Ein
Review von Matthias Schmieder

Vor langer, langer Zeit, als in Japan noch die Götter regieren, lebt in einem riesigen Wald die wilde Prinzessin Mononoke bei den Wölfen. Doch das friedliche Miteinander von Mensch und Tier ist bedroht: Immer weiter frisst sich die Zivilisation in die Natur hinein. Erstmals werden Waffen aus Eisen geschmiedet, Gewehre, deren Kugeln bereits den Panzer einer Samurai-Rüstung durchschlagen können. Nun wollen die Menschen die alte Ordnung endgültig umstürzen und machen Jagd auf den mächtigen Waldgott.
Die Tiere aber wollen sich nicht kampflos ergeben und sammeln sich zu einer letzten großen Schlacht. Mitten hinein in diesen tödlichen Konflikt gerät der junge Krieger Ashitaka. Er und Mononoke finden sich zwischen den Fronten wieder - und nur in ihren Händen liegt die Macht, die drohende Katastrophe abzuwenden... |

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| Im Handel ab: | 13.11.2006 |
| Anbieter: |
Universum Film
/ UFA Anime
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| Originaltitel: | Mononoke-hime |
| Genre(s): |
Anime
Drama
Fantasy
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| Regie: | Hayao Miyazaki |
| FSK: | 12 |
| Laufzeit: | ca. 128 min |
| Audio: | Deutsch: Dolby Digital 5.1
Japanisch: Dolby Digital 5.1
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| Bildformat: | 16:9 (1.85:1) anamorph
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| Medien-Typ: | 2 x DVD-9
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| Regionalcode: | 2 |
| Verpackung: | Digipak mit Schuber
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| Untertitel: |
Deutsch,
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| Extras/Ausstattung: |
- Kapitel- / Szenenanwahl
- Animiertes Menü
- Menü mit Soundeffekten
- Original japanische Trailer
- Original japanische TV-Spots
- Storyboards
- 5 Sammlerkarten
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| Zusatzinfos: |
Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
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Das Bild dieser Special Edition des schon jetzt als Klassiker zu bezeichnenden Animes liegt im Originalformat von 1.85:1 vor und sieht der amerikanischen RC1-Erstauflage zum Verwechseln ähnlich. Sowohl die Farbgebung als auch die hohe Schärfe hat das deutsche Release glücklicherweise mit der Variante aus Übersee gemein. Nichts ist zu sehen vom hässlichen französischen Farbfilter, welcher die feinen Bild-Nuancen stark verfälscht und Blautöne nahezu in Türkis verwandelt. So überzeugt der hiesige Transfer durch saftig grüne Wiesen und einen tiefblauen Himmel.

Die Erfahrung zeigt, dass vielen Animes die obligatorische PAL-NTSC-Wandlung meist schwer zu schaffen macht. Zwar bleibt dieser deutsche PAL-Transfer nicht ganz gegen die implizierten Probleme gefeit, doch zeigt er sich in diesen kritischen Belangen weitestgehend zurückhaltend. Konturen sind frei von hässlichen Artefakten und auch die Laufruhe während Kameraschwenks ist über die meiste Zeit gewahrt.

Als problematisch ist das sichtbare Edge Enhancement zu sehen, denn diese digitale Nachschärfung führt zu oftmals deutlich erkennbaren Doppelkonturen im gesamten Bild. Außerdem arbeitet die Kompression nicht ganz hunderprozentig, denn schwierige Szenen sind mit leichter Blöckchenbildung behaftet. Diese ist sehr gut an Ashitakas Gesicht zu erkennen, wenn er am Anfang durch den Wald reitet.

Wie es sich für ein solches Master gehört, sind analoge Defekte oder gar Fremdkörper, die den Filmgenuss empfindlich stören können, nicht einmal ansatzweise zu erkennen. Auch wenn die japanische und amerikanische Variante qualitativ mit der Nase noch etwas weiter vorne liegen, kann sich das deutsche Release auf alle Fälle sehen lassen.

8 von 10 Punkten

Einziger gravierender Unterschied zur Erstauflage ist der neue Dolby Digital 5.1-Upmix, welcher die alte Dolby Surround-Tonspur der deutschen Synchronisation ablöst. Weiterhin ist der bereits bekannte japanische Originalton ebenfalls als Dolby-kodierte 6-Kanal-Variante auf der DVD vorhanden.
Wer den Film kennt, weiß, dass dieser nicht nur auf Grund von Optik- und Storyeinflüssen zu den besten Animes aller Zeiten zählt. Der Soundtrack aus der Feder von Joe Hisaishi gehört wohl zu den beeindruckendsten Filmkompositionen überhaupt und harmoniert perfekt mit der unverkennbaren Optik Hayao Miyazakis. Die deutsche Erstauflage enttäuschte aus tonaler Sicht durch ihren eingeschränkten Surroundklang ein wenig und war für die tolle Originaltonspur nicht einmal annähernd eine ernstzunehmende Konkurrenz. Leider hat sich hieran wenig geändert. Zwar klingt der deutsche Track nun weit offener und vielschichtiger, doch gegen das japanische Pendant wirkt auch er viel zu sehr zurückhaltend und dynamisch eingeschränkt. Die Dialoge sind zwar stets gut verständlich, erscheinen aber deutlich dumpfer als im Original. Die Hochtonwiedergabe der japanischen Fassung überzeugt durch eine hervorragende Abbildung des Soundtracks, welcher sich auch auf den Rear-Kanälen wunderbar ausbreitet. Auf Grund der höheren Impulsivität, vor allem im Tieftonbereich, sowie der deutlich besseren Dynamik, führt für Fans noch immer kein Weg am Original vorbei.

