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Neben einer erstklassigen Bildausgabe gibt es für den Cineasten noch ein weiteres Hauptmerkmal für den Kinospass
zu Hause: Den Ton. Die Anbieter von Lautsprechern und Surroundsystemen für das eigene Heimkino sind schier grenzenlos,
doch wie trennt man die Spreu vom Weizen? Seit einigen Wochen haben wir in unserem Heimkino ein 5.1-System
der schwäbischen Speaker Factory NUBERT im Einsatz,
welches uns freundlicherweise für einen Test überlassen wurde.
Das Paket besteht aus den folgenden Komponenten...
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Frontspeaker nuBox 580
Den ersten beeindruckenden Kontakt des neuesten Flagschiffs erhält man bereits, wenn man die Pakete von A nach B
transportieren will. 27 kg prangt auf dem angebrachten Sticker des Kartons, man gerät in Versuchung den armen
Paketboten etwas zu bemitleiden.
Doch dafür ist keine Zeit, denn der Nachfolger der ohnehin schon sehr guten
nuBox 460 will im Heimkino aufgebaut und verkabelt werden. Apropos Kabel: Nubert liefert seine Boxen mit einem
entsprechenden Lautsprecherkabel. Dieser pfiffige Gedanke entstand, um eventuellen ersten Frust beim Kunden
zu unterbinden, der vielleicht nicht an den Kauf eines geeigneten Kabels gedacht hatte.
Mit einer Nennbelastbarkeit von 300 Watt arbeiten in der Standbox zwei 22cm Tiefmitteltöner und ein 25mm Kalottenhochtöner. Die beiden Bässe arbeiten
nur im Tieftonbereich gemeinsam, oberhalb dieser Frequenz klinkt sich das untere Chassis allmählich aus. Bei tiefen
Frequenzen hat man dadurch die "gesamte Fläche" der beiden mehrschichtigen Polypropylen-Membranen für einen hohen Schalldruck
zur Verfügung, die gesamte Technik der Box ermöglicht dadurch ungeahnte Dynamiksprünge.
Es besteht die Möglichkeit, per Kippschalter auf der Gehäuserückseite die Box bei den Höhen und beim Bass
um ein paar Dezibel zu senken bzw. anzuheben. Für eine Anpassung an das eigene Hörempfinden ist diese Option
extrem sinnvoll. Ich persönlich bevorzuge satte Bässe bei einem klaren, hellen Ton, was sich
hiermit hervorragend realisieren lässt.
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Centerspeaker nuBox CS-330
Der Centerspeaker CS-330 ist in unserem Heimkino direkt unter der Leinwand auf dem Boden platziert. Hier arbeiten
zwei Tieftöner und ein Kalottenhochtöner, der etwas oberhalb der Mittellinie angeordnet ist. Diese asymmetrische
Anordnung bringt klangliche Vorteile bei allen Abstrahlwinkeln, so dass auch eine Stimmenwiedergabe für Zuhörer
an den Seiten des Raumes verbessert wird.
Die Schallwand besteht aus geriffeltem Aluminium, was bei abgenommener
Stoffbespannung nicht nur edel aussieht, sondern auch den Ton heller und klarer klingen lässt. Aus Sicherheitsgründen
vor "wildgewordenen Staubsaugern", haben wir es jedoch vorgezogen, die Stoffbespannung aufgesetzt zu lassen.
Mit dem eingebauten Schalter auf der Rückseite des Lautsprechers hat man eine Art Loudness-Funktion, hiermit lässt
sich ein sanfteres Klangbild mit weniger Mitten und "seidigen" Höhen erzielen. Eine seitliche Bassreflex-Öffnung
gibt dem Lautsprecher, der übrigens eine Nennbelastbarkeit von 200 Watt hat, noch den richtigen Bass-Kick.
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Subwoofer AW-880
Der aktive Subwoofer AW-880 ist ein Schmuckstück in jeder Hinsicht. Wie bei seinen "Set-Brüdern" besteht auch hier
die Schallwand aus geriffeltem Aluminium. Mit der mitgelieferten Fernbedienung lassen sich die beiden wichtigen
Einstellungen "Volume" und "Frequency" (40-150 Hz) bequem vom Sessel aus einstellen.
Den einzig negativen Punkt des Geräte möchte ich direkt vorwegnehmen.
In einem abgedunkelten Heimkino fällt es schwer die Positionen der beiden Regler zu erkennen. Hier wäre es in meinen
Augen angebracht, ähnlich wie bei Volumereglern der Verstärker, eine dezente LED anstelle der aufgemalten weißen Punkte zu
verwenden.
Das war es dann aber auch schon, mehr Kritikpunkte lassen sich einfach nicht finden.
Eine Vielzahl von
Einstellungsmöglichkeiten findet man auf der Rückseite des Gerätes.
