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 7217  Review zu: Boogeyman - Der schwarze Mann 05.09.2005
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Ein Review von Michael Holland



Tim (Barry Watson) wird als Kind Nacht für Nacht von furchtbaren Albträumen geplagt. Selbst nach 16 Jahren intensiver Therapie leidet er unter schrecklichen Angstzuständen. Um sein Trauma zu überwinden, kehrt Tim in das Schreckenshaus seiner Kindheit zurück und stellt sich seinen Ängsten. Eine Nacht soll er in der alten verfallenen Villa verbringen. Nur zu bald stellt sich heraus, dass seine Furcht alles andere als eingebildet ist ...

"1 - 2 - 3 - der Boogeyman kommt vorbei!"... Wer dachte, der amerikanische Kinderreim wäre nur Aberglaube, sollte jetzt starke Nerven haben.

Cover Boogeyman - Der schwarze Mann
Cover vergrößern




Im Handel ab:08.09.2005
Anbieter: Universal Pictures Germany
Originaltitel:Boogeyman
Genre(s): Horror
Komödie
Mystery
Regie:Stephen T. Kay
Darsteller:Barry Watson, Emily Deschanel, Skye McCole Bartusiak, Tory Mussett, Andrew Glover, Lucy Lawless, Charles Mesure, Philip Gordon, Aaron Murphy, Jennifer Rucker, Scott Wills, Michael Saccente, Louise Wallace, Brenda Simmons, Josie Tweed, Ian Campbell, Robyn Malcolm, Olivia Tennet, Edward Campbell, Andrew Eggleton, Lee Foreman, Ivan Kemp, Noah Matthews, Caden St. Clair
FSK:16
Laufzeit:ca. 85 min
Audio:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat:16:9 (2.35:1) anamorph
Medien-Typ:1 x DVD-9
Regionalcode:2
Verpackung:Amaray Case
Untertitel: Deutsch, Englisch,
Extras/Ausstattung:
  • Kinotrailer
  • Trailer von anderen Filmen
  • Kapitel- / Szenenanwahl
  • Animiertes Menü
  • Menü mit Soundeffekten
  • Interviews
  • Geschnittene Szenen
  • Alternatives Ende
  • Animierte Storyboards
  • Featurette "Spezialeffekte"
Zusatzinfos: Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Visuelle Spielereien gehören zum Horrorfilm heutzutage quasi dazu, weshalb man sich nicht über die oft unnatürlichen Farben wundern muss. Manchmal bringt dieser artifizielle Look sogar ein paar wunderschöne Einstellungen hervor (siehe beispielsweise 0:24:17). Doch ebenso häufig stört er ganz einfach, da vor allem Hauttöne nicht selten bleich wirken und die Optik allgemein verwaschen aussieht. Dies verstärkt noch ein extrem satter Schwarzwert, welcher so dominant ist, dass ihm unzählige Details zum Opfer fallen. Auch am Kontrast gibt es einiges zu bemängeln - manchmal zeigt er sich sehr steil, dann wieder viel zu dunkel.

Dessen immer noch nicht genug, tritt im Hintergrund teils deutliches Rauschen, gepaart mit dezenten stehenden Mustern, auf. Zwei oder drei Dropouts stören zwar keinesfalls, dafür aber die leichten bis deutlichen Nachzieheffekte (gut sichtbar in Frannys Schaukel-Szene). Außerdem pendelt die Schärfe ständig zwischen "toll" (Nahaufnahmen), "angenehm" (kurze Distanzen) und "schlicht mangelhaft" (alles darüber hinaus). Insgesamt bloß mittelmäßig, zeigt sie gravierende Mängel in der Abbildung von Kanten und Einzelheiten; zudem wäre mehr Plastizität ein Muss gewesen.

