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| Wie gelingt es einem irischen Burschen ohne Zukunftsaussichten, in den englischen Adel des 18. Jahrhunderts aufzusteigen? Barry Lyndon (Ryan O'Neal) will es schaffen - auf Teufel komm raus! Er schmachtet nach den Frauenzimmern, sieht im Duell dem Tod ins Auge, versucht sich als Vagabund, Soldat im Siebenjährigen Krieg, als Lebemann, Spion und Falschspieler - und erklimmt dabei stetig die Sprossen, die Karriere, Erfolg und Reichtum versprechen. | | 
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| Originaltitel |
Barry Lyndon (England 1975) |
| EAN Kauf-Medium |
7321921211485 |
| Altersfreigabe (FSK) |
12
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| Laufzeit |
ca. 178 min |
| Genre(s) |
Drama
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| Regisseur(e) |
Stanley Kubrick |
| Darsteller / Sprecher |
Ryan O'Neal,k Marisa Berenson,f Patrick Magee,p Hardy Krüger,x Steven Berkoff,s Gay Hamilton,q Marie Kean,f Diana Körner,h Murray Melvin,i Frank Middlemass,h André Morell,i Arthur O'Sullivan,j Godfrey Quigley,a Leonard Rossiter,i Philip Stone,p Leon Vitali,q John Bindon,a Roger Booth,a Billy Boyle,t Jonathan Cecil,q Peter Cellier,h Geoffrey Chater,k Anthony Dawes,o Patrick Dawson,s Bernard Hepton,o Anthony Herrick,a Barry Jackson,o Wolf Kahler,j Patrick Laffan,c Hans Meyer,v Ferdy Mayne,u David Morley,m Liam Redmond,p Pat Roach,t Dominic Savage,n Frederick Schiller,n George Sewell,z Anthony Sharp,z John Sharp,y Roy Spencer,c John Sullivan,v Harry Towb,m Michael Hordern,e Vivian Kubrick |
| Veröffentlichungstermine |
23.08.2001 [ Verkauf ] |
| Anbieter |
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| Verpackung |
Ivy Hill Snapper Case
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| Medien-Typ |
1 x DVD-9
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| Ländercode |
2 |
| Bildformat(e) |
Letterbox (1.59:1)
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| Tonformat(e) |
Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1 |
| Untertitel |
 Deutsch |
 Englisch |
 Dänisch |
 Schwedisch |
 Finnisch |
 Norwegisch |
 Holländisch |
 Italienisch |
 Isländisch |
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Untertitel für Hörgeschädigte |
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 Deutsch |
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| Ausstattung |
- Trailer
- Kapitel- / Szenenanwahl
- Menü mit Soundeffekten
- Auflistung alleru Auszeichnungen
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| OSCARS |
   ( 1975) | Beste Ausstattung
Beste Kamera
Beste Kostüme
Beste Filmmusik
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Bewertung von Carlito Brigante
BARRY LYNDON
Regie: Stanley Kubrick
GB 1975
Ca. 177 min.
STORY:
Erster Teil. Irland, 18. Jahrhundert: Nachdem er im Duell den künftigen Bräutigam seiner Kusine getötet zu haben glaubt, zieht der junge Landadelige Redmond Barry (Ryan O’Neal) auf der Flucht vor der Polizei nach Dublin. Schnelles Opfer zweier Räuber schreibt er sich bei der britischen Armee ein und kommt im Zug des siebenjährigen Kriegs nach Europa. Eine Serie von Zufällen und Wendungen führt ihn durch das veränderliche Klima dieser Zeit. Als Deserteur auf der Flucht fällt er in die Hände des Preußischen Hauptmanns Potzdorf (Hardy Krüger). Lernfähig in der Kunst der Verstellung, wird Barry dessen Protege und beginnt so eine Karriere beim preußischem Geheimdienst. Diese führt ihn mit dem Falschspieler Chevalier de Balibari (Patrick Magee) zusammen, an dessen Seite er sich als Trickbetrüger durch die bessere Gesellschaft Europas bewegt. Schließlich trifft er Lady Lyndon (Marisa Berenson) kennen und gewinnt ihr Herz - Barrys Traum vom gesellschaftlichen Aufstieg wird wahr.
