Ein
Review von Carlito Brigante

Bushido befindet sich auf Konzert-Tournee durch Deutschland, als er eine Postkarte von seinem Vater erhält. Alte Erinnerungen kochen hoch: Seine Kindheit als Ghettojunge in Berlin, statt Schule dealt er Drogen, rutscht in die Kriminalität, es droht der Knast. Vor allem aber läuft ein Bild in Bushidos Hirn Amok, wie sein Vater die Mutter vor seinen Augen schlägt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Rapper muss sich Bushido den Dämonen der Vergangenheit stellen. Von wegen: Zeiten ändern sich, Zeiten ändern Dich!
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| Im Handel ab: | 15.07.2010 |
| Anbieter: |
Highlight Communications
/ Constantin Film
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| Originaltitel: | Zeiten ändern dich |
| Genre(s): |
Dokumentation
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| FSK: | 12 |
| Laufzeit: | ca. 92 min |
| Audio: | Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
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| Bildformat: | High Definition (2.35:1) - 1080p
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| Medien-Typ: | 1 x Blu-ray
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| Regionalcode: | B |
| Verpackung: | Blu-ray Case
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| Untertitel: |
Keine Untertitel
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| Extras/Ausstattung: |
- Kapitel- / Szenenanwahl
- Making Of
- Animiertes Menü
- Menü mit Soundeffekten
- Interviews
- Blick hinter die Kulissen (ca. 9 Min.)
- Musikvideo „Alles wird gut“
- Bildgalerie
- Darsteller-Infos
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| Zusatzinfos: |
Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Die Bildqualität ist ziemlich gut. Die Schärfe ist ausgezeichnet und präsentiert ein scharfes, knackiges Bild (1,85:1) voller Details. Farben und Kontrast wurden nachbearbeitet. Die Farben sind je nach Schauplatz und Szene entweder entsättigt oder kräftig überbetont, was eher unnatürlich aussieht. Der Kontrast sorgt in hellen Szenen/Flächen schon mal für leichte Überstrahlungen, während in dunklen Szenen Details verschluckt werden können. Es gibt ein dezentes Rauschen, aber das hat wohl mehr mit der Körnung des Filmmaterials zu tun. Es ist nie stark genug, um wirklich ins Auge zu springen. Die Kompression ist gut.
9 von 10 Punkten

Deutsch: DTS-HD HR 5.1
Der Ton und seine Abmischung sind ziemlich gelungen. Obwohl der Film recht dialoglastig ist, spielt sich das Geschehen durchaus nicht nur an der Front ab. Die hinteren Boxen kommen dank stetiger Umgebungsgeräusche und Soundeffekte oft zum Einsatz, was zu einer guten räumlichen Kulisse beiträgt. Besonders bemerkenswert sind aber die Konzertszenen, denn die sind noch mal kräftiger und dynamischer und sorgen für einen ordentlichen Surroundsound. Es gibt keinerlei Untertitel.
9 von 10 Punkten

Die Extras bestehen aus einem Making of (ca. 38 min), 11 Interviews (ges. ca. 15 min), einem unkommentierten Blick hinter die Kulissen (ca. 9 min), einem Musikvideo „Alles wird gut“ (ca. 4 min), einer Bildergalerie, ein paar Darstellerinfos in Form von Texttafeln und einem Trailer.
5 von 10 Punkten

