround EX
Bildformat:16:9 (2.35:1) anamorph
Medien-Typ:2 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Doppel Amaray Case
Untertitel: Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Spanisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Trailer von anderen Filmen
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Making Of
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Einführung von Alejandro Amanábar
  • Audiokommentar Alejandro Amanábar
  • Dokumentation "Eine Reise in das Meer in mir"
  • Interviews mit Alejandro Amenábar + Javier Bardem
  • Deleted Scenes
  • TV-Spot
  • Cast & Crew
  • Bildergalerie
  • Auszeichnungen (Auswahl)
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Es fällt auf, dass der Kontrast bei Innenaufnahmen einen Tick zu dunkel gewählt wurde. Daraus resultiert eine ansatzweise gedrückte Grundstimmung, welche dem Thema entsprechen mag, dessen Umsetzung jedoch konträr gegenübersteht - dazu im Fazit mehr. Dagegen wirken Farben zwar immer etwas gedämpft, aber stets natürlich. Knallige Eyecatcher hätten wiederum auch nicht zum Sujet gepasst. Zudem überzeugt der Schwarzwert durch seine Tiefe. Ansonsten gibt eine reine Videobitrate von 6,05 Mbps Kompressionsartefakten keine Chance, obwohl es andererseits auf homogenen Flächen manchmal zu dezenter Blöckchenbildung kommt.

Darüber hinaus trüben teils stehende Rauschmuster den Sehgenuss und weisen auf die Verwendung eines entsprechenden Filters hin. Immerhin leistete dieser ganze Arbeit - nur ganz selten neigen Hintergründe kaum wahrnehmbar zum Grieseln. Allerdings litt die Schärfe deutlich unter der Nachbearbeitung und bewegt sich zwar generell auf gutem, aber nie außergewöhnlichem Niveau. Obwohl man in Sachen Plastizität bloß wenig Kritik üben kann, wirkt das Bild oft zu weich, wodurch Details verloren gehen. Außerdem hätten Kanten eine klarere Abbildung nötig. Abschließend sei noch auf das - nicht überraschende - Fehlen von Verschmutzungen, Kratzern et cetera verwiesen.

Insgesamt liegt die Optik somit über dem Durchschnitt, ohne wirkliche Spitzenwerte zu erreichen. Dafür gibt es sieben Punkte.

Bewertung  7 von 10 Punkten




Sowohl der deutsche als auch spanische Ton liegt im Dolby Digital Surround EX-Format vor (was übrigens analog für den Audiokommentar gilt). Das ist bemerkenswert und edel, allerdings bleibt der Sinn des zusätzlichen Kanals bei einem dialoglastigen Film wie diesem doch eher zweifelhaft.

Denn die hinteren Lautsprecher bekommen geradezu zwangsläufig eher wenig zu tun und dürfen nur den wunderschönen, hellen Score oder ein paar Umgebungsgeräusche (rauschendes Meer, schreiende Möwen et cetera) abbilden. Dies gelingt ihnen allerdings überaus realistisch - man wähnt sich in den entsprechenden Szenen direkt am Strand beziehungsweise fragt sich bei plötzlich einsetzendem Regen unwillkürlich, ob alle Fenster geschlossen sind. Klasse! Auch der Subwoofer wird nicht gerade mit einem großen Arbeitspensum belastet, darf jedoch hin und wieder für trockene Bässe sorgen, beispielsweise während der brachialen Unfallsequenz. Rein gar nichts bemängeln kann man an der deutschen Synchronisation, welche die Stimmen fähiger Sprecher sehr gelungen in das tonale Umfeld einbettet und weder Tiefen noch Höhen zu stark betont. Dagegen klingen Dialoge im Original leider etwas dünn und kraftlos; sonstige Unterschiede existieren nicht.

Unter dem Strich bleibt also ein Sound, der zwar Surroundanlagen zu keiner Zeit richtig fordert, aber qualitativ jederzeit überzeugt und zusätzlich dichte Atmosphäre schafft. Dafür gibt es erneut sieben Punkte.

