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Die Kompression

Wie kann es angehen, dass ein langer Kinofilm mit allen dazugehörigen Sounds, Trailern, Untertiteln, verschiedenen
Sprachen etc. auf diese "kleine" DVD paßt? Mal von den Kapazitäten der diversen DVD-Arten abgesehen, wissen wir ja, dass der Ton auf der
DVD komprimiert vorliegt. Ebenso ist es mit den Bildinformationen, denn die Datenmenge eines unkomprimierten Films ist
schier gigantisch. Rechnet man die standardmäßige PAL Auflösung von 720 x 576 (B x H) Bildzeilen und 24 Bit Farbinformation, so
wäre eine DVD innerhalb einer Viertelstunde in Ihrer Kapazität erschöpft.
Um Filme zu komprimieren wird bei der DVD das MPEG-2 Verfahren angewendet, ein extremes Kompressionsverfahren mit
hervorragender Bildqualität. Dieses, von der (M)otion (P)icture (E)xpert (G)roup entwickelte Verfahren entfernt
unnötige Bildinformationen wie z.B. sich nicht verändernde Flächen, die das menschliche Auge sowieso nicht wahrnimmt.
Es werden auch identische Bildteile erfaßt, die sich nur von einem auf das nächste Bild bewegen und dabei nur die
Bilddaten gespeichert, die sich gegenüber der vorausgehenden Einstellung verändert haben. Eine Filmsequenz in einem
Restaurant ist somit weniger aufwendig als z. B. eine Explosion.
Übertreibt man die Kompression, so treten häßliche Artefakte auf, eine auffällige Bildstörung, die sich in einem
bestimmten Bereich des Bildes zeigt und unschöne "Klötzcheneffekte" hervorruft. Der Decodierchip des Players ist
sozusagen nicht mehr in der Lage aus den vorhandenen Informationen ein sauberes Bild herzustellen.
Wenn das MPEG-2-Video sorgfältig komprimiert wird, so ist auch bei einer niedrigen Bitrate eine optimale Bildqualität
zu erreichen. Auf jeden Fall steckt eine gut gemasterte DVD in Sachen Bildqualität jedes VHS-Video, jedes Fernsehbild
und jede LaserDisc in die Tasche.

Die Bildformate

Es gibt eine Vielzahl von Bildformaten, jedoch sind die drei folgenden die im heutigen Kino üblichen...
Besser
bekannt unter dem Namen "Cinemascope"; ist das am häufigsten im Kino verwendete Format und wird auch so
auf vielen DVD's angeboten. Auf 16:9-Geräten wird ein solcher Film mit minimalen schwarzen Balken gezeigt.
Besser bekannt
unter dem Namen "Academy-Standard"; ebenfalls
weit im Kino verbreitet kommt es dem menschlichen Sichtfeld am nächsten. Auf einem 16:9 Fernsehgerät wird ein
solcher Film bildschirmfüllend komplett ohne schwarze Balken gezeigt.
Diese Bildformat wird häufig
in europäischen Kinoproduktionen verwendet.
Den Kinoformaten stehen natürlich die heute üblichen TV-Formate entgegen...
(1.33:1) besser bekannt als
4:3-Format, das z. Z. noch gängige Format für Fernseher und Projektoren.
(1.78:1) besser
bekannt als 16:9-Format.

Die Übertragung auf DVD

Die heute üblichen Fernseher sind auf das Maß (1.33:1) = 4:3 festgelegt. Was passiert denn nun,
wenn man einen solchen DVD-Film, der auf der DVD meistens im original Kinoformat abgelegt ist, auf seinem TV-Gerät
abspielt? Die Antwort ist einfach! Es kommt darauf an, wie der Film auf die
DVD übertragen wurde! Hierzu gibt es drei gebräuchliche Verfahren...
Pan & Scan
Die linke und rechte Seite des Breitwand-Bildes wird bei der Übertragung im Grunde genommen einfach abgeschnitten!
Sollte bemerkt werden, dass für den Film wesentliche Bildteile durch diesen Schnitt verloren gehen, dann wird
der sichtbare 4:3-Rahmen einfach in die richtige Position des Bildes verschoben. Der Mann am Mischpult agiert
hierbei quasi als Regisseur und muß selbst entscheiden, welchen Ausschnitt des Bildes er mastert. Auf jeden
Fall gehen bei dieser Methode viele der ursprünglichen Bildinformationen verloren. Bei Kinofilmen, die
im Fernsehen gezeigt werden, wurde dieses Verfahren häufig angewendet.
Letterbox(ing)
Um das Originalformat des Kinofilms beizubehalten und das volle Bild in seinem ursprünglichen
Seitenverhältnis auch auf einem 4:3-Fernseher genießen
zu können, muß das Bild gestaucht werden. Da das Bild wesentlich breiter als höher ist, muß
zuerst einmal horizontal gestaucht werden. Damit das Bild nicht nur schmal wird, und Köpfe dabei zu
Eierköpfen werden, sollte proportional dazu auch die Höhe des Bildes gestaucht werden. Dadurch entstehen
die berühmten schwarzen Balken. Je breiter das Originalbild, desto größer die schwarzen Balken. Man
betrachtet das Bild quasi durch einen Briefkastenschlitz, daher der Name "Letterbox".
Die anamorphe Kodierung (16:9-Optimierung)
Bei der anamorphen Kodierung wird das breite Kinobild nur horizontal gestaucht und so auf der DVD abgelegt. Die
schwarzen Balken, die beim Letterboxing mitkodiert werden, werden einfach weggelassen und alle Zeilen werden
mit Bildinformationen gefüllt. Wir haben somit auf der DVD ein Bild mit Eierköpfen, aber ohne schwarze
Balken, bei dem alle Bildinformationen des Originalbildes enthalten sind. An dieser Stelle ist die Intelligenz
des DVD-Players gefragt, denn dieser muß bei der Wiedergabe des Filmes das anamorphe Bild wieder elektronisch
entzerren. Schaut man den Film auf einem 16:9-Fernseher, hat das Bild wieder die korrekte Breite, schaut man den
Film auf einem 4:3-Gerät, erscheinen automatisch wieder die schwarzen Balken! Anamorph kodierte Filme sehen
also auf einem 4:3-Fernseher im günstigsten Fall genauso aus wie Letterbox-formatierte.

Die Wiedergabe des Bildes

Um den Vorteil der Bildauflösung nutzen zu können, ist es wichtig, dass der DVD-Spieler das Bild
von der DVD korrekt ausgibt. Fast alle DVD-Player haben die Möglichkeit über das Setup drei verschiedene Formate
zur Wiedergabe des Bildes auszuwählen...
16:9
Nehmen Sie diese Einstellung, wenn an Ihren DVD-Player ein 16:9-Fernseher angeschlossen ist. Sie werden
bei einer Widescreen-DVD den Film in seinem vollen Format genießen können.
4:3 Letterbox
Wenn Sie Ihren DVD-Player an einen 4:3-Gerät angeschlossen haben und alle Bildinformationen rechts und
links sehen möchten, so sollten Sie diese Einstellung wählen. Das Bild wird im Breitbildformat mit schwarzen Balken
am oberen und unteren Rand angezeigt.
4:3 Pan & Scan
Mit dieser Einstellung und einem 4:3 Gerät wird das Bild im Breitbildformat so angezeigt, dass es den gesamten
Bildschirm füllt, jedoch wird der Rand rechts und links automatisch abgeschnitten

Gut zu wissen...

Anamorphe DVD´s bieten eine bisher noch nicht erlebte Bildqualität. Leider nutzt nicht jeder Videoverleih
diese Technik, da gerade die unabhängigen Anbieter sich oft um das recht aufwendige Anfertigen eines
anamorphen Masters für die DVD scheuen.
Man kann jedoch nur hoffen und gerade an die kleinen Labels appellieren, dass auch sie sich früher oder später
endlich für diesen Schritt entscheiden. Denn ohne 16:9-Optimierung ist die DVD nur halb so viel wert.
Die wenigsten DVD-Verpackungen verraten eindeutig, ob die enthaltene DVD anamorph kodiert wurde oder nicht.
Selbst der Hinweis "16:9" bedeutet nicht zwingend, dass das Bild anamorph ist. Hier hilft nur die Information
der verschiedenen DVD-Informationsseiten oder das eigene Auge nach dem Kauf...
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