Ein
Review von Carlito Brigante

Seitens Polizei, Medien und Fachkreisen werden Fußballfans in drei Gruppen unterteilt:
Kategorie A = normale Fußballfans
Kategorie B = gewaltbereite Fußballfans
Kategorie C = gewaltsuchende Fußballfans
Im Umfeld des Fußballs existiert eine Subkultur, die durch massive Gewaltbereitschaft zugleich erschreckt und fasziniert: Die Welt von Fußballfans der Kategorie C, deren Interesse mehr einem Kräftemessen beim Faustkampf von Mann zu Mann, als dem Spiel gilt. Kennen diese Fans Regeln oder Moral? Welche Anliegen oder Ideale liegen dieser Szene zu Grunde? Welchen Reiz stellt die physische Auseinandersetzung dar? Welche Konsequenzen hat die stetige Verschärfung ordnungspolitischer Maßnahmen?
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| Im Handel ab: | 23.10.2009 |
| Anbieter: |
Indigo
/ Epix Media AG
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| Originaltitel: | Kategorie C |
| Genre(s): |
Dokumentation
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| Regie: | Franziska Tenner |
| FSK: | 12 |
| Laufzeit: | ca. 85 min |
| Audio: | Deutsch: Dolby Digital 2.0
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| Bildformat: | 16:9 anamorph
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| Medien-Typ: | 1 x DVD-9
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| Regionalcode: | 2 |
| Verpackung: | Amaray Case
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| Untertitel: |
Keine Untertitel
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| Extras/Ausstattung: |
- Kapitel- / Szenenanwahl
- Animiertes Menü
- Menü mit Soundeffekten
- Interviews
- Entfallene Szenen (ca. 25 Min.): 1. Ausschreitungen-Bratislava EM Spiel /2. Polizeieinsatz Auge gegen Lok / 3. Komplette Verhaftung Marcel L.
- Interview mit Regisseurin als PDF
- Kategorisierung von Fußballfans als PDF
- Wendecover
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| Zusatzinfos: |
Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Die auf Video gedrehte Doku bietet eine recht gute Schärfe. Die Farben und der Kontrast sind ebenfalls in Ordnung. Die Kompression fällt allerdings durch einige Unruhen auf.
8 von 10 Punkten

Der Qualität der Tonspur (DD 2.0) schwankt je nach Herkunft und Moment. Die ruhigen Interviews in Zimmern klingen natürlich besser und sind verständlicher als die in freier Natur, die Hintergrundgeräusche aufweisen. Rauschen oder andere Fehler gibt es aber nicht. Es gibt keinerlei Untertitel.
7 von 10 Punkten

Die Extras bestehen aus einem Interview mit Regisseurin Franziska Tenner (ca. 30 min), einem Interview mit Kameramann Mathias Tschiedel (ca. 15 min) und drei entfallenen Szenen (ges. ca. 25 min). Dazu gibt es als PDF-Datei das gleiche Interview mit der Regisseurin noch einmal in Textform und eine Kategorisierung von Fußballfans.
4 von 10 Punkten

Technisches Fazit: 7 von 10 Punkten
Die Dokumentation KATEGORIE C (D, 2008) von Regisseurin Franziska Tenner (auch NO EXIT) kommt mit einem großen Anspruch daher, der nach Ansicht aber als gescheitert erklärt werden muss.
Die Doku beinhaltet u. a. Interviews mit jeweils zwei Hooligans zweier Fußballclubs und dazu kommen noch kurz ein paar Polizisten zu Wort. Ein gravierendes Problem der Doku aber ist, dass die Filmemacher keinen Zugang zur echten Hardcore-Szene bekamen. Niemand aus dieser Gruppierung wollte mit ihnen sprechen. Die Herangehensweise ist darüber hinaus oft naiv und blauäugig, politische Untertöne werden vernachlässigt oder verneint, obwohl man deutlich mitbekommt, das rechtes Gedankengut bei einigen Hooligans sehr wohl eine Rolle spielt. Dem Blabla der interviewten Hooligans wird nichts entgegengesetzt. Kritisches Nachfragen bleibt aus. Auftretende Widersprüche werden nicht verfolgt, sondern fallengelassen und nicht weiter beachtet. Z. B. ist bemerkenswert, dass das jeweilige soziale Umfeld der vier Protagonisten nicht zur Sprache kommt. Dabei weiß man längst, dass Hooligans aus allen Schichten stammen und nicht ausschließlich aus scheinbar sozial Benachteiligten. Es sind eben nicht nur frustrierte Prekariats-Angehörige.
Die Filmemacherin formuliert die These, die Hooligans würden sich mit ihren Aktionen dem staatlichen Gewaltmonopol widersetzen. Aber warum? Welchen gewichtigen Grund gibt es dafür? Die Befragten rücken auch nicht wirklich mit der Sprache raus. Und so ist man auch hier hinterher nicht schlauer. Die vierte Kategorie von Hooligans, die der „Ultras“, die sich an gar keine Regeln mehr halten, wird hier übrigens komplett außen vor gelassen und nicht einmal erwähnt.
KATEGORIE C geriet also leider nur oberflächlich und bleibt viele Antworten schuldig. Als erster Ansatz mag der Film funktionieren, das Phänomen tiefschürfend erhellen tut er jedoch nicht.
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