Bewertung  7 von 10 Punkten




Dass wirklich alle auf den beiden Disks vorhandenen (Unter-)Menüs animiert, soundunterlegt und mit entsprechenden Übergängen ausgestattet wurden, beweist erfreuliche Hingabe. Die Film-DVD hält sich in Sachen Extras zwar etwas bedeckt, listet neben der immer wieder gern gesehenen, acht Titel umfassenden Universum-Trailershow aber zumindest noch eine Auswahl der an DAS MEER IN MIR vergebenen Awards auf und bietet Filmografien von Cast & Crew inklusive gewonnener Preise (insgesamt zwölf Texttafeln). Dann ist aber auch Schluss mit Werbung und nimmt eine unglaubliche Informations-Fülle ihren Anfang, denn der Audiokommentar von Regisseur Alejandro Amenábar gehört schlicht zu den besten Vertretern seiner Art. Praktisch ohne Pause schwelgt der Mann zwei Stunden lang in Erinnerungen, analysiert formale und künstlerische Mittel, geht auf die wahren Hintergründe seines Werkes ein, zieht Vergleiche zum realen Ramón oder berichtet über Intentionen einzelner Sequenzen. Ein unbedingtes Muss!

Dessen nicht genug, lässt es sich Amenábar nicht nehmen, die Bonus-Disk höchstpersönlich einzuleiten (3:09). Schwer vorstellbar, dass solch ein milchgesichtiger Knabe vom Typ "smarter Coverboy" diesen Film gedreht haben soll... Nichtsdestotrotz gelingt es ihm wieder, in nur drei Minuten weitere Informationen unterzubringen, diesmal zu technischen Aspekten, Erweiterungen des Materials und den folgenden Extras. Leicht bemüht wirkt allerdings die Schelte potenzieller Raubkopierer.

Als nächstes beinhaltet die Dokumentation "Eine Reise in das Meer in mir" drei Segmente: Das erste widmet sich den "Vorbereitungen" (36:28), also dem jederzeit respektvollen Weg von wahren Ereignissen zum Film. Hinzu kommen erschütternde Aufzeichnungen des echten Ramón im Krankenbett, private Diskussionen, persönliche Meditationen - beispielsweise natürlich über den Tod -, Beobachtungen der Drehortsuche, Studiobesichtigungen et cetera. Insgesamt ein spannendes, teils gar bewegendes Feature. Es wird fortgesetzt durch "Die Reise" (25:56). Beginnend mit dem dritten Drehtag, begleiten wir die Filmemacher am Set und erfahren einiges zu Aufnahmetechniken, Darstellerführung und ähnlichen wichtigen Dingen. Schlussendlich erreicht man "Das Ende der Reise" (21:59), welches sich mit der Herausforderung beschäftigt, aus dem vorhandenen Rohmaterial ein fertiges Gesamtkunstwerk zu erstellen. Ergo bilden Schnitt, Nachbearbeitung, visuelle Effekte, Musik und so weiter thematische Schwerpunkte, inklusive höchst sehenswerter alternativer Fassungen einzelner Sequenzen. Im Fazit bleibt festzuhalten: Persönlicher - aber kaum weniger informativ - als der Audiokommentar beantwortet die knapp spielfilmlange, dazu völlig werbefreie Dokumentation alle noch offenen, eben auch intimeren Fragen und gewährt einen umfassenden, manchmal anrührenden Blick auf die Umstände, welche zur Entstehung von DAS MEER IN MIR führten. Mustergültig! Quasi gratis dazu gibt es interessante Ansichten, wie beispielsweise die des verantwortlichen Tontechnikers Ricardo Steinbeck: Sein Konzept "besagt im Wesentlichen, dass das Kino rechteckig und zweidimensional ist und dass alles auf der Leinwand Sichtbare grundsätzlich Vorrang hat. Musik oder Effekte werden eingegliedert." Das sollten sich viele moderne Filme mit ihrem aufdringlich lauten Soundtrack- oder Geräusch-Gewaber (beziehungsweise die dafür Verantwortlichen) mal hinter die Ohren schreiben...

Hat man alles Gehörte im Kopf geordnet, ist der Weg frei zu Interviews, welche den Hauptdarsteller Javier Bardem (8:40) sowie erneut Amenábar (12:51) zu Wort kommen lassen. Hier geht es dann wirklich um ureigene, private Sichten auf den Film, seine Figuren oder Beteiligten - was allerdings nicht mit Langeweile oder Beweihräucherung verwechselt werden darf! Vielmehr hält auch dieses Extra den bisher hohen, intelligenten Standard.

