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 3474  Review zu: Das Irrlicht 06.12.2006
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Ein Review von Fabian Sell



Alain Leroy (Maurice Ronet) hat alles, was das Leben angenehm und lebenswert macht: Er ist erfolgreich, gut aussehend und charmant und dank seines Esprits ein Star der Pariser Gesellschaft. Aber innerlich ist er zerrissen, ein zerbrechlicher Mensch, der zu Melancholie, Schwermut und Selbstmitleid neigt. Er flüchtet sich in den Alkohol, sein Trost sind die Cocktails und durchlebten Nächte in den Bars und Clubs. Nach einer Entziehungskur in einer Privatklinik außerhalb von Paris hat er seine Alkoholprobleme offensichtlich überwunden und wird als geheilt entlassen. Aber schnell wird deutlich, dass er den Versuchungen und Unsicherheiten des Lebens außerhalb der Klinik nicht gewachsen ist. In einem letzten Versuch, wieder an sein altes Leben anzuknüpfen, fährt er nach Paris und besucht jeden seiner alten Freunde. Doch er wird enttäuscht. Ein radikaler Abschied von diesem, ihm sinnlos erscheinenden Dasein, ist für ihn der einzige Ausweg...

Cover Das Irrlicht
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Im Handel ab:14.07.2006
Anbieter: Alive AG / Pierrot Le Fou
Originaltitel:Le feu follet
Genre(s): Drama
Regie:Louis Malle
Darsteller:Maurice Ronet, Lena Skerla, Yvonne Clech, Hubert Deschamps, Jean-Paul Moulinot
FSK:16
Laufzeit:ca. 104 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital 2.0 Stereo
Französisch: Dolby Digital 2.0 Stereo
Bildformat:16:9 (1.85:1) anamorph
Medien-Typ:1 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Amaray Case im Schuber
Untertitel: Deutsch,
Extras/Ausstattung:
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Dokumentation "Jusqu'au 23 Juillet"
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Pierrot Le Fou, das für Louis Malles DAS IRRLICHT zuständige Label, hat das ursprüngliche Master aus dem Jahre 1963 toll an die heutigen optischen Qualitäten angepasst. So bleibt Rauschen stets auf einem dezenten Level, wodurch die in Anbetracht des hohen Filmalters durchaus sehr gute Schärfe reibungslos zu arbeiten vermag. Dropouts, Fäden, Haare oder ähnliche Verschmutzungen hat Pierrot Le Fou, von zwei bis drei Ausnahmen abgesehen, gänzlich entfernt. Sofern dabei Filter eingesetzt wurden, darf man von einer professionellen Verwendung ausgehen, da typische Auswirkungen (Doppelkanten, Flächenrauschen et cetera) ausbleiben. Der Kontrast liefert ebenfalls gute Werte, womit abschließend von einem durchaus gelungenen Transfer zu sprechen ist.

Sehr gute sechs Punkte.

Bewertung  6 von 10 Punkten




DAS IRRLICHT wurde lediglich in Dolby Digital 2.0 Stereo (Deutsch und Französisch) auf DVD gepresst. Hinsichtlich des hohen Filmalters war dies jedoch durchaus zu erwarten. Die Klangqualität des sehr dialoglastigen Filmes leidet unter hörbarem Rauschen, einer zuweilen leicht schrillen Stimmenwiedergabe sowie einer allgemeinen Dumpfheit, wobei dies insbesondere auf die deutsche Tonspur zutrifft.

Bewertung  3 von 10 Punkten




"Die untertitelte Dokumentation "Jusqu'auv 23 Juillet" geht sehr hintergründig und vor allem detailliert auf den Hauptfilm ein. Zu Wort kommen Mathieu Amalric (Schauspieler), Didier Daeninckx (Schriftsteller) und Pierre-Henri Deleau (langjähriger Leiter des Réalisateurs Festival de Cannes). Die Objektivität wird dabei erfreulicherweise gewahrt. Weitere Features hat Pierrot Le Fou nicht bereitgestellt, was aufgrund der Tatsache, dass viele Mitwirkende mittlerweile leider schon verstorben sind, jedoch durchaus nachzuvollziehen ist.