Zweiter Teil. Barry kehrt nach England zurück, wo er das frisch ererbte Vermögen nach erlerntem Lebenswandel durchbringt, während er Lady Lyndon wie eine Gefangene zu Hause hält, damit sie sich um sein einziges Herzblatt - ihren gemeinsamen Sohn - kümmert. Seine gleichzeitigen Bemühungen um einen Titel scheitern und Barry verscherzt sich die Gunst seines Standes, als er seinen Widersacher - Lady Lyndons Sohn aus erster Ehe, Lord Bullingdon (Leon Vitali), öffentlich demütigt. Verschuldet und verlassen muss Barry darüber hinaus den Tod seines einzigen Kindes mit ansehen und wird schließlich von Lord Bullingdon zu einem letzten Duell gezwungen. (übernommen)
Kubricks Adaption des Romans von William Makepeace Thackeray mag auf den ersten Blick ein seltsames Stück in Kubricks Filmographie darstellen. Doch bei genauerer Betrachtung wird man feststellen können, dass sich BL sehr wohl nahtlos in die Themenauswahl des Meisters einfügt. Und nicht nur das, BARRY LYNDON erweist sich dazu als der schönste aller seiner Filme. Er ist einfach unbeschreiblich wunderschön, jede Einstellung ein Gemälde. Der Film strotzt nur so von ausgefeilten Bildkompositionen die nach zeitgenössischen Bildern kopiert wurden (der Film ist ebenfalls wie ein Gemälde fotografiert worden: flach, oft ohne Tiefe).
Vorbilder: William Hogarth, Adolph von Menzel, Thomas Gainsborough, John Constable
Die Kameraarbeit von JOHN ALCOTT muss einfach gewürdigt werden. Selten hat man solch ein schönes Licht und solche Kompositionen bewundern dürfen. Oftmals ohne Dialog, nur Bilder, die mehr sagen als 1000 Worte. Einfach grandios, die Essenz des Kinos.
Die von S.K. oft verwendete Rückwärtsbewegung der Kamera wird hier auf die Spitze getrieben, nahezu jede Szene wird mit einem Zoom rückwärts eingeleitet, vom Detail zur Totalen / zum Panorama (ZOOM!, keine Rückwärtsfahrt, andere Perspektive!).
Die Farben sind ein Gedicht. Wie so häufig spielt das Rot eine tragende Rolle in Kubricks Filmen. Besonders zu erwähnen sind natürlich die Szenen, die ausschließlich mit Kerzenlicht gefilmt wurden. Ermöglicht hat dies eine spezielle Linse von CARL ZEISS aus Deutschland, die für die NASA entwickelt wurde und die das Fotografieren bei minimalen Lichtverhältnissen erlaubt.
(Übrigens: in jeder Kerzenszene steigt die Anzahl der selben kontinuierlich an!)
Musik, Kostüme, Ausstattung sind ebenfalls perfekt. Nicht umsonst wurde BL in diesen Kategorien nicht nur mehrfach nominiert, sondern auch ausgezeichnet (u.a. OSCAR für Beste Kamera, Kostüme, Szenenbild und Musik). Alles wurde akkurat und penibel nachgestellt, detailliert bis ins kleinste Element.
Begleitet wird der Streifen von einem (ironischen) Erzähler, der immer wieder vorgreift. Er antizipiert große Teile der Handlung. Und weil der Erzähler alles bereits anreißt, bleibt nur die nüchterne und passive Beobachtung!
Der Film ist langsam, aber niemals langweilig. Keine einzige Minute ist überflüssig.
Die Erzähls
truktur (Zwei Hauptteile mit jeweils zwei Untergliederungen) verläuft ohne klassische Höhepunkte und ohne jede Überraschung.
Kubrick verweigert dem Publikum die Identifikation mit seiner distanzierten Darstellung.
Lange Einstellungen ohne größere Bewegungen, minimalistisches Spielen, das alles führt zur Grundidee des Beobachtens. Er handelt von Beobachtung, spielt mit der Beobachtung und stellt so eine Studie von menschlichem Verhalten dar.