Und weiter: Auf dem Programm stehen nun drei Deleted Scenes, insgesamt fast sechs Minuten lang und das Anschauen zweifellos mehr als wert. Vor allem "Ich will, dass er geht" ist tatsächlich ein philosophisches Kunstwerk in sich - bei 59 Sekunden Laufzeit... Schlicht überwältigend. Es schließt sich ein achtminütiges Making Of an, welches zum Glück "bloß" unkommentiertes Behind the Scenes-Material enthält - noch mehr Informationen hätte man vermutlich kaum ertragen.

Irgendwann gehen selbst die umfangreichsten Boni zur Neige. So bleiben, neben dem Kinotrailer in Spanisch und Deutsch sowie einem originalen TV-Spot, schließlich einige Bildergalerien übrig. Im Einzelnen: "Szenenbilder", "Fotos am Set", "Fotos aus Ramóns Vergangenheit" sowie "Set Designs" - zusammen etwas magere und kleine 49 Motive. Eine Ausnahme bilden die "Storyboards", da diese in Form einer animierten, soundunterlegten Slideshow präsentiert werden (24 Zeichnungen). Sämtliche Extras (ausgenommen lediglich die Trailer) bieten optionale deutsche Untertitel, der Hauptfilm beinhaltet sie erfreulicherweise sogar für Hörgeschädigte und als spanisches Pendant.

Kurze Schlussbetrachtung zur Ausstattung: Was kann man sonst noch wollen - außer Outtakes, welche bei einem Vertreter des vorliegenden Genres eher unangenehme Wirkung hätten? Hier stimmen Qualität und Quantität (inklusive Kommentar mehr als vier Stunden!) auf ganzer Linie; folgerichtig bekommt das Bonusmaterial die Höchstnote.

Bewertung  10 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  8 von 10 Punkten


Bekanntlich sind Auszeichnungen beileibe nicht immer als Indiz der Qualität eines Filmes zu werten - aber manchmal können sich ganz einfach nicht alle Juroren geirrt haben. Oscar(R), Golden Globe(R) und 14 Goyas für DAS MEER IN MIR stellen nur Bruchteile eines Trophäenregens dar, welcher bis heute nicht versiegt (zuletzt kürten die deutschen Kinobetreiber das Werk im September 2005 auf der Leipziger Filmkunstmesse zum Besten Europäischen Film). Diese Anerkennung ist zweifellos berechtigt und schön - doch eigentlich völlig unwichtig. Praktisch macht es nämlich keinen Unterschied, ob Alejandro Amenábars Meisterstück nun mit 100 Preisen oder nur einem einzigen gewürdigt worden wäre; denn hier steckt mehr dahinter als nur künstlerische Perfektion. Unglaublich viel mehr.

Amenábar wagt sich nach vorbildhaften Thrillern wie THE OTHERS oder OPEN YOUR EYES diesmal an ein oft diskutiertes, meist als unangenehm empfundenes Thema mit häufig quasi betonierten gesellschaftlichen Ansichten: die selbstbestimmte, doch auf fremde Hand angewiesene Beendigung des eigenen Lebens. Obwohl "Sterbehilfe" nicht viel besser klingt, ist es eine von vielen Großtaten des - übersetzten - Drehbuches, dass im Handlungsverlauf nahezu nirgends der nüchterne wissenschaftliche (durch den Nationalsozialismus negativ belegte) Terminus "Euthanasie" Verwendung findet. Zumal er nicht bloß für Ramón seine ursprüngliche, aus dem Griechischen stammende Bedeutung ("euthanasia" - "schöner Tod") verlor. Es geht schließlich nie um ein möglichst angenehmes Ableben, sondern vielmehr individuelle Entscheidungsgewalt und - vor allem anderen - menschliche Würde.

Daraus hätten durchschnittlich talentierte Regisseure ein didaktisches, deprimierendes Stück Blei gezimmert. Nicht so Amenábar: Er findet zu einer lockeren Inszenierung, welche potenzielle Kitsch-Untiefen immer weit umschifft und sogar ebenso unaufdringlichem wie aufrichtigem Humor Platz gewährt. Ramón wird nicht als larmoyantes Häufchen Elend gezeichnet, sondern ist, ungeachtet seines Todeswunsches, ein starker, eher lebensfroher Mann; wenn auch mit Hang zum Zynismus ("Du rauchst? So was!" - "Hmmm, dann und wann. Könnte mich ja umbringen..."). Aus all diesen Gründen muss man bei Ansicht von Amenábars Werk schmunzeln, träumerisch in atemberaubend schönen Landschaftsaufnahmen schwelgen - und natürlich irgendwann trotzdem geradezu zwangsläufig verschämt schluchzen. Aber hier fließen die Tränen nicht, weil es der Regisseur so verordnet, indem er manipuliert und ausgelutschte emotionale Tricks einsetzt. Nein, DAS MEER IN MIR berührt, erschüttert und wütet schließlich ohne billigen Budenzauber ganz tief im Inneren. Zitat aus dem Audiokommentar: "Hier wollten wir zeigen, wer Ramón ist, aber nicht mit der Holzhammermethode." Es gelang ausnehmend gut.