Bewertung  2 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  4 von 10 Punkten


Der gebürtige Franzose Louis Malle, der leider 1995 in Los Angeles verstorben ist, gilt als einer der extraordinärsten und kreativsten Regisseure Frankreichs. Wiederkehrende Themen seiner zahlreichen Werke waren unter anderem Tabuverletzungen und menschliche Beziehungen, das Gefangensein in einer gesellschaftlichen Position, Selbstmord, Verlogenheit der Bourgeoisie sowie die Erwachsenenwelt aus der Sicht eines Kindes.

DAS IRRLICHT, basierend auf einer Vorlage von Pierre Drieu la Rochelle, war nach DIE SCHWEIGENDE WELT, FAHRSTUHL ZUM SCHAFFOTT, DIE LIEBENDEN, ZAZIE und PRIVATLEBEN Malles sechster Spielfilm. Der vehement dramatische Handlungsplot versteht sich dabei als Eigenporträt eines Mannes, der zwar eigentlich alles hat, wofür es sich zu Leben lohnt, innerlich aber ein zerbrechlicher Mensch ist, der zu Schwermut, Melachonie und Selbstmitleid neigt. In der heutigen hastigen, sehr erfolgsbestrebten Gesellschaft spielen derartige Gefühlsprobleme durchaus keine untergeordnete Rolle, weswegen das besagte Sujet prinzipiell sehr gefällig wirken mag. Die Inszenierung dessen darf durchaus als genial apostrophiert werden, wobei dazu der glaubwürdig agierende Akteur Maurice Ronet sicherlich einen großen Teil beträgt. Malle macht sein Handwerk auf der anderen Seite ebenfalls großartig. Das Leiden des Protagonisten stellt er gewohnt exzessiv und vor allem opulent detailbezogen dar. Jedes Gefühlssegment bis hin zum leider unvermeidlichen Suizid wird ausführlich abgehandelt. Auch meistert es Malle, die Komplexität und die Undurchschaubarkeit des Menschen stilvoll ins Geschehen zu integrieren. So äußert der Protagonist eines Abends lapidar, er werde sich am nächsten Tage umbringen. Doch als er am nächsten Morgen aufwacht, scheint er seltsam motiviert und seinem eigentlichem Ziel ferner als je zuvor…

Nun assoziiert das Drehbuch das Tun der Hauptperson verständlicherweise auch mit diversen Antagonisten, was – für ungeduldige Gemüter – wohl zur „Auflockerung“ dienen mag, in erster Linie allerdings dazu da ist, die Handlung des Protagonisten in eine bestimmte Richtung zu rücken. Vornehmlich steuert sie dabei zum Selbstmord, oder, wie man neuerdings so schön sagt, zur Selbsttötung. Dem Hauptcharakter mangelt es nämlich an der Fähigkeit, intensivere, wirklich bedeutende Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, was ihn allmählich in den Wahnsinn treibt. Dabei kommt die stark atmosphärische Musikuntermalung sehr gelegen, die zwar nicht unbedingt häufig gefordert wird, in den richtigen Augenblicken jedoch durchaus zu berühren weiß. Zusammen mit der superben Inszenierung, der tollen schauspielerischen Leistung von Maurice Ronet sowie der allgemein sehr interessanten Story entsteht so ein vortrefflicher, emotional stark mitnehmender Gesamteindruck. Nicht nur für Fans von Louis Malle zu empfehlen.

Das Bild zeigt sich dem hohen qualitativen Niveau des Hauptfilms angemessen, während der Ton unter diversen Mankos leidet. Die Ausstattung ist auf eine 29-minütige Dokumentation begrenzt.

Subjektive Filmwertung: 9 von 10 Suizidfällen






© DVD-Palace Home Entertainment




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