Wie so oft bei Stanley, ist auch BL kalt, düster (besonders zum Ende hin), über weite Strecken geradezu emotionslos (außer in den Szenen mit seinem Kind). Er bietet sogar nur ein eingeschränktes Mienenspiel der Beteiligten, alles wirkt wie Masken (was die dicken Puderschichten nur noch verstärken).
Wir verfolgen den Aufstieg und Fall eines Emporkömmlings, Falschspielers, Hochstaplers, notorischen Lügners und Deserteurs. Also eine desaströse Figur in einer kaputten Gesellschaft, die kaum besser ist als er (sein Wunsch und seine Anstrengungen den Titel „Lord“ zu erhalten, werden schamlos ausgenutzt).
„BARRY LYNDON ist gar nicht so sehr Person als vielmehr Medium, er vermittelt zwischen den Elementen der Struktur dieser Gesellschaft, er ist ihr notwendiges Übel und zugleich kein wirklicher Teil von ihr. ...
Die Handlung erscheint beinahe nichtig gegenüber dem Dekor: Es geht um Aufstieg und Fall eines irischen Bauernsohnes , eines Mannes, der Karriere macht, indem er die Leichtgläubigkeit und zugleich die frivole Skrupellosigkeit seiner Epoche bedingungslos annimmt. Barry und Lady Lyndon finden ihr Leben für kurze, verhängnisvolle Zeit in einem radikalen Stilwillen, sie wollen reine Form ohne Inhalt, Masken ohne Charakter werden. Und Barry glaubt, durch Kunst die Klasse wechseln zu können. Individualität und historische Moral sind Ihnen ein Gräuel, die schöne Form ist alles.“ (1)
„Der Film erzählt einerseits von Aufstieg und Fall, andererseits aber auch von vier emotionalen Stadien des Helden: Naivität - Zynismus – Ignoranz – Zärtlichkeit. Der Pessimismus Kubricks besteht wohl nicht so sehr in der Unabdingbarkeit, mit der wir von Anbeginn auf den kommenden Fall des Helden vorbereitete werden, ... sondern darin, dass sein Fall mit einer emotionalen Läuterung beginnt. (1)
Der Schluss: Kubricks augenzwinkernder Abschluss zeigt uns die Unterzeichnung eines Dokuments, datiert auf Dezember 1789. Die Epoche der Aufklärung führt zum Ende des Absolutismus und alles wird sich in Europa ändern.
Epilog: „Die hier gezeigten Personen lebten und stritten sich zu Zeiten Georgs III.; gut oder schlecht, schön oder hässlich, arm oder reich. Jetzt sind sie alle gleich.“
Quelle: (1) Georg Seeßlen / Fernand Jung „Stanley Kubrick und seine Filme“
BILD: 1,59:1, Letterbox (entgegen den Angaben auf der DVD); klares Bild ohne jegliche Fehler. Die Farben (soweit gewollt) sind kräftig und strahlen immer dann, wenn es die Szenerie verlangt. Die Restauration wurde überzeugend durchgeführt.
TON: Englisch / Deutsch in DD 5.1.; Sehr Centerorientiert, da dialoglastig. Beide Sprachversionen sind klar und verständlich, ohne jede Einschränkung. Ein Rauschen konnte ich nicht entdecken. Wenn die Musik einsetzt, kommen auch die anderen Lautsprecher zur Geltung. Für diese Art von Film nicht nur ausreichend, sondern exzellent.
EXTRAS: leider sind außer einem Trailer und Schrifttafeln über die diversen Auszeichnungen keine Extras vorhanden. Bei so einem hochinteressantem Film mehr als schade.
FAZIT: Der unbekannteste und am meisten unterschätzte Film Kubricks, ist eine Entdeckung wert. Sinn für das elegische Tempo und die Art der Inszenierung sollte man haben, denn dann entfaltet sich ein brillantes Meisterwerk der Filmgeschichte, das allein mit seinen berauschenden Bildern, andere Filme weit hinter sich lässt.
Bewertung der DVD:
08 von 10 Punkten
Bewertung des Films:
10 von 10 Punkten
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