Bewertung  6 von 10 Punkten




Für wesentlich mehr Freude sorgt die deutsche Synchronfassung in Dolby Digital 5.1 - schon zu Beginn schöpft sie aus dem Vollen und sorgt für gesträubte Nackenhaare. Da rumpelt ein Gewitter beeindruckend gut aufgelöst durch das heimische Wohnzimmer und versieht grollender Donner den Subwoofer mit Arbeit, während ein voluminöser Soundtrack seinen Teil leistet, um Grusel-Atmosphäre zu schaffen. All dies steigert sich im weiteren Verlauf noch: Wenn es beispielsweise im alten Haus aus allen Lautsprechern tückisch ächzt oder knarrt, Schreckmomente passend akustisch untermalt werden und der Score zusätzlich mit vielerlei, wunderbar auf sämtliche Boxen verteilten Spielereien aufwartet, fehlt bloß wenig zur Brillanz. Unter anderem auch deshalb, weil die Bässe zwar immer kräftig Druck machen, dabei jedoch nie Effekte oder Sprache schlucken.

Im Gegenteil - der Dialogwiedergabe verdient ebenfalls ein Kompliment. Sie klebt nicht verbissen am Center, sondern erschallt beispielsweise hinter dem Zuschauer, wenn das Geschehen es erfordert. Außerdem klingen Stimmen nicht - wie so häufig - steril und "abgehoben", sondern betten sich überzeugend in das sonstige tonale Umfeld ein. Übrigens liegt hier der einzige Unterschied zum sonst adäquaten englischen Original (ebenfalls DD 5.1) verborgen: Dieses schraubt die Sprachlautstärke teils zu sehr zurück, wirkt aber trotzdem in der Abbildung noch einen Hauch realistischer.

Summa summarum ein wirklich hochklassiger Sound, welcher sich angesichts einiger Highlights schließlich auf Referenzniveau erhebt. Man denke nur an die tonal überaus sorgfältig umgesetzte Nachricht ab 0:10:01. Sie fließt so langsam wie analog zur Kamerabewegung vom Center auf den rechten Frontlautsprecher.

Bewertung  9 von 10 Punkten




Wer sich fragt, wieso die als Einstieg in eine animierte, soundunterlegte Hauptauswahl gewählte Szene im Film nicht zu sehen ist, sei informiert: Sie dient als (ausgelutschte) Pointe nach Ablauf des kompletten Abspanns. Weitaus origineller präsentiert sich dafür eine relative Vielzahl gelungener Extras.

Da hätten wir zunächst fünf Trailer aus dem Horror- beziehungsweise Actionfach, nach deren Ansicht man Interviews lauschen darf. Etwa 35 Minuten lang plaudern so ziemlich alle irgendwie am Film Beteiligten über persönliche Erfahrungen, den Entstehungsprozess oder Hintergründe. Trotz kurzer Anflüge des üblichen "Es war ja alles ganz toll!"-Geschwafels eine sehr sympathische, informative Sache (und optisch wesentlich besser als der Hauptfilm, aber das nur nebenbei)! Weitere 13 Minuten sollte man für die geschnittenen Szenen einplanen, da diese durchaus sehenswert sind.

Mit einer Länge von sechs Minuten wartet dann ein recht umfangreiches alternatives Ende auf Abruf. Aus subjektiver Sicht des Rezensenten toppt dieses den letztlich gewählten Schluss deutlich, weil es in bestimmten Details mehr Ernst zeigt und sich generell weniger auf alberne CGI-Effekte verlässt. Nachfolgend werden erneut drei Schlüsselsequenzen (inklusive Prolog und Finale) abgespielt, jedoch in Form animierter Storyboards (3:51/1:10/4:22). Ein überaus interessantes, faszinierendes Feature! Den Abschluss bildet eine Analyse der Spezialeffekte - etwas kurz (insgesamt 4:20), dafür allerdings wirklich anschaulich.