7 von 10 Punkten

Universum Film veröffentlicht diese Neuauflage gleich in zwei verschiedenen Versionen. Als Zugeständnis für die vielen Fans gibt es neben der normalen 2-Disc-Special-Edition für kurze Zeit auch eine streng limitierte Holzbox-Version, welche neben der normalen Doppel-DVD noch weiteres interessantes Material beeinhaltet.
Film-DVD

Die uns vorliegende Normalversion bietet nun endlich auch ein wenig Bonusmaterial. Während auf der ersten Disk lediglich der Hauptfilm zu finden ist, verstecken sich die Extras auf der speziellen Bonus-DVD.
Beide Silberlinge warten mit einem übersichtlich gestalteten Menü auf, welches schnell zum gewünschten Ziel führt. Leider ist die Ausstattung nicht so reichhaltig, wie man sich das vielleicht gewünscht hätte, denn bis auf eine Storyboard-Fassung des gesamten Films sowie ein paar japanische Trailer und TV-Spots gibt es kaum noch etwas zu entdecken. Die Trailer zu fünf weiteren Studio Ghibli-Filmen, die sich derzeit im Universum-Vertrieb befinden, können nur sehr wenig darüber hinwegtrösten.
Bonus-DVD

3 von 10 Punkten

Das Studio Ghibli ist für jeden Anime-Fan ein Synonym für fantasievolle, optisch beeindruckende und inhaltlich bewegende Filme geworden. Wenn dann auch noch Gründer Hayoa Miyazaki – welchen man ohne zu übertreiben als ungeschlagenen Meister seines Faches bezeichnen kann – selbst Hand an ein Projekt legt, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege.
In Europa ist es wohl kaum nachzuvollziehen, dass sich ein gezeichneter Film zum erfolgreichsten Werk aller Zeiten entwickeln kann. Doch im Jahr 1997 schaffte PRINZESSIN MONONOKE mit einem Rekord-Einspielergebnis von über 18,5 Milliarden Yen sogar „Hollywood-Bombast-Streifen“ wie TITANIC zu überholen. Erst vier Jahre später wurde MONONOKE HIME (jap. Originaltitel) von seinem sicheren Thron gestoßen – doch wieder war es eine Studio Ghibli-Produktion mit dem Namen CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND, welcher ebenfalls unter Aufsicht von Miyazaki entstand und auch später in Deutschland große Erfolge feierte.
Es ist immer wieder erstaunlich welche Motive und Leitgedanken gerade von diesem Studio thematisiert werden. Dabei erreichen die Filme eine Tiefe, an die Realverfilmungen wohl niemals herankommen können. PRINZESSIN MONONOKE stellt sich – für Miyazaki sehr typisch – die Frage nach einer echten Koexistenz von Natur und Mensch, ohne dieses, für das europäische Publikum eher ungewöhnliche Leitmotiv, aber zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Seine Stärke liegt in den ausdrucksstarken Bildern, den einmalig ausgereiften Charakteren sowie dem beeindruckenden Soundtrack von Joe Hisaishi. Die sich hartnäckig haltende Meinung, dass Animes lediglich für ein jüngeres Publikum gedacht sind, entkräftet Miyazaki durch dieses Werk. Waren bisher alle Ghibli-Animes sehr kinderfreundlich und mit wenig graphischer Gewalt versehen, dürfen bei PRINZESSIN MONONOKE auch in geringem Maße Blut fließen und Körperteile abgetrennt werden, was dem Film eine höhere Freigabe als allen anderen Produktionen des Hauses zuvor bescherte.
PRINZESSIN MONONOKE ist ein unglaublich beeindruckender Film, welcher seine vielen Auszeichnungen und Lobpreisungen zu Recht erhalten hat. Wer dieses Werk noch nicht gesehen hat, sollte es sich auf dem Merkblatt ganz oben markieren und das Erlebnis schnellstmöglich nachholen.
Die Special Edition ist ein gut gelungenes Release geworden, wenn auch der Unterschied zur Erstauflage eher marginal ist. Das Bild ist nahezu identisch, weist höchstens einen Tick weniger Edge Enhancement auf. Der deutsche Ton wurde auf 5.1 „aufgebläht“, was im direkten Vergleich aber nur unwesentliche Vorteile mit sich zieht. Gegen den tollen japanischen Originalton kommt der Track ohnehin nicht an. Bei den Extras hätte man sich als Fan sicherlich etwas mehr erhoffen können. Die Storyboard-Version des Filmes ist gewiss interessant, doch nur die wenigsten werden sich diese wohl vollständig anschauen. Etwas mehr Hintergrundinformationen zu diesem 2,4 Milliarden Yen teuren Anime wären lobenswert gewesen.
Subjektive Filmwertung: 10 von 10 überzeugende Appelle an die menschliche (Un-)Vernunft
7 von 10 Punkten
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