Dazu tragen natürlich auch die sechs Protagonisten bei, deren individuelle Leistung mit je einem hoch verdienten Goya als Beste/r Hauptdarsteller/in, Beste/r Nebendarsteller/in beziehungsweise Beste/r Newcomer/in bedacht und, im Falle Javier "Ramón" Bardems, sogar von der Coppa Volpi gekrönt wurde. Sie spielen ihre facettenreichen Rollen nicht, sondern begreifen selbige als Chance, tatsächlich in die Haut einer anderen Person zu schlüpfen, diese zu echtem Leben zu erwecken. Gerade Bardem, jeglicher Körpersprache und Gestik - also zwei der wichtigsten darstellerischen Mittel - beraubt, muss seinen Charakter allein durch Blicke, Mimik oder Verbalisierung ergründen. Letzteres können zwar nur des Spanischen mächtige Zuschauer umfassend beurteilen (obwohl die deutsche Synchronisation generell "hervorragend" genannt werden darf), doch die Ausdruckskraft von Bardems Gesicht brennt sich trotzdem nachhaltig ein. Aber auch Belén Rueda gelingt es, Julias Kraft ebenso wie Angst, Verzweiflung sowie das Stoßen an psychische Grenzen, jede subtile Ausprägung ihres Zwiespaltes zwischen dem Wunsch nach endgültiger Erlösung und der aufkeimenden Liebe herzzerreißend authentisch umzusetzen. Und schon allein die absurde Szenenfolge, welche zeigt, wie ein ebenfalls gelähmter Priester Ramón unbeirrbar mit den Lehren der Kirche konfrontiert, sollte auf Grund ihrer kongenialen Verbindung von bitterem Witz, philosophischer Diskussion sowie schaudern machendem Gefühl an Filmhochschulen Lehrstoff sein.

Wer sich mit dem Sujet beschäftigt, vernimmt abschließend viele emotionale Botschaften. "Wahre Zuneigung heißt auch Loslassen" zum Beispiel. Als Ausnahmefilm findet DAS MEER IN MIR letztlich jedoch zu einer dominanten, im Existenziellen verwurzelten Hauptaussage, die sich ungeachtet ihres Gewichtes in wenigen Worten wiedergeben lässt: Jeder Mensch hat das unantastbare Recht zu leben, darf aber dennoch nicht dazu gezwungen werden. Obwohl eine derartige Meinung natürlich absolut der Wahrheit entspricht, ist deren Äußerung sehr mutig. Danke, Señor Amenábar: Dafür, sie auf solch wunderbare, oft Gänsehaut erzeugende Weise vertreten zu haben, ohne dabei ihre Allgemeingültigkeit zu propagieren. Bereits zu Beginn spricht Ramón nämlich einige Schlüsselsätze: "Ich maße mir kein Urteil an. Nein, denn wer bin ich denn, jemanden zu verurteilen, der leben will?! Aber deshalb verurteile bitte auch niemand mich noch die Person, die mir helfen will zu sterben." Aus diesem Ansatz entstand ein Meisterwerk - nichts weniger.

Die Deluxe Edition von Universum würdigt es mit ordentlicher Technik sowie einer Unmenge an wirklich informativen Extras, wofür dem Label ebenfalls Dank gebührt.

Subjektive Filmwertung: 10 von 10 Studien in menschlicher Würde






Und das meinen unsere Kollegen...

Fazit: 4/5
"Das Meer in mir" gewann 2005 den Oscar für den Besten Fremdsprachigen Film. "Der Untergang", der ebenfalls nominiert war, handelte wohl von einem zu schrecklichen Thema, doch auch der Gewinner greift ein sehr brisantes Thema auf, nämlich das der Sterbehilfe. Umso brisanter vielleicht deswegen, weil die Geschichte authentisch und nicht frei erfunden ist. Letztlich bekommt der Zuschauer einen beweg [...]
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