Ein Audiokommentar wäre zwar wünschenswert gewesen, wird angesichts der hier gebotenen Qualität aber nicht unbedingt schmerzlich vermisst. Sämtliche Boni bieten übrigens deutsche Untertitel, für den Hauptfilm stehen sie darüber hinaus in Englisch zur Verfügung.

Bewertung  7 von 10 Punkten





Technisches Fazit:  Bewertung  7 von 10 Punkten


Ja, der Boogeyman... Als erzieherische Maßnahme - "Wenn du jetzt nicht sofort brav bist, holt dich der schwarze Mann!" - ein unsterblicher Dauerbrenner bei Eltern in aller Welt, welcher teils bizarre Modifikationen erfährt. So unterband beispielsweise die Großmutter des damals sehr jungen Rezensenten gefährliche Spiele auf dem maroden Speicher mit ihrer traumatisierenden Mär vom dort hausenden "höllischen Pferd"... Danke, Oma! Und genau das macht letztlich den Reiz von BOOGEYMAN - DER SCHWARZE MANN aus, zumindest anfangs: Regisseur Stephen Kay packt sein Publikum an einer Urangst. Er führt es gedanklich zurück und lässt Erinnerungen an jene Nächte aufsteigen, in denen man furchtsam eingekuschelt im Bett lag, misstrauisch den Schrank oder dunkle Ecken beäugend, immer bereit zur hysterischen Flucht, falls irgendein Kinder fressendes Monster auftauchen sollte.

Zum großen Wurf fehlt Kay dennoch verdammt viel Kraft im cineastischen Arm. Natürlich muss man ihm seine Bemühungen, die ausgetretenen Genre-Pfade zu verlassen, positiv anrechnen. Über einen recht langen Zeitraum klappt dies auch wirklich gut: Übersinnliches Grauen vermischt sich mit realem Schrecken (man denke unter anderem an die verzweifelte Frau im Park, deren Kind plötzlich verschwunden ist), nichts wirkt zu abgehoben, die Charaktere scheinen Entwicklungen zu vollziehen. Grandios beispielsweise die Sequenz im Haus von Jessicas Familie. Doch dann fängt der BOOGEYMAN an, ausschließlich auf Veräußerlichungen zu bauen - hier ein Schockeffekt, da ein Schreckmoment, fiese Visionen, ausrastende Tiere... Man kennt all das aus dem Effeff. "Originalität" schreibt sich anders, "Spannung" ebenfalls.

Richtig schlimm wird es dann beim Showdown. Dass er unserer jedem Zuschauer aus seiner eigenen Kindheit gut bekannten Horrorgestalt plötzlich eine menschenähnliche, echte Hülle verleiht, mag ja - wie übrigens das ganze Werk - auf psychologischer Metaebene interessant sein. Doch leider merkt schon Barry Watson im Interview hundertprozentig richtig an: "Es gibt Filme, in denen man versucht hat, dem Boogeyman ein Gesicht zu geben. Aber das kann man nicht hinkriegen." Weshalb der böse schwarze Mann eben auch hier nur eine absolut lächerliche CGI-Figur ist, was jeden noch vorhandenen Rest Grusel killt.

Letztlich bleibt also nicht viel mehr als ambitionierte und audiovisuell ansprechende (ergo qualitativ hochwertige) Langeweile auf einer ordentlichen DVD. Ein besseres Bild hätte ihr insgesamt spielend acht Punkte gebracht.

Subjektive Filmwertung: 4 von 10 schlaflosen Nächten






Und das meinen unsere Kollegen...

Fazit: 3,5/5
Die DVD "Boogeyman" ist, wie oft bei Universal, in Sachen Ton sehr gut, was das Bild angeht allerdings durchschnittlich. Leider scheint sich bei Universal derzeit kein anderer Trend abzuzeichnen, obwohl DVDs wie "Riddick" tatsächlich ein besseres Bild hatten. Fern ab von technischen Belangen bleibt allerdings nur der Film für sich alleine, ein Film über den sich die Geister wahrscheinlich streite [...]
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