Ein
Review von Carlito Brigante

Mit seinen farbigen Kurzfilmexperimenten und Werbefilmen schuf er Anfang der 1920er Jahre die ersten abstrakten Animationsfilme der Welt, sein sinfonischer Dokumentarfilm Berlin, die Sinfonie der Großstadt ist einer der ganz großen Klassiker des deutschen Stummfilms, seine Reisefilmcollage Melodie der Welt wurde der erste abendfüllende deutsche Tonfilm, mit Weekend erfand er die Hörcollage und mit In der Nacht einen Vorläufer des Musikvideos: Der Münchner Maler und Filmemacher Walther Ruttmann leistete mit seinen Film- und Tonexperimenten eine einzigartige Pionierarbeit, die nachwievor brandaktuell und modern erscheint. Die Doppel-DVD versammelt erstmals alle erhaltenen Arbeiten Ruttmanns aus den Jahren 1920-1931 in neu restaurierten und rekonstruierten Fassungen, oft mit Neueinspielungen der Originalmusiken, ergänzt um Textdokumente, Filmplakate, Aushangfotos und Programmhefte sowie weitgehend unbekannte Zeichnungen und Gemälde von Ruttmann.
- Berlin, die Sinfonie der Großstadt
- Melodie der Welt
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| Im Handel ab: | 16.01.2009 |
| Anbieter: |
Alive AG
/ Edition Filmmuseum
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| Originaltitel: | Berlin - Die Sinfonie der Großstadt / Melodie der Welt |
| Genre(s): |
Special
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| Regie: | Walther Ruttmann |
| Darsteller: | Ivan Koval-Samborskij, Renée Stobrawa, Bernard Shaw, Grace Chiang, Wilhelm Cuno |
| FSK: | Infoprogramm |
| Laufzeit: | ca. 175 min |
| Audio: | Musik: Dolby Digital 2.0 Stereo
Musik: Dolby Digital 2.0 Mono
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| Bildformat: | 4:3 Vollbild (1.33:1)
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| Medien-Typ: | 2 x DVD
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| Regionalcode: | 0 |
| Verpackung: | Doppel Amaray Case
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| Untertitel: |
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| Extras/Ausstattung: |
- Kinotrailer
- Kapitel- / Szenenanwahl
- Melodie der Welt 1929
- Weekend 1930
- In der Nacht 1931
- Hörfunk-Feature
- Unrestaurierte Überlieferung von Lichtspiel Opus 1
- Verschiedene Abtastungen von Dort wo der Rhein...
- Szenenvergleich der Überlieferungsmaterialien von Melodie der Welt 1929
- Fotos vom Kongress des unabhängigen Films in La Sarraz 1929
- Materialien zu Walther Ruttmann als ROM-Features
- 20-seitiges Booklet mit Essays zu Walther Ruttmann
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| Zusatzinfos: |
Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Die Bildqualität hat der Restauration viel zu verdanken. Das Bild sieht hervorragend aus, hat aber sicherlich hier und da Schwächen in der Schärfe. Der Kontrast ist in Ordnung und es gibt ein paar Verunreinigungen und Kratzer sowie ein leichtes Rauschen.
7 von 10 Punkten

Die neu eingespielte Musik liegt in DD 2.0 vor. Sie ist entsprechend jung, frisch und makellos.
8 von 10 Punkten

Die Extras der Doppel-DVD bestehen aus: DVD 1: Aushangfotos , Zeichnungen und Gemälde und den Kurzfilmen: Lichtspiel Opus I (ca. 11 min), Opus II (ca. 4 min), Opus III (ca. 4 min), Opus IV (ca. 5 min), Der Sieger (ca. 3 min), Das Wunder (ca. 3 min), Das wieder gefundene Paradies (ca. 6 min), Der Aufstieg (ca. 4 min), Spiel der Wellen (ca. 3 min), Dort wo der Rhein... (ca. 6 min).
Auf DVD 2: Der Film Melodie der Welt (ca. 49 min), die Kurzfilme Weekend (ca. 12 min), In der Nacht (ca. 7 min), die Doku Walther Ruttmann – der Visionär bewegter Rhythmen (ca. 86 min), Bilder vom Congrès du cinema indépendant La Sarraz 1929, ein umfangreicher DVD-ROM Bereich sowie ein 20-seitiges dreisprachiges Booklet mit weiteren Infos.
9 von 10 Punkten

Technisches Fazit: 8 von 10 Punkten
BERLIN, DIE SINFONIE DER GROßSTADT (D, 1927) ist zu Recht in die Filmgeschichte als Klassiker eingegangen, weil er nicht nur interessante Bilder zu bieten hat, sondern auch technisch versiert von Regisseur Walther Ruttmann umgesetzt wurde.
Das Werk folgt dem Ablauf eines Tages, vom frühen Morgen bis in die tiefe Nacht. Gezeigt wird, wie die Stadt erwacht, die Menge der Menschen auf dem Weg zur Arbeit, die Arbeit selbst, das Leben auf der Straße, die Mittagspause, der Heimweg zum Feierabend bzw. Menschen die nach der Arbeit zu Sportveranstaltungen gehen oder sich in Restaurants bzw. Nachtlokalen amüsieren. Die Bilderfolge hat eine hohe Bewegungsdynamik und ist ein regelrechter Bilderrausch. Ruttmann ist regelrecht vom Bewegungsprinzip besessen, auch wenn es durchaus Momente der Entspannung gibt. Die zum Teil mit versteckter Kamera gedrehten Bilder wurden schnell montiert, was damals ungewöhnlich war und nicht den Sehgewohnheiten des Publikums entsprach. Adäquat begleitet von der Musik des Komponisten Edmund Meisel, gibt sie dem Film eine weitere Ebene. Auch die musikalische Untermalung ist schnell, rasant und betont die Bilder. Dies ist ein echter Soundtrack zum Film und zur Stadt. Die Dokumentation wartet nicht nur mit faszinierenden Bildern der Metropole an der Spree aus den goldenen Zwanziger Jahren auf. Hier werden auch gesellschaftliche Gegensätze portraitiert und verschiedene soziale Milieus und die brodelnde Atmosphäre einer Großstadt festgehalten
Der Film war und ist nicht unumstritten, aber er ist mit Sicherheit ein herausragender Vertreter deutscher Filmkunst, trotz der ihm vorgeworfenen Oberflächlichkeit. Denn immerhin ist dies auch ein Konzeptfilm. Und diese gewählte Ästhetik passte auch später noch, stellte Ruttmann sein Talent doch später in den Dienst der Nationalsozialisten und schuf für sie bildgewaltige Propagandafilme wie „Blut und Boden“ (1933), „Metall des Himmels“ (1935), „Deutsche Waffenschmieden“ (1940) oder „Deutsche Panzer“ (1940).
Die vorliegende Doppel-DVD enthält neben BERLIN, DIE SINFONIE DER GROßSTADT noch den Film MELODIE DER WELT (D, 1929), der der erste längere deutsche Tonfilm ist. Darüber hinaus alle noch erhaltenen Kurzfilme Ruttmanns aus den Jahren 1920-1931 in neu restaurierten und rekonstruierten Fassungen. Das Bonusmaterial enthält informative Dokumente, Fotos, Filmplakate und Programmhefte sowie weitere künstlerische Arbeiten von Ruttmann wie Gemälde und Zeichnungen.
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