Ein
Review von Matthias Schmieder

Der Katmai-Nationalpark in Alaska ist scheinbar ein friedliches Idyll. Doch hier leben die Kodiaks - Grizzlybären - die zu den größten und gefährlichsten Raubtieren der Welt zählen. Ein Mann allerdings hatte vor ihnen keine Furcht. Er glaubte sogar, sie wären seine Freunde. 13 Jahre lebte Timothy Treadwell unter Grizzlybären - bis er von einem getötet wurde. Werner Herzog hat einen Dokumentarfilm über den "Grizzly Man" gedreht.
Es ist die Geschichte eines selbsternannten Bären-Beschützers. Treadwell, ein Ex-Junkie mit blonder Prinz-Eisenherz-Frisur, will die Tiere vor Wilderern retten. Mit dieser fixen Idee zieht er 13 Jahre lang jeden Sommer mit den vermeintlich harmlosen 500-Kilo-Teddys durch die Wildnis. Waffen für den Notfall hat er nicht dabei. Nur ein Zelt und seine Videokamera. Immer wieder nähert er sich den gefährlichen Giganten auf ein paar Schritte Entfernung.
Jahrelang lebt Treadwell seinen aberwitzigen Selbsterfahrungstrip. Er steigt zum Umwelt-Promi auf, hält Vorträge an Schulen, wird in Talkshows eingeladen. Und jeden Sommer zieht es ihn wieder in die Wildnis, zu seinen geliebten Bären. Bis zum Herbst 2003...
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| Im Handel ab: | 13.11.2006 |
| Anbieter: |
Universum Film
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| Originaltitel: | Grizzly Man |
| Genre(s): |
Dokumentation
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| Regie: | Werner Herzog |
| FSK: | 12 |
| Laufzeit: | ca. 103 min |
| Audio: | Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
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| Bildformat: | 16:9 (1.78:1) anamorph
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| Medien-Typ: | 1 x DVD-9
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| Regionalcode: | 2 |
| Verpackung: | Amaray Case
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| Untertitel: |
Keine Untertitel
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| Extras/Ausstattung: |
- Kinotrailer
- Kapitel- / Szenenanwahl
- Animiertes Menü
- Menü mit Soundeffekten
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| Zusatzinfos: |
Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Werner Herzogs außergewöhnliche Dokumentation besteht zum größten Teil aus Aufnahmen, die Timothy Treadwell in seinen letzten drei Jahren in der Wildnis von Alaska selbst gedreht hat. Die Qualität dieser anamorph kodierten Bildinformationen im 1.78:1-Format sind wider Erwarten erstaunlich gut gelungen.

Zwar erreichen weder die Schärfe noch der Kontrast Glanzwerte, dennoch werden vor allem Nahaufnahmen sehr detailreich dargestellt. Die Farben wirken dabei enorm knackig und natürlich. Eine noch bessere Qualität weisen die von Werner Herzog nachträglich erstellten Interviews auf. Sie bieten nahezu perfekte Schärfe- und Kontrastwerte und können zudem durch kräftige Farben überzeugen.

Insgesamt kommt es bei dieser Dokumentation sicherlich nicht auf die Bildqualität an – es ist jedoch beruhigend, dass man sich dennoch sehr viel Mühe gegeben hat, das Material so gut wie möglich aufzubereiten.

7 von 10 Punkten

Die DVD bietet je eine Dolby Digital 5.1-Tonspur in Deutsch und Englisch. Eher ungewöhnlich ist die Vertonung geworden, denn die Dokumentation wurde nicht – wie es zum Beispiel für einen Kinofilm üblich wäre – synchronisiert, sondern einfach mit einem Voice-Over der deutschen Sprache übersprochen. Das ist bei Produktionen dieser Art zwar nicht ungewöhnlich, der Zuhörer muss sich jedoch wesentlich stärker konzentrieren, um dem Erzählfluss anständig folgen zu können. Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte ohnehin auf die sehr gut verständliche Originaltonspur wechseln, auch wenn leider keine Untertitel zur Verfügung stehen.
Beide Tonspuren sind somit zwar völlig unspektakulär, bieten aber – vor allem im Original – eine sehr gute Sprachverständlichkeit, weshalb sich auch unsere Wertung im soliden Mittelfeld ansiedelt.

6 von 10 Punkten

Das Menü der DVD erfuhr eine einfache Animation, welche zusätzlich mit Sound hinterlegt wurde. Das Bonusmaterial beschränkt sich jedoch leider lediglich auf den Originaltrailer sowie eine kurze Trailershow mit Titeln aus dem Hause Universum.

1 von 10 Punkten

Werner Herzog, seines Zeichens Regielegende der alten Garde, war Initiator dieser wirklich einmaligen Dokumentation. Seine Faszination für die Person Timothy Treadwell prägt dieses ungewöhnliche Werk. Dabei schafft es W. Herzog mit seiner sachlichen Erzählweise tatsächlich von Beginn an zu fesseln, denn er greift nur wenig in die Geschichte ein und lässt Treadwell – respektive seine selbst erstellten Aufnahmen – für sich selbst sprechen. Dabei liegt es ihm fern, den Zuschauer zu beeinflussen oder gar zu manipulieren; einzig seine kommentierende Stimme hilft das gerade Erlebte zu verarbeiten.
„I have seen this madness on a movie set before.“ - Werner Herzog (GRIZZLYMAN)
Auch wenn diese Rezension in Anbetracht der Intentionen des Filmemachers versucht, keinerlei Wertung über die Person Treadwell zu treffen, wird dessen ganzer Wahnsinn (über-)deutlich, als er an einer Stelle der Dokumentation den gerade von einer Bärin ausgeschiedenen Kot berührt und daraufhin mit dahinschwelgenden Blicken ein an die Exkremente gerichtetes, liebevolles „Oh, it comes from her! Oh, I love you so much!“ zusäuselt.
GRIZZLYMAN ist ein faszinierendes Portrait einer stark umstrittenen Persönlichkeit, deren Fanatismus schließlich zum tragischen Tod sowohl der eigenen als auch einer weiteren Person führte. Werner Herzog verhalf jedoch nicht nur dem Tier-Fanatiker Timothy Treadwell post mortem zu erneuter Aufmerksamkeit, sondern erreichte durch seine einfühlsame, wertungsfreie Inszenierung des Stoffes auch eine kleine Revolution des Dokumentarfilm-Genres.
Die technische Umsetzung der DVD siedelt sich im soliden Mittelfeld an. Die Bild- sowie Tonqualität sind erstaunlich gut gelungen, wenn auch das Bonusmaterial vielfältiger ausfallen hätte dürfen.
Subjektive Filmwertung: 9 von 10 faszinierende Einblicke in die Psyche einer umstrittenen Persönlichkeit
6 von 10 Punkten
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