Technisches Fazit: 8 von 10 Punkten
Was haben sich Bernd Eichinger und sein Haus- und Hofregisseur Uli Edel (CHRISTIANE F., LAST EXIT BROOKLYN, DER BAADER MEINHOF KOMPLEX) nur dabei gedacht, diesen Film zu machen? Was haben sich gestandene Schauspieler wie Moritz Bleibtreu (als Dealer/Ghetto-Pate!), Hannelore Elsner (als Mutter von Bushido!), Katja Flint, Uwe Ochsenknecht (beide als reiche Spießer-Eltern!) gedacht, hier mitzumachen? Was hat die Filmförderung bewogen, diesem Ding soviel Steuergelder nachzuschmeißen? Warum bietet man solch einem Element eine solche Plattform? Kann man alle diese Fragen mit GELD beantworten? Ja, kann man.
Anis Mohamed Youssef Ferchichi alias Bushido polarisiert. Und mit solchen Menschen lässt sich vortrefflich verdienen. Dachte sich auch Bernd Eichinger und sprang auf den Zug drauf. ZEITEN ÄNDERN DICH (D, 2010) ist das Resultat, ein verhunztes Etwas, das auf dem angeblich autobiographischen Buch von Bushido basiert. Für den Film wurde aber vieles bereinigt: Es fehlen die Horden von durchgezogenen Frauen, die Drogentrips, die diversen Prügeleien, die wüsten Beschimpfungen und Hasstiraden. Kaum noch etwas da. Alles sauber. Bushido ist voll und ganz der Gutmensch mit kleinen Schwächen.
Das Drehbuch und die Story sind ein schlechter Witz. Dazu kommen die hanebüchenen und grauenerregenden Dialoge. Dass Eichinger dafür selbst verantwortlich ist, macht die Sache nur noch schlimmer. Regie, Kamera, Schnitt und alles sonstige Handwerkliche sind uninspiriert. Besonders misslungen ist aber fast alles Schauspielerische. Der ganze Film wirkt wie provinzielles Laientheater. Selbst die namhaften Darsteller geben sich keine sonderliche Mühe. Besonders grotesk sind aber die Schauspielversuche von Bushido und seinen Freunden Fler und Kay One. So was von steif und hölzern hat man schon lange nicht mehr gesehen. Auch die von Bushido selbst vorgetragenen, ungelenken Off-Kommentare, natürlich ausdruckslos und ohne richtige Intonation, mit ihren bedeutungsschwangeren und Tiefe vorheuchelnden Inhalten, sind ein Höchstmaß an unfreiwilliger Komik. Der Gesamteindruck ist jedenfalls von lächerlich bis hochgradig bekloppt.
Bushido verkörpert reine Attitüde, mit mehr aufgesetztem Image als Wahrheit. Er versucht den Spagat zwischen Ghetto-Rüpel und Gangster-Rapper einerseits (wegen der krassen Credibility und der Fans und so) und bravem Talkshow-Liebling und Bravo-Poster-Boy andererseits (mehr Mainstream, mehr Knete). Seine primitive Weltsicht ist voller Opfer, Wichser und Behinderter. Er selbst faselt aber ständig von Ehre und Respekt. Verdient hat er sie jedenfalls nicht. Der Abmahn-Rapper, der mehrfach wegen Plagiats verurteilt wurde, weil er mal wieder seine Songs zusammengeklaut hatte, und seine Selbstdarstellung, sind nicht nur unglaubwürdig, sondern auch in jeder Hinsicht zutiefst unsympathisch. Nach Bushidos peinlichem Auftritt in diesem Film kann man ihn nie wieder ernst nehmen, sollte man es je zuvor überhaupt getan haben. Besonders blamabel ist aber der ganze Film auch für Deutschlands angeblich wichtigsten Produzenten Eichinger und seine Schauspiel-Freunde. Haben die das so nötig? Dass die sich auf dieses Machwerk eingelassen haben, sagt mehr über sie aus, als über Bushido. Deshalb sind auch die Interviews auf der Blu-ray so erheiternd, wenn sie ihre Beteiligung und ihr Tun rechtfertigen.
Man will sein wie Eminem und „8 MILE“, versagt aber kläglich auf ganzer Linie. Dies ist weder ein anständiges BioPic noch ein vernünftiger Musikfilm. Es ist einfach nur banale, langweilige, biedere und vor allem dumme Selbstbeweihräucherung. Ein feiger Propaganda-Film über einen Wichtigtuer, ein Muttersöhnchen und einen Proll. Das ganze Unterfangen ist hoffnungslos humorlos, ironiefrei und fragwürdig. ZEITEN ÄNDERN DICH sieht, hört und fühlt sich an wie eine Parodie. Das ist natürlich nicht gewollt. Beweist aber, dass dies ein filmischer Totalausfall und einer der, wenn nicht gar DER schlechteste Film ist, den der Verfasser dieser Zeilen in den letzten Jahren gesehen hat. Das ist kein Kinofilm, das ist miefige, schlechte, langweilige, seichte Fernsehware, die einen üblen Nachgeschmack hinterlässt und sich als belanglose Zeitverschwendung entpuppt. Alle Beteiligten haben bei diesem Film etwas gewonnen (Geld), nur der Zuschauer bekommt rein gar nichts.
| Und das meinen unsere Kollegen... |
 Fazit: 3.5/5 |
Der Film richtet sich in erster Linie an Fans. Alle anderen werden jedoch durch die unfreiwillige Komik, aufgrund der teilweise extrem schlechten Darsteller und der peinlichen Dialoge, zumindest unterhalten. Technisch lässt sich nicht viel an der Blu-ray aussetzen und das Bonusmaterial ist Standardware.
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