Für das Powermanagement gibt es einen Hauptschalter, der
eine vollständige Netztrennung vornimmt. Per Schieberegler kann man zusätzlich entscheiden, ob das Gerät im Standby-Betrieb oder dauerhaft
ein bzw. ausgeschaltet sein soll. Leider entfällt bei uns der Standbybetrieb, da aufgrund von nicht ganz korrekten Erdungen
im Stromnetz bei ausgeschaltetem Verstärker das berühmte Brummen zu vernehmen ist und dem Subwoofer ein Signal vortäuscht. Dies
ist natürlich nicht dem AW-880 anzulasten, der übrigens bis zu magischen 20 Hz hinabreicht und somit ein Bassfundament für erstklassige Explosionen liefert.
Mit diversen anderen Einstellmöglichkeiten kann man den Subwoofer
optimal an seine Umgebung und das eigene Hörempfinden anpassen.
Ein Soft-Clipping Schalter dient zum Schutz vor Übersteuerung der Membrane
vor unvorhersehbaren Ausschlägen, zum Beispiel bei plötzlich auftretenden lauten Passagen.
Im Übrigen sind sogenannte
Schockabsorber dringend zu empfehlen, einerseits um die Kraft nicht zusätzlich
in den Boden gelangen zu lassen, andererseits um dadurch nicht den Woofer-Effekt durch Vibrationen
zu verfälschen.
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Rearspeaker nuBox RS-300 (Dipol)
Die beiden Dipol-Rearspeaker sind bei uns mit den als Zubehör lieferbaren Haltern in einer Höhe von ca. einem
Meter an der Seitenwand im hinteren Bereich montiert. Obwohl die Boxen auch schon gut klingen, wenn
man sich keine besonderen Überlegungen bzgl. des Standortes macht, erhalten sie damit genug Abstand zu
Wand und Boden, um sich entsprechend räumlich ausbreiten zu können.
Die nuBox RS-300 hat eine Nennbelastbarkeit von 100W bei einer Impedanz von 6 Ohm und kann aufgrund
der guten magnetischen Abschirmung auch als Centerspeaker eingesetzt werden. Neben einem Basslautsprecher gibt es
jeweils vorne und hinten eine Hochtonkalotte, mit einem Schalter können die Phasen der Hochtöner gedreht und
somit aus einem Dipol- ein Bipol-Lautsprecher gemacht werden.
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Unser Fazit
Nach etlichen DVDs mit den unterschiedlichsten Tonarten, hat das Nubert Surround-Set nichts an Charme verloren.
Eine satte Basswiedergabe gepaart mit sauberen, hohen Frequenzen lassen Filme mit einem entsprechenden Sound
zu einem Erlebnis werden. Bei dialoglastigen Filmen leistet der Centerspeaker ganze Arbeit und überträgt mit
einer breitflächigen Abstrahlung die Stimmen klar und deutlich.
Durch die entsprechende Abstimmung der einzelnen
Elemente des Sets wird eine sehr gute Homogenität erzeugt, die man vor allem im Frontbereich beim Tonwechsel von
links nach rechts oder umgekehrt zu schätzen weiss. Der durchs Bild fliegende Hubschrauber wechselt nicht urplötzlich
sein Motorengeräusch, so wie wir es von unserem vorherigen Mischsystem gewohnt waren.
Wer mit einem Dipol-Lautsprecher
liebäugelt sollte meiner Erfahrung nach nicht zögern, einen solchen im Rearbereich auch einzusetzen. Der Unterschied
zu einer evtl. gegen die Wand gerichteten Normalbox ist elementar, vor allem, da die RS-300 den Klang mit der
entsprechenden Dynamik und Lautstärke auch rüberbringen. Tontechnisch gesehen wird man "Das Geisterschloss" auf diesem
System nicht so schnell vergessen.
Apropos Lautstärke. Trotz schallgedämmten Heimkino haben wir es bisher nicht
gewagt, die Nubert's bis an den Rande der Erschöpfung zu treiben, was allerdings auch nicht notwendig ist, denn
schon in den niedrigeren Lautstärken wird ein starker Klang geboten. Die Wohnzimmertauglichkeit ist dadurch definitiv gegeben.
Ich kann zwar nicht mit hochgradig komplizierten Messkurven auftrumpfen, den Friendly-User-Test hat das System aber
zu 100% bestanden. Edles Design, gute Verarbeitung der Chassis, hochwertige Bauelemente bei den Frequenzweichen
und ein extrem starker Klang machen bei diesem stimmigen System jederzeit Appetit auf mehr. Für einen
Gesamtpreis von ca. EUR 1900,-- wird man in dieser Preisklasse lange nach Alternativen bei gleicher Qualität suchen
müssen. Absoluter Kauftipp!

Autor: Dietmar Noll
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