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 6106  Review zu: Das Imperium der Wölfe - Deluxe Edition 25.04.2006
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Ein Review von DVD-Palace-Team



Jean Reno überzeugt einmal mehr in der Rolle eines undurchsichtigen, knallharten Bullen, der auf den Spuren der türkischen Mafia ist!
Anna Heymes (Arly Jover), die Frau eines hohen Beamten des französischen Innenministeriums, hat panische Angst. Aus unerklärlichen Gründen hat sie verstörende Wahnvorstellungen und erkennt plötzlich ihren eigenen Mann nicht mehr. Die Diagnose der Spezialisten ist eindeutig: Anna leidet unter akutem Gedächtnisverlust. Angeblich. Denn als sie gegen den Willen ihres Mannes herauszufinden versucht, wer sie wirklich ist, gelangt sie zu einer furchtbaren Erkenntnis...

Zur gleichen Zeit, fernab von Annas Welt der Pariser Oberschicht, spielt sich im Sentier, dem überwiegend von Türken bewohnten Viertel, ein anderes Drama ab: Drei rothaarige Frauen wurden auf bestialische Weise getötet. Die Tat eines wahnsinnigen Ritualmörders? Der junge Kommissar Paul Nerteaux bittet den skrupellosen Ex-Bullen Schiffer (Jean Reno), der sich bestens mit den kriminellen Strukturen im Viertel auskennt, um Hilfe. Bei ihren gemeinsamen Ermittlungen wird den ungleichen Kollegen bald klar, dass der Killer im Auftrag einer mysteriösen Organisation handelt, die sich die "Grauen Wölfe" nennt. Und die haben es auf eine ganz bestimme Frau abgesehen: Anna...

Cover Das Imperium der Wölfe - Deluxe Edition
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Im Handel ab:10.04.2006
Anbieter: Universum Film / UFA home entertainment
Originaltitel:L' empire des loups
Genre(s): Action
Drama
Thriller
Regie:Chris Nahon
Darsteller:Jean Reno, Arly Jover, Jocelyn Quivrin, Laura Morante, Philippe Bas, David Kammenos, Didier Sauvegrain, Patrick Floersheim, Etienne Chicot, Albert Dray, Vernon Dobtcheff, Elodie Navarre, Philippe Du Janerand, Jean-Pierre Martins, Jean-Marc Huber, Donatienne Dupont, Jean-Michel Tinivelli, Sandra Moreno, Laurence Gormezano, Vincent Grass, Corentin Koskas, Guillaume Lamant, Emmanuelle Escourrou, Akim Colour, Gérard Touratier, Aurélie Meriel, Emre Kinay, Arnaud Duléry
FSK:16
Laufzeit:ca. 123 min
Audio:Deutsch: DTS 5.1
Deutsch: Dolby Digital 5.1
Französisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat:16:9 (2.35:1) anamorph
Medien-Typ:2 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Steelbook
Untertitel: Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Deutsch, Französisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Audiokommentare
  • Special Effects
  • Behind the Scenes
  • Die Dreharbeiten
  • Das Atelier der Angst
  • Interviews mit Cast & Crew
  • Storyboards
  • TV-Spots
  • Cast & Crew
  • Bildergalerie
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Universum hat dieser Deluxe Edition ein ansehnliches, aber nicht perfektes Bild spendiert. Die üblichen Farbspielereien mit diversen Filtern und Verfremdungen mag beziehungsweise muss man dabei als Stilmittel akzeptieren, obwohl zum Beispiel Gesichter manchmal schon fast orange aussehen. Doch der häufig deutlich zu weiche Kontrast sorgt wahrlich nicht für übermäßige Freude, zumal dadurch Plastizität verloren geht. Außerdem wirkt das gesamte Geschehen nicht selten etwas zu dunkel, obwohl der Schwarzwert andererseits kräftiger sein dürfte. Zu oft zeigt er bloß ein lasches Grau oder tendiert zum Bläulichen.

Rauschen ist generell vorhanden, nimmt aber niemals auffällige oder gar störende Ausmaße an. Auch Schmutz und Beschädigungen müssen nicht vermeldet werden, was bei einem derart jungen Master indes kaum überrascht. Dafür zeigt sich die Videobitrate mit gerade einmal 5,02 Mbps ziemlich dürftig, was zu leichter Blöckchenbildung (vor allem in homogenen Bildinhalten) sowie dezentem Aliasing führt. Immerhin darf die Schärfe durchgehend als "gut" bezeichnet werden, obwohl Hintergründe oder Totalen schon ein paar mehr Details aufweisen könnten. Insgesamt reißt die Optik also kaum vom Hocker, weiß allerdings trotzdem durchaus zu gefallen. Dafür bleiben noch sieben Punkte.

Reviewer: Michael Holland

Bewertung  7 von 10 Punkten




Beim Ton kann man sich grundsätzlich überhaupt nicht beklagen: Die zwei Dolby Digital 5.1-Spuren (Deutsch und Französisch) sind sehr erfolgreich darum bemüht, düstere Atmosphäre zu schaffen. Es gelingt ihnen zum Beispiel mit intelligentem Subwoofer-Einsatz. Neben mancher druckvollen Bassattacke darf er häufig auch beunruhigend im Hintergrund grummeln - besonders wirkungsvoll zeigt sich diesbezüglich die Leichenschauhaus-Sequenz. Darüber hinaus wird angenehme Dynamik geboten, welche meistens aus der gelungenen musikalischen Untermalung resultiert, und auf einige brachiale akustische Schocks muss man ebenfalls nicht verzichten.

Unterstützend bekommen die Rears häufiger Arbeit und dürfen neben Umgebungsgeräuschen (sehr atmosphärisch: der Regen) manchmal gar direktionale Effekte abbilden. Dafür schwächelt die Synchronfassung bei der Stimmenwiedergabe - diese wirkt wie so oft etwas steril und weniger lebendig als das Original, welches wiederum Dialoge teils sehr leise abbildet. Beiden Sprachen wurden außerdem noch DTS-Mixe gegönnt. Generell klingen sie im Vergleich zu ihren Dolby-Pendants voluminöser, kräftiger und einen Hauch differenzierter. Leider gesellt sich aber zumindest im deutschen Fall leichte Dumpfheit dazu, die zwar niemals stört, gerade bei Frauenstimmen jedoch auffällt. Unter Berücksichtigung dieser kleinen Mängel gibt es für das an sich mehr als gelungene Ergebnis "nur" hauchdünne acht Zähler.

Reviewer: Michael Holland

Bewertung  8 von 10 Punkten




Die Extras sind auf zwei Disks verteilt. Während die erste neben einem Audiokommentar nur noch eine zwölf Titel umfassende Trailershow des Anbieters enthält, wobei drei Clips direkt nach Einlegen starten, ist die zweite randvoll mit Beiträgen zur Produktion.

Audiokommentar von Regisseur Chris Nahon, Darstellerin Arly Jover und Kameramann Michel Abramovicz (Disk Eins): Bereits die ersten Worte lassen Böses ahnen, und leider bestätigt sich das ungute Gefühl im weiteren Verlauf. Allen drei Beteiligten scheint nämlich vorrangig daran gelegen zu sein, auf Biegen und Brechen witzig zu wirken. Ergo jagt ein verkrampfter Gag den nächsten, während über verlorenes Körpergewicht, nicht mehr frische Austern beim Dreh und ähnlich spannende Dinge berichtet wird. Man kommt vom Hundertsten ins Tausende - und der Zuschauer ist froh um jede der seltenen Aussagen, welche tatsächlich Informationen zur Entstehung dieses Films beinhalten. Zu allem Überfluss gibt es oftmals auch noch Spoiler auf die geplagten Ohren. Mithin kann der Kommentar leider unter Ulk verbucht werden.

Disk Zwei bietet wie erwähnt das nachfolgende Material:

Special Effects:
Unter diesem Punkt findet man die umfangreichsten Beiträge. Der wahre Look (53:39 Minuten) erläutert in zehn Schritten (Kapiteln) alle wichtigen Abschnitte/Aufgaben zur Realisation der aufwändigen Effekte im Film. Neben ausführlichen, inhaltlich teils technischen Interviews gibt es Aufnahmen vom Set und PC-Grafiken zu sehen, welche die jeweilige Animationsstufe zeigen. Ein gelungener Beitrag, der die Arbeit sehr anschaulich wiedergibt. In "Die unsichtbaren Effekte" (09:08 Minuten) werden die weniger deutlich erkennbaren Effekte im Hintergrund erläutert. Man sollte nicht meinen, wie oft wir von den Filmemachern auch bei der Setausstattung (überzeugend) getäuscht werden!

Behind the Scenes:
Dies ist der typische unkommentierte Blick hinter die Kulissen. Insgesamt rund 14 Minuten kann man sich durch fünf kurze Szenen klicken, welche die entsprechenden Aufnahmen vom Set inklusive Originalton zeigen. Um einen kurzen Eindruck von den Dreharbeiten zu erhalten, genügt der Abschnitt voll und ganz.

Die Dreharbeiten:
Ein weiteres Mal ans Set geht es unter diesem Menüpunkt. Das Drehtagebuch bietet chronologisch sortiert Szenen von den Dreharbeiten mit Originalton. Etwa 20 Minuten dauert dieser Beitrag. Hinter dem außergewöhnlichen Titel 12 x 10 Bilder/Sekunde verbergen sich von der Crew amateurhaft aufgezeichnete Momente mit der "Wackelkamera". Diese sind oft mit einem Augenzwinkern versehen, was das Ganze etwas auflockert; ernsthafte Einblicke findet man kaum.

Das Atelier der Angst:
Dieses Feature stellt in einem 27minütigen Interview den Autor der Buchvorlage Jean-Christophe Grangé (DIE PURPURNEN FLÜSSE) vor. Es ist interessant, die Gedanken des Urhebers zu seinem Roman sowie der filmischen Umsetzung zu hören und mehr über die Person zu erfahren - solche Beiträge dürfte es öfter geben!

Interviews mit Cast & Crew:
Bei dieser Überschrift schwant einem immer Übles, denn das klingt nach International Press Kit. Tatsächlich kommen in knapp zehn Minuten bloß Regisseur Chris Nahon, Darsteller Jean Reno sowie Autor Jean-Christophe Grangé zu Wort und bieten kaum mehr als kurze, inhaltsarme Statements.

Storyboards:
Hier erwartet die geneigten Zuschauer der Vergleich zwischen Filmszene und dazugehörigen Storyboards im oft verwendeten Split-Screen-Verfahren. Gleich vier Sequenzen, welche es in den Film geschafft haben, und derer zwei, die auf dem Schneidetisch landeten, können so abgeglichen werden. Zusätzlich gibt es noch erste Zeichnungen sowie grobe PC-Animationen zu sehen. Schade, dass die Deleted Scenes nur in dieser Form angeboten werden.

Internationale Kinotrailer und TV-Spots:
Hier gibt es die Standardkost mit Trailern zum Film (zwei Versionen in Originalsprache 01:07 und 01:50 Minuten sowie die kürzere auch in Deutsch) und einem synchronisierten TV-Spot (Zwanzigsekünder). Wenige Dialoge und umso mehr Action bieten eine reißerische Vorschau auf den gar nicht so rasanten Streifen.

Cast & Crew:
Der ebenfalls zum Mindeststandard des Mediums gehörige Part über die Filmbeteiligten offeriert bloß Ausschnitte aus den Filmografien von vier Darstellern sowie den Buchtiteln des Romanautors. Biografien wären dabei doch viel interessanter.

Abgesehen von den letztgenannten Features sind alle Beiträge informativ und professionell aufbereitet. So stellt man sich interessantes Material vor. Lediglich die Zerstückelung in viele kleine Parts ist etwas nervig, da man viel am Fernbedienen ist. An Features fehlt höchstens ein kommentierter Einblick in die Dreharbeiten, also quasi ein etwas allgemeiner gehaltenes Making Of (das vorhandene beschränkt sich ja fast ausschließlich auf die Spezial-Effekte). Alle dialoglastigen Beiträge haben optionale deutsche Untertitel, der Hauptfilm sogar für Hörgeschädigte und darüber hinaus noch in Französisch.

Die Menüs beider Disks sind an das Coverdesign angelehnt und bieten Teilanimationen plus Musikuntermalung (bei der Filmdisk gilt dies allerdings ausschließlich für die Hauptauswahl, alle anderen Tafeln bleiben stumm und starr). Leider wurden diese auf der zweiten DVD wie die Features nicht anamorph aufgespielt (Disk Eins bietet die Screens hingegen bildschirmfüllend an).

In Masse und Klasse überzeugt das reichhaltige Material und verdient sich somit nach Abzug des nichtssagenden Audiokommentars noch sieben Punkte. Bloß der rechtliche Hinweis in Form des Anti-Raubkopierer-Spots auf der zweiten Disk ist überflüssig (wer würde schon lediglich das Bonusmaterial kopieren)!

Reviewer: Marcus Kampfert & Michael Holland

Bewertung  7 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  7 von 10 Punkten


DAS IMPERIUM DER WÖLFE funktioniert in seiner ersten Stunde tatsächlich hervorragend - und zwar auf Grund einer Trennung. Konkret die strikte Parallelität zweier Handlungsstränge: Während grausam zugerichtete Frauenleichen aus der Seine gezogen werden, erfreut sich Protagonistin Anna zwar noch ihres Lebens, leidet aber unter einer umfassenden Amnesie. Nicht mal der Gatte ruft Erinnerungen hervor - blöde Situation. Mithin sollte jeder Thriller-Fan etwas Ansprechendes finden, nämlich schrecklich verstümmelte Körper für die rustikale Fraktion und psychologischen Budenzauber als Freude der etwas subtiler eingestellten Zuschauer. Da sieht man über diverse Klischees gern hinweg, weil das Ganze trotz Dauerregen, Monstermasken und dem sattsam bekannten Tonspur-Horror bestens unterhält. Dafür sorgt allein schon manche nette Wendung.

Doch wenn sich die beiden Handlungsstränge schließlich verbinden, geht ein großer Teil Spaß verloren. Denn nun wird der Schauplatz des Geschehens völlig nach 'Absurdanien' verlegt, muss gemäß "Höher! Schneller! Weiter!"-Prinzip alles aufgefahren werden, was sich nur ein hoffnungslos paranoider Autor ausdenken kann: Intrigen der Türkenmafia, vertauschte Identitäten oder finstere Experimente zum Beispiel; und natürlich werden Informanten nach wie vor genau dann in die ewigen Jagdgründe geschickt, wenn sie gerade zur umfassenden Beichte ansetzen. Völlig überfrachtet bricht der Film unter dieser wirren Last oftmals fast zusammen und findet leider auch keinen Halt oder gar Auftrieb in seinen Figuren. Was unter anderem daran liegt, dass die Mär vom suspendierten alten Ex-Bullen, welcher schon alles gesehen hat, bereits zu oft erzählt wurde. Unglücklicherweise ist es ebenfalls eine schon lange tot gefilmte Idee, besagtem Gesetzeshüter einen jungen, übermotivierten Heißsporn zur Seite zu stellen, um daraus einige (Pseudo-)Konflikte entstehen zu lassen. Auch Annas Wandlung vom ängstlichen Häschen zur cool-brutalen Kampfmaschine überzeugt in keiner Sekunde. Nein, man kennt das in- und auswendig; übrig bleibt nichts als Langeweile, trotz manches Seitenwechsels beziehungsweise Geheimnisses einzelner Charaktere. Jean Reno dürfte, gemessen am Erscheinungsbild, ähnlich wenig Spaß verspürt haben. Mit Lidern auf permanentem Halbmast spielt sich der Mann lustlos eben so durch und sieht aus, als würde er jeden Augenblick in Tiefschlaf verfallen. Da helfen selbst die hippen Schnittgewitter kaum weiter, welche Regisseur Chris Nahons Wurzeln im Werbe- und Musikvideobusiness verraten. Wer allerdings tatsächlich bis zum Ende durchhält, erlebt ein super trashiges Krawall-Kitsch-Schwachsinn-Finale, welches den Film zwar nicht plausibel beendet, bei dessen unfreiwillig komischem Genuss aber das Zwerchfell richtig bebt. Tja, zumindest für Freunde des cineastischen Dilletantismus hat sich das Dranbleiben also doch gelohnt!

Immerhin präsentiert sich die Doppel-DVD auf der Höhe der Zeit. Obwohl das THX-Zertifikat der französischen Auflage fehlt, können Bild und Ton mit vertretbaren Abstrichen überzeugen. Das Set bietet - wenn man den nichtssagenden Audiokommentar unberücksichtigt lässt - zudem reichlich Zusatzinformationen von hohem Informationsgehalt sowie Unterhaltungswert bei geringem Werbe- und Beweihräucherungscharakter. Lediglich in der Laufzeit können sie natürlich nicht mit den Referenzscheiben des Mediums mithalten, entbehren aber grundsätzlich nur wenige wissenswerte Details (es fehlt ein allgemeiner gehaltenes Produktions-Making Of). Die Verpackung im mattschwarzen, hochglanzbedruckten Steelbook sorgt für eine hochwertige, herzeigbare Aufbewahrung der zwei gut bestückten Scheiben.

Subjektive Filmwertung: als Mittelwert beider Hälften zu betrachtende 5 von 10 Abstürzen in unglaublichen Mumpitz

Reviewer: Michael Holland & Marcus Kampfert






© DVD-Palace Home